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Aktie auf Jahreshoch

Spotify bindet Podcast-König Joe Rogan mit Exklusiv-Deal

Auch in der Medienbranche gibt es echte Corona-Krisengewinner. Im Schatten von Netflix erlebt der schwedische Musik-Streaming-Pionier Spotify bislang ein bemerkenswertes Jahr. Grund dafür ist auch ein exklusiver Podcast-Deal, der gestern verkündet wurde.

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An der Wall Street scheint die Corona-Krise abgehakt. Die Technologiebörse Nasdaq notiert nur noch wenige Prozent unter den im Februar aufgestellten Rekordständen, während Vorzeige-Unternehmen wie Amazon und Netflix längst wieder neue Allzeithochs aufgestellt haben.

Auch die lange Zeit schlingernde Spotify-Aktie hat seit Jahresbeginn trotz der Verwerfungen an den Kapitalmärkten deutlich zugelegt und notierte gestern bei 175 Dollar schon wieder auf Jahres- und gleichzeitig 52-Wochen-Hochs.

„The Joe Rogan Experience“ kommt ab September zu Spotify

Maßgeblichen Anteil hatte daran die Verkündung eines Exklusiv-Deals mit einem Podcast-Superstar, der Spotify zu einem Kurssprung von mehr als acht Prozent verhalf. Joe Rogan, mit 190 Millionen Downloads pro Monat im vergangenen Jahr einer der erfolgreichsten Podcaster der Welt, unterschreibt einen Exklusiv-Deal beim Streaming-Pionier.

Ab September diesen Jahres wird sein Podcast „The Joe Rogan Experience“ zunächst auch und zum Jahresende nur noch auf Spotify zu hören und sehen sein, wie Rogan auf Twitter verkündete. Das Podcast-Angebot soll kostenlos bleiben. Der Lizenzdeal soll Rogan mehr als 100 Millionen Dollar bescheren, wie das Wall Street Journal berichtet.

Der 52-jährige Stand-up-Comedian gilt als der große Star der Podcast-Branche. Rogan brachte nicht nur vor knapp zwei Jahren Tesla-Chef Elon Musk dazu, in seinem Podcast einen Joint zu rauchen und krude Äußerungen abzugeben, sondern interviewte in seinen inzwischen 1476 Episoden auch immer wieder Prominente aus der Politik und Popkultur wie Bernie Sanders, Edward Snowden, Mike Tyson, Mel Gibson oder Jay Leno.

Aggressive Wette auf Milliardenmarkt

Seit rund einem Jahr hat der schwedischen Streaming-Pionier seine Bemühungen im neuen Audio-Boom-Segment signifikant intensiviert. 2019 überraschte Spotify mit einer wahren Shopping-Tour: Das 14 Jahre alte Unternehmen übernahm für spektakuläre 230 Millionen Dollar das Podcast-Label Gimlet Media. Zukäufe der App Anchor und des Sport-Podcast-Netzwerks The Ringer folgten.

Die Übernahmen „werden uns dabei helfen, die führende Plattform für Podcast-Entwickler auf der ganzen Welt und der führende Hersteller von Podcasts zu werden“, zeigte sich Gründer und CEO Daniel Ek bereits im vergangenen Jahr angriffslustig. Es folgten exklusive Content-Kooperationen wie mit Barack Obama und seiner Frau Michelle oder etwa im deutschsprachigen Raum mit den Hit-Formaten Gemischtes Hack“ und „Herrengedeck“.

Spotify weiter deutlich vor Apple Music

Podcasts werden als großer neuer Werbe-Wachstumsmarkt betrachtet. Nach Einschätzung des Finanz-Beratungsunternehmens Guggenheim Partners sollen die durch Podcasts erzielten Werbeumsätze im kommenden Jahr bereits die Marke von einer Milliarde Dollar knacken.

Im Duell um die Vormachtstellung auf dem umkämpften Streaming-Markt liegt Spotify weiter deutlich vor Apple Music, das seit knapp einem Jahr seine Nutzerzahlen nicht mehr kommuniziert hat. Ende Juni 2019 brachte es das Musik-Netzwerk des iPhone-Herstellers auf 60 Millionen zahlende Mitglieder, während Spotify bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz per Ende März mehr als 130 Millionen zahlende Abonnenten und insgesamt 286 Millionen Mitglieder ausweisen konnte.

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