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„Zerstörung der Presse“: Youtube-Star Rezo rechnet mit Bild, Welt und FAZ ab

Klare Kante: Youtuber Rezo geht diesmal mit der Presse hart ins Gericht Foto: dpa

Er hat es wieder getan: Youtuber Rezo ist erneut im Zerstörungsmodus. Ein Jahr nach seinem prämierten Video über „Die Zerstörung der CDU“ knöpft sich Rezo im neuen Beitrag die Arbeit der Presse vor. Der 27-Jährige kritisiert die Rolle von Journalisten beim Entstehen und der Verbreitung von Verschwörungstheorien. Konkret wirft Rezo Springer-Titeln und der FAZ vor, unsauber und fehlerhaft zu arbeiten, was Bild-Chef Julian Reichelt eine Twitter-Antwort abnötigt

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„Journalisten, besser machen“: Das ist die Aufforderung des einstündigen, neuen Videos von Youtube-Phänomen Rezo, das erneut im Angriffsmodus daherkommt. Nach dem Beitrag „Zerstörung der CDU“, der vor wenigen Wochen erst den renommierten Nannen-Preis abgeräumt hat (und damit Kontroversen auslöste), folgt nun „Die Zerstörung der Presse“.

Der Titel ist großspurig und irreführend zugleich, denn weder sagt der 27-jährige Social Media-Star den Mainstream-Medien den Untergang voraus, noch nimmt Rezo tatsächlich eine Generalabrechnung der schreibenden Presse vor.  „Schmeißt die Zeitungen nicht in einen Topf“, resümiert der gebürtige Wuppertaler am Ende sogar. 

Rezo geht es tatsächlich in erster Linie um eine Untersuchung von Faktengenauigkeit in der Berichterstattung und der Entstehung von Verschwörungstheorien. Nach seiner Analyse hatten vor allem die Springer-Titel Bild, Welt, aber auch die Berliner Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gehäuft Unwahrheiten über ihn berichtet.   

Ins Visier seiner Presseschelte nimmt Rezo dabei in erster Linie die Bild-Zeitung, die der Youtuber auch schwer für den Umgang mit dem Virologen Christian Drosten kritisiert. In der vergangenen Woche hatte Deutschlands größte Boulevard-Zeitung dem in der Corona-Pandemie äußerst gefragten Virus-Forscher für eine Studie scharf kritisiert und mit einer Presseanfrage unter Druck gesetzt. „Was für ein Kack-Move“, kritisiert Rezo in seiner ureigenen Generation Z-Sprache das Vorgehen im Videobeitrag, der es nach nur einem Tag bereits auf mehr als eine Million Abrufe bringt.  

„Unethisches Verhalten bei etablierten Zeitungen ist leider keine Seltenheit“

Der Bild wirft Rezo vor, es fehle dem Springer-Titel an „moralischer Integrität“ – genauso wie der Welt.  „Unethisches Verhalten bei etablierten Zeitungen ist leider keine Seltenheit“, folgert Rezo. „Journalisten machen Klicks und Cash auf Kosten von Angehörigen“, so der Vorwurf des Webvideoproduzenten, der selbst seit Herbst 2019 eine Kolumne in einem etablierten Medium schreibt – nämlich in der Zeit.

Die große Bild-Schelte provozierte unterdessen schnell den Widerspruch von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, der auf Twitter in gleich sieben Tweets mit dem Youtuber kontert. 

Reichelt hält Rezo u.a. entgegen, dass sein Verbreitungskanal Youtube „mitverantwortlich für die Verbreitung übelster Verschwörungstheorien“ sei. Zudem stört sich Reichelt an Rezos „schrecklichem Millennial-Social-Media-Deutsch“ und an „dem Zerstörungsquatsch, egal wie viele billige, schnelle Likes Du dafür bekommst.“

Im Social Web sind die Sympathien allerdings klar verteilt – zuungunsten des Bild-Chefredakteurs.

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