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Streit um Cover

Verlag Oberauer wehrt sich gegen Medienmagazin Journalist

Journalist-Chefredakteur Matthias Daniel

Zwischen dem Oberauer-Verlag und dem Medienmagazin Journalist ist ein Rechtsstreit ausgebrochen. Dieser wird nun in zwei Ländern ausgetragen

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Wer sich das aktuelle Cover des Medienmagazins Journalist angeschaut hat und dabei ein Exemplar mit dem Titelkopf Journalistin erhalten hat, wird sich wahrscheinlich gewundert haben. Denn der Zusatz ist durchgestrichen. Grund dafür ist ein Rechtsstreit, den der Chefredakteur des Heftes, Matthias Daniel, auf Linkedin erklärt hat.

Der Journalist-Verlag, heißt es dort, hat Gerichtspost auf Antrag der Johann Oberauer GmbH erhalten. Anlass dafür ist jener Titelkopf, der seit Januar beim Journalist in zwei Varianten erscheint. Die Oberauer GmbH gibt verschiedene Publikationen für die Kommunikationsbranche heraus, darunter das Medium-Magazin, welches nun der Anlass für den Rechtsstreit ist. Denn dieses erscheint einmal jährlich ebenfalls mit dem Wort „Journalistin“, auf dem Rücken-Cover des Magazins. Daniel schreibt, dass Juristen in einem solchen Fall von Titelschutz und Verwechslungsgefahren sprechen. Und weiter: „Ich als Nichtjurist kann das nur schwer nachvollziehen. Ein Gericht ist wohl kaum der geeignete Ort, um darüber zu verhandeln, ob und wie ein Magazin seine weiblichen Leser ansprechen darf.“

„Eigentümliches Rechtsverständnis“, sagt Oberauer

In der Zwischenzeit hat sich auch der Verlag Oberauer in einer Mitteilung dazu geäußert. Dort heißt es: „Der Verlag des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) hat in einem eigentümlichen Rechtsverständnis einen Titelstreit vom Zaun gebrochen, der nun in zwei Ländern ausgetragen wird.“ Der wird nun vor einem deutschen und einem österreichischen Gericht ausgetragen.

Johann Oberauer wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Allen voran stört ihn, dass Daniel dem Verlag vorwirft, dieser wolle ihm das Gendern verbieten. „Genau um das geht es jedoch nicht. Und Daniel weiß das auch“, schreibt Oberauer in der Mitteilung. Das Gericht hat nur zu klären, „ob ein Verlag dem anderen den Titel stehlen darf“. Der Fachverlag publiziert seit 13 Jahren in Deutschland die Journalistin, zu Beginn als eigenes Magazin, mittlerweile als Doppeltitel, so das Unternehmen. „Digital ist der Titel weiterhin als eigenes, unabhängiges Magazin erhältlich“, sagt Oberauer.

Der Oberauer-Verlag habe im Vorfeld mehrfach auf seine Titelansprüche hingewiesen, der DJV habe sie ignoriert. Nun gibt es eine erste Entscheidung, wie zu erfahren ist: „In einer Einstweiligen Verfügung gibt es nun einen ersten Entscheid: Geht nicht, sagt ein deutsches Gericht und verbietet dem DJV, sich an Oberauers Titel zu bedienen.“

Johann Oberauer gibt abschließend Tipps wie „ernstgemeintes Gendern“ möglich wäre, beispielsweise in Form des Gendersternchens. Gegen dieses oder einen Unterstrich zwischen Mann und Frau hätte der Fachverlag nichts einzuwenden. Oberauer hat dies auch vor Gericht vorgeschlagen. Der Journalist-Chefredakteur habe zugesagt darüber nachzudenken.

tb

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