Anzeige

Marken Award 2020

25 Einreichungen – vier Kategorien – fünf Gewinner

Gründer Markus Wieböck: Seit 30 Jahren treibt ihn die Suche nach dem perfekten Schlafsack um (Foto: Grüezi bag)

Ausgerechnet zum 20. Jubiläum des Marken Awards konnten die Firmen ihre Vorzüge nicht live vor der Jury präsentieren. Dennoch gab es ein Ergebnis. Insgesamt wurden fünf Unternehmen in vier Kategorien ausgezeichnet

Anzeige

Die Finalisten präsentierten sich am 28. Mai live via Videokonferenz. Direkt im Anschluss daran berieten sich die Jurorinnen und Juroren und kürten die Gewinner.

25 Bewerbungen

Dieses Jahr hatte die Jury hatte über 25 Bewerber zu befinden. „Im Rennen waren sehr unterschiedliche Cases, die fast alle etwas Interessantes, Eigenes hatten“, resümiert Strauß. Am Ende schafften es acht Marken aus vier Kategorien in die Finalistenrunde. Lediglich in der Kategorie „Beste Neue Marke“ erreichte keine Einreichung die erforderliche Punktzahl für eine Präsentation in der Endrunde. Neben den vier Kategorie-Gewinnern konnte sich ein fünfter Bewerber in diesem Jahrgang über einen Sonderpreis freuen.

Die Sieger

In der Kategorien „Beste Markendehnung“ siegte der Dübel-Spezialist Fischer, der eigentlich für hohe Ansprüche im Handwerk steht. Doch Fischer kümmert sich auch um Menschen, die zwei linke Hände oder kein Werkzeug haben, aber dennoch etwas reparieren müssen. Für die wurde 2018 ein neues Produktprogramm ins Leben gerufen, das selbsterklärend „Ganz ohne Werkzeug“ heißt. Zum Sortiment gehören Bilderkrallen, die man einfach in die Wand drückt, Haken zum Ankleben, Vakuum-Pads als Befestigungsalternative, Reparatur- und Spachtelmasse und Montage-Kleber. Fischer hat damit nicht nur ein weiteres  Produktsegment für sich erschlossen, sondern spricht auch eine neue, jüngere Zielgruppe an. Nicht zuletzt durch einen originellen PoS-Auftritt gelang es, die Produkte in kurzer Zeit in rund 1100 deutschen DIY-Märkten in Deutschland zu platzieren. „Fischer hatte eine klare Zielsetzung, die konzentriert und konsequent realisiert wurde“, lobt die Jury. „Zudem ist es beachtlich, wie schnell der Handel für die neue Produktlinie begeistert wurde.“

Der „beste Marken-Relaunch“ gelang dem Wettanbieter Bwin, dem es vor fünf Jahren geschäftlich alles andere als gut ging. Er hatte mit einem starken Wettbewerb aus austauschbar wirkenden Angeboten zu kämpfen. Gegengesteuert und die Verlustzone wieder verlassen hat das österreichische Unternehmen inzwischen mit einer neuen Marken- und Marketingstrategie, die die Marke konsequent an die Basis der Fußball-Fans heranrückte. Authentisch und passioniert präsentiert sich bwin inzwischen in der Werbung unter dem Motto „Das ist unser Spiel“, im Sponsoring lösten Vereine mit starker lokaler Verwurzelung internationale Mega-Clubs ab. „Eine sehr saubere Repositionierungsstrategie, der Kontakt zu den Fans wurde glaubwürdig hergestellt“, findet die Jury und diagnostiziert „ein beeindruckendes Comeback im schwierigen Sportwetten-Markt“. 

Frosch wurde für die „Beste Nachhaltigkeitsstrategie“ ausgezeichnet. Die Reinigungsmittelmarke des Mainzer Unternehmens Werner & Mertz ist ursprünglich als Vorreiter einer „sanften Chemie“ bekannt. Seit einigen Jahren überzeugt das Unternehmen aber auch mit einer nachhaltigen Verpackungsstrategie, die sich am Cradle-to-Cradle-Prinzip der Kreislaufwirtschaft orientiert: Frosch-Flaschen sind zu 100 Prozent recyclingfähig und bestehen vollständig aus Altplastik. Um auch den Verbrauchern die etwas sperrige Thematik nachhaltiger Verpackung nahezubringen, startete Werner & Mertz 2017 die Saubere-Meere-Kampagne. Sie erklärte den Beitrag der Frosch-Produkte im Kampf gegen Plastikmüll und verankerte diese weitere Facette der Öko-Marke erfolgreich in den Köpfen der Verbraucher. „Ein extrem glaubwürdiger First Mover“, sagt die Jury. „Die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens wird konsequent fortgeführt, mit großer Tragweite für die Gesellschaft.“ 

Die Kategorie „Beste digitale Markenführung“ entschied die Bundeswehr für sich. Um die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, startete das Bundesministerium für Verteidigung bereits 2016 mit Unterstützung der Düsseldorfer Agentur Castenow einen vielbeachteten Videokanal auf Youtube. Acht verschiedene Serien unter der Dachmarke „Bundeswehr Exclusive“ zeigen seitdem authentisch und ungeschminkt den Alltag der Truppe. In den Reality-Dokus sind ausschließlich reale Personen zu sehen, die sich von einem Filmteam begleiten lassen und von ihren Erlebnissen berichten. Bei der Zielgruppe der 17- bis 25-jährigen Männer und Frauen kommt das an: „Bundeswehr Exclusive“ zählt allein auf Youtube mittlerweile über 440.000 Abonnenten. Darüber hinaus ist die Marke auf vielen anderen Plattformen vertreten. Dass die Bewerberzahlen bei der Bundeswehr steigen, schreibt man nicht zuletzt dieser innovativen Content-Offensive zu. „Die Vielfalt der Formate, die sehr originären und kreativen Beiträge überzeugen“, kommentiert die Jury, „und nicht zuletzt der Mut der Bundeswehr, dieses Projekt zu realisieren“. 

Ein Sonderpreis für Grüezi bag

„Passion, Kreativität, technische Kompetenz und ein kleines Stück Wahnsinn“ attestiert die Jury dem Startup-Unternehmer Markus Wiesböck. Mit seinem Unternehmen Grüezi bag produziert er seit 2013 Schlafsäcke, die höchsten Ansprüchen in puncto Qualität, Komfort und vor allem Nachhaltigkeit genügen sollen. Zu Wiesböcks Meisterstücken gehört das Modell „DownWool“, ein Schlafsack aus Wolle und Daune, der – so das Produktversprechen – optimal vor Kälte und Feuchtigkeit schützt. Obwohl es bei Outdoor-Produkten nicht einfach ist, sollen die Materialien für die Schlafsäcke komplett natürlich und nach Möglichkeit biologisch abbaubar sein. Der Biopod „DownWool Ice CompostAble“ ist, wie der Name sagt, sogar kompostierbar. Bislang verkauft Grüezi Bag im deutschsprachigen Raum und in den Benelux-Ländern rund 12.000 Schlafsäcke jährlich. Und Markus Wiesböck tüftelt an weiteren Produktverbesserungen. Die Jury vergibt an Grüezi bag, das in der Kategorie „Beste Nachhaltigkeitsstrategie“ gestartet ist, einen Sonderpreis. „Wir wollen damit auch kleine und sehr kleine Unternehmen mit interessanten Konzepten ermuntern, sich für den Marken-Award zu bewerben“, begründet Jury-Vorsitzender Strauß die Entscheidung. 

Der Marken Award wird seit 2001 verliehen und zeichnet exzellente Leistungen in der Markenführung aus.

Anzeige