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Neue Studie

Wie Googles Werbedominanz Verlage untergräbt

Dem zweitwertvollsten Internetkonzern der Welt droht neuer Ärger von der Justiz. Nach Medienberichten muss sich Google in den USA auf ein neues Kartellverfahren einstellen. Die Ermittlungen beschäftigen sich mit einem möglichen Monopolmissbrauch bei der Suche, dem mobilen Betriebssystem Android und dem Anzeigengeschäft. Eine neue US-Studie unterfüttert die Vorwürfe.

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Google ist schwere Vorwürfe von der Justiz gewohnt. Bereits drei Mal wurde der knapp 22 Jahre alte Internet-Pionier von der EU-Komission zu einer Milliardenstrafe verdonnert – nun droht neuer Ärger im Heimatmarkt.

Wie das Wall Street Journal am Wochenende berichtete, könnte das US-Justizministerium bereits im Sommer ein Kartellverfahren den Internet-Giganten anstrengen. Bei den Ermittlungen geht es um Googles Dominanz auf dem Markt der Digitalwerbung. Im Kern geht es dabei um den Einsatz der Suchmaschine, des mobilen Betriebssystems Android und das Geschäftsgebaren beim Anzeigenverkauf.

Marktmacht bei der Suche als Sprungbrett benutzt

Inhaltlich untermauert wird die absehbare Anklage durch eine neue Studie des Omidyar Networks, die heute veröffentlicht wurde. In dem 38-seitigen Papier mit dem Titel „Ein Fahrplan für ein Digitalwerbung-Monopolverfahren gegen Google“, das zwei frühere Rechtsexperten der Obama-Regierung verfasst haben, werden umfassende Argumente für eine Ausnutzung der Marktmacht vorgestellt.

Die Autoren David Dinielli und Fiona Scott Morton werfen Google dabei vor, dass es seine dominierende Marktposition bei der Internetsuche bei der Monetarisierung von Anzeigen (Display Ads) ausnutze. „Viele glauben, dass die Google-Suche die weltbeste Suchmaschine sei“, erklärt das Autoren-Duo in der Studie.

„Das Argument (der Studie – A.d.R.) ist aber ein anderes. Es geht darum, wie Google seine Marktmacht, die es in der Suche bereits besaß, seit über einem Jahrzehnt als Sprungbrett benutzt hat, um eine immer größere Zahl von miteinander verbundenen wettbewerbsfeindlichen Taktiken zu entwickeln.“

US-Studie: 40 Prozent für Werbevermittlung kassiert

So kassiere Google allein für die Vermittlung einer Anzeige zwischen einem Werbetreibenden und einem Verlag, bei dem die Anzeige ausgespielt werde, 40 Prozent eines Werbedollars, rechnet die 2004 gegründete „philanthropische Investmentfirma“ des eBay-Mitgründers Pierre Omidyar in der Studie vor. In einem Markt, in dem offener Wettbewerb herrschen würde, würde Google mit der Anzeigen-Vermittlung weniger verdienen, argumentieren Dinielli / Morton – und Verlage entsprechend mehr kassieren.

Die Folge: „Dies führt dazu, dass sie (Verlage – A.d.R.) weniger in ihr Geschäft und in ihre Inhalte investieren können. Verlage wachsen und gedeihen daher nicht, weil der Überschuss, den sie erwirtschaftet haben, von Google einbehalten wird.“ Auch durch die Google-Suche untergrabe der Internet-Riese die Erlösmöglichkeiten von Verlagen.

Google selbst widerspricht den Vorwürfen vehement. „Der Wettbewerb blüht. Verlage und Marketer haben eine enorme Auswahl“, erklärte ein Sprecher gegenüber dem Techportal Wired. Der Preis von Digitalanzeigen sei zudem in der vergangenen Dekade um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

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