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Aus für News-Angebot in Großbritannien und Australien

Buzzfeed konzentriert sich auf US-Berichterstattung

Neuer Kahlschlag bei einem der führenden Digitalverlage. Buzzfeed stellt sein News- Angebot in Großbritannien und Australien ein und kündigt den betroffenen Mitarbeitern. Die neuerlichen Sparmaßnahmen sind Folgen der Corona-Krise, in der dem klickträchtigen Online-Portal die Anzeigenerlöse stärker wegbrechen als zunächst erwartet. Im April wurde bereits der deutsche Ableger zum Verkauf gestellt.

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Buzzfeed hat nach Ausbruch der Corona-Krise schnell Klartext geschrieben. Unter dem Titel “Das Coronavirus ist ein Mediensterbe-Ereignis” skizzierte Buzzfeed News-Reporter Craig Silverman Ende März ein nahezu apokalyptisches Szenario für die Verlagsbranche. “Die Finanzkrise 2008 hat 19 Prozent der Zeitungsumsätze ausradiert – die nie wiederkamen. Das Coronavirus gestaltet sich schlimmer”, schrieb Silverman.

Die Konsequenzen hat Buzzfeed umgehend selbst gezogen. Einen Tag später verkündete CEO Jonah Peretti Gehaltsreduzierungen. Zwei Wochen später vollzog der Digitaljournalismus- Pionier bei seinem Deutschland-Ableger die 180-Gradwende und stellte Buzzfeed Deutschland zum Verkauf.

Buzzfeed News in Großbritannien und Australien aufgegeben

Einen Monat danach scheint die Auslandsexpansion nun in der Gesamtheit weitgehend beendet. Wie gestern bekannt wurde, zieht Buzzfeed bei seinem News-Angebot in Großbritannien und Australien den Stecker. In beiden Ländern wird die lokale Berichterstattung eingestellt – 14 Mitarbeiter wurden beurlaubt.

Einige Mitarbeiter wolle das 14 Jahre alte Medienunternehmen, das einst mit 1,5 Milliarden Dollar bewertet wurde, trotzdem behalten und die News-Angebote künftig in beiden englischsprachigen Ländern auf eine globalere Zielgruppe zuschneiden. “Aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen konzentrieren wir unser Angebot auf Nachrichten, die in den USA einen großen Einfluss haben”, kommentierte der Digitalpionier den Rückzug.

Fokussierung auf US-Berichterstattung

Vergangene Woche hatte Peretti gegenüber der einheimischen Belegschaft eingestanden, dass die “Umsatzeinbrüche größer sind als erwartet”. Die Folge: Gehaltsreduzierungen und Zwangsurlaub für 68 Mitarbeiter, wie CNN Business berichtet.

Im Geschäftsjahr 2018 sollen sich die Verluste der Auslandstöchter in Großbritannien, Deutschland und Brasilien bereits auf ein Minus von knapp neun Millionen Dollar vervierfacht haben. In den sozialen Medien wird das Aus des lokalen News-Angebots in Großbritannien von einheimischen Journalisten unterdessen sehr bedauert. “Das ist eine sehr traurige Medien-News”, twitterte etwa Amal Rajan, Medienredakteur der BBC.

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