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Neue Allzeithochs

Corona-Krise abgehakt: Facebook ist so wertvoll wie nie

Foto: Facebook

Was für einen Unterschied zwei Monate machen können. Mitte März noch sah es so aus, als würden Internet-Unternehmen mit hoher Werbeabhängigkeit an der Wall Street aus allen Wolken fallen. Gestern stellte Social Media-Gigant Facebook nun neue Allzeithochs auf – auch, weil der Börse die neue Shopping-Plattform gefällt.

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Was für einen Unterschied zwei Monate machen können. Mitte März schien an der Wall Street der Himmel einzustürzen. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise hatte Facebook fast 40 Prozent gegenüber seinem wenige Monate vorher aufgestellten Jahreshoch eingebüßt.

Die Meinung der Analysten war einhellig. Facebook würde die Folgen der Corona-Krise wegen seiner Abhängigkeit vom Werbegeschäft deutlicher als andere Internet-Unternehmen zu spüren bekommen. “Werbung ist ein Bereich, den man in unsicheren und volatilen Zeiten leicht reduzieren kann”, gab etwa Collin Colburn, Senior-Analyst beim Marktforscher Forrester Research, zu bedenken.

Facebook-Aktie legte 70 Prozent in zwei Monaten zu

Selbst Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg gab zu: „Die Marketingbranche wird zweifelsohne den Einschlag spüren. Wie groß der sein wird, weiß heute wohl noch niemand.“ Bei den Ende April vorgelegten Quartalszahlen waren die Bremsspuren bereits erkennbar. Finanzchef David Wehner gab zu, dass Facebooks Kerngeschäft Werbung „nicht immun gegen diese Krise“ sei.

Und trotzdem: An der Wall Street kennt die Facebook-Aktie – wie die Anteilscheine der anderen GAFA-Unternehmen – seitdem nur noch eine Richtung: steil nach oben. Nach rational kaum zu erklärenden Kurszuwächsen von 70 Prozent seit den Jahrestiefs Mitte März hat Facebook binnen nur acht Wochen mehr als 250 Milliarden Dollar an Börsenwert gewonnen!

Shopping-Plattform elektrisiert Wall Street

Die Folge: Gerade einmal zwei Monate nach den Corona-Tiefs notiert der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks bei 231 Dollar nunmehr auf neuen Allzeithochs! Die Corona-Krise ist für Facebook-Aktionäre damit offiziell abgehakt – genauso wie für Anteilseigner von Amazon, Microsoft oder Netflix. (Apple und Alphabet sind von neuen Bestmarken ebenfalls nur noch wenige Prozent entfernt.)

Ausgelöst hat die jüngste Kursrallye die Ankündigung der neuen Shopping-Plattform. Wie der drittwertvollste Internetkonzern am Mittwoch mitteilte, können Händler nun unkompliziert Online-Shops erstellen, die über Facebook und Instagram erreichbar sind. Dazu kommt die Möglichkeit des Live Shoppings: Waren können in einem Video-Livestream verkauft werden.

Die Wall Street reagierte euphorisch auf den Vorstoß ins E-Commerce-Segment. Die Analysten der Deutschen Bank sehen in Facebook Shops langfristig bereits ein Umsatzpotenzial von 30 Milliarden Dollar. Sowohl die DZ Bank als auch die Investmentbank Stifel hoben das Kursziel des Social Media-Pioniers auf 260 Dollar an.

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