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Hart umkämpfter Musikmarkt

Trotz Corona-Krise: Musikriese Warner Music gelingt Sprung an die Nasdaq

Die britische Pop-Rock-Band Coldplay ist bei Warner Music unter Vertrag. Dem Musikriesen ist jetzt der Börsengang geglückt

Dem Musikkonzern Warner Music ist trotz der wirtschaftlichen Krise durch die Corona-Pandemie der Börsengang in den USA geglückt. Die Aktienplatzierung des Plattenlabels erhöht den Druck auf die Bertelsmann-Musiksparte BMG

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Ob Ed Sheeran, die amerikanische Rapperin Cardi B oder Coldplay – bei Warner Music stehen viele populäre Künstler unter Vertrag. Jetzt ist dem Musikriesen Warner Music der Börsengang an die Nasdaq gelungen. Gleich am ersten Handelstag legte die Notierung um mehr als 20 Prozent zu. Damit flossen dem Unternehmen knapp zwei Milliarden Dollar in die Kasse. Das Geld geht allerdings an den Anteilseigner – allen voran die Beteiligungsfirma Access Industries des russischen Oligarchen Leonard „Len“ Blavatnik. Er hält auch weiterhin die Kontrolle über Warner Music. Blavatnik hatte Warner Music 2011 für damals 3,3 Milliarden Dollar übernommen und von der Börse genommen. 

Warner zählt mit einem Umsatz von zuletzt 4,5 Milliarden Dollar weltweit zur Nummer drei unter den Musikunternehmen. Davor liegen die beiden anderen sogenannten „Majors“, Sony Music und der Universal Music Group. Zu Warner Music gehören diverse Labels, darunter Atlantic Records, Elektra und Parlophone ebenso wie der Musikverlag Warner Chappell. Ursprünglich wollte Warner schon im Februar an die Börse gehen. Doch die Corona-Krise machte den Gang auf das Aktienparkett zunächst zunichte. Jetzt, wo sich das Ende der Pandemie abzeichnet, wagte das Unternehmen nun erfolgreich einen neuen Anlauf.

Mit der Aktienplatzierung von Warner und dem Expansionskurs von Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music und Amazon wächst auch der Konkurrenzdruck auf dem hart umkämpften Musikmarkt. Dies könnte auch die Musiksparte BMG des Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann unter Druck setzen. Branchenexperten gehen davon aus, dass sich die großen Labels eine Preisschlacht liefern könnten, um attraktive Künstler unter Vertrag zu nehmen.

Mit BMG erzielte Bertelsmann im vergangenen Jahr einen Umsatz von 600 Millionen Euro. Das operating EBITDA lag bei 138 Millionen Euro. Und der Wettbewerbsdruck im Publshing-Geschäft könnte sich noch weiter erhöhen. Denn bis spätestens Anfang 2023 will auch der Warner-Konkurrent Universal Music an die Börse gehen. 

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