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Disney

Mit elf Milliarden Dollar neuen Schulden gegen die Corona-Krise

Um sich gegen die Corona-Krise zu wappnen, macht Disney so viel neue Schulden wie noch nie. Gleich 11 Milliarden Dollar frische Mittel nimmt Disney am Bondmarkt mit Anleihen auf, die bis ins Jahr 2060 reichen. Schneller in der Gegenwart kommt unterdessen der neue Streaming-Dienst Disney+ an, der bereits im Juli die eigentlich für 2021 geplante Verfilmung des Musical-Hits „Hamilton“ zeigen will

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Der dreifache Punch hat schwere Wirkungstreffer hinterlassen. In der Corona-Krise bricht Disney im Fernsehgeschäft die Werbung weg, Kinostarts müssen verschoben werden, und obendrein sind die hochprofitablen Themenparks im größten Teil der Welt geschlossen.

Die Folgen waren in der vergangenen Woche zu besichtigen. Das Dow Jones-Mitglied musste bei Vorlage der Geschäftsbilanz für das abgelaufene März-Quartal einen erdrutschartigen Gewinneinbruch von über 90 Prozent verkraften.

Wochen zuvor hatte Disney sogar einer historischen Wachablösung in der Medienindustrie zusehen müssen: Netflix zog an der Wall Street nach dem Börsenwert am langjährigen Branchenprimus vorbei und darf sich seit Mitte April nicht mehr wertvollster Medienkonzern der Welt nennen.

17 Milliarden Dollar Schulden in der Corona-Krise

Um sich für die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen zu rüsten, ist der 97 Jahre alte Unterhaltungsgigant nunmehr auf dem Bondmarkt aktiv geworden und hat gleich sechs neue Anleihen mit Fälligkeit zwischen Januar 2026 und Mai 2060 aufgelegt, wie aus einer Pflichtmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, die dem Branchenportal The Wrap vorliegt.

Durch die sechs Unternehmensanleihen türmen sich neue Schulden in Rekordhöhe auf: gleich elf Milliarden Dollar fließen auf die Konten des Filmpioniers – “für allgemeine Geschäftszwecke”, wie es in der Pflichtmitteilung hieß. Dazu zählt u.a. die Bedienung von Altschulden, die durch die teuer – und zur Hälfte in bar – bezahlte Übernahme der Großteile von 21st Century Fox in schwindelerregende Höhen von über 50 Milliarden Dollarangewachsen ist.

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise im März hat Disney den Bondmarkt in drei Tranchen insgesamt über 17 Milliarden Dollar – und damit so viel wie kein anderes Medien- oder Tech-Unternehmen – angezapft, wie Branchenblatt Variety dokumentiert.

Disneyland in Shanghai öffnet wieder

Vorsichtig gute Nachrichten kamen dagegen aus Asien, wo die Corona-Pandemie zu Jahresbeginn ihren Anfang genommen hatte. Die seit Ende Januar geschlossenen Themenparks beginnen im Fernen Osten wieder zu öffnen.

Am gestrigen Montag öffnete Disneyland Shanghai, Disneys größter Themenpark in Asien, nach dreieinhalb Monaten Pause wieder seine Pforten – wenn auch nur auf Sparflamme mit 30 Prozent der früheren Kapazitäten. “Wir werden bei Wiedereröffnungen unserer Themenparks sehr konservativ vorgehen”, erklärte der neue Disney-CEO Bob Chapek gestern. Wann die Disneyland-Themenparks in der westlichen Welt wieder eröffnen sollen, ist weiter offen.

„Hamilton“-Verfilmung startet im Juli auf Disney+

Fakten schuf Disney unterdessen bei seinem neuen Streaming-Dienst, der es knapp ein halbes Jahr nach seinem Start bereits auf über 54 Millionen Abonnenten bringt. Statt wie ursprünglich geplant im Herbst 2021 zeigt Disney die Verfilmung des Musical-Hits “Hamilton” über das Lebens des amerikanischen Gründungsvaters Alexander Hamilton nunmehr bereits am 3. Juli – und zwar exklusiv auf Disney+.

“Der Schritt unterstreicht, dass sich das Filmstudio in einer Zeit, in der das Filmgeschäft durch die Pandemie zunehmend lahmgelegt ist, zunehmend auf Disney+ verlässt”, ordnete Variety ein. “Hamilton” ist nicht der einzige Film, der eigentlich für das Kino produziert wurde und nun für den Streaming-Dienst vorgezogen wird. Im Juni soll die Verfilmung der Romanserie “Artemis Fowl”, die eigentlich im Mai in die Kinosälen kommen sollte, nunmehr auf Disney+ zu sehen sein.

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