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“Spiegel-Soli”

50 Spitzenverdiener sollen auf Teile ihres Gehalts verzichten

Foto: Der Spiegel

Nach Axel Springer, Zeit und Handelsblatt könnten auch beim Spiegel-Verlag, Führungskräfte auf Gehalt verzichten. So sollen 50 Führungskräfte der Mediengruppe freiwillig Teile ihres Salärs abgeben. Das eingesparte Geld soll dazu dienen, die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für den Verlag abzumildern

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In der Spiegel-Gruppe ist eine Diskussion entbrannt, einen “Spiegel-Soli” einzuführen. Demnach sollen 50 Spitzenverdiener freiwillig auf Teile ihrer Bezüge verzichten, um die Beschäftigung im Hamburger Verlagshaus zu sichern. Dies geht aus einer Mitteilung des Betriebsrats hervor, die MEEDIA vorliegt. “Wir freuen uns, dass im Haus darüber nachgedacht wird, wie wir die Belastung durch die Corona-Krise auf möglichst viele Schultern verteilen könnten”, erklären die Arbeitnehmervertreter darin. Sie müssen aber zuvor noch klären, wie viel Geld in der Top-Etage eingesammelt werden könnte und auf welchem Weg.

Kurzarbeit auch bei Spiegel TV möglich

Unklar sei auch noch, wie das Geld konkret eingesetzt beziehungsweise “wie lange dadurch Beschäftigung gesichert werden kann, zum Beispiel für Menschen mit befristeten Verträgen”, schreibt der Betriebsrat. Die Führungsspitze des Spiegel-Verlags will mit dem “Spiegel-Soli” helfen, die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für den Verlag zu mildern. Das Printhaus leidet vor allem in der Vermarktung unter erheblichen Anzeigenrückgängen und will zehn Millionen Euro einsparen. Diverse Abteilungen haben bereits Kurzarbeit angemeldet. Von staatlichen Hilfen durch die Agentur für Arbeit ausgenommen sind bislang die Redaktionen und die Dokumentation. Doch das könnte sich bald ändern. Der Betriebsrat verhandelte hierüber mit der Spiegel-Spitze. Möglich ist, dass auch bei Spiegel TV Kurzarbeit eingeführt wird.

Gehaltsverzicht bei Medienhäusern

Dies sei “im zweiten Halbjahr möglich”, heißt es beim Verlag. Zum “Spiegel-Soli” hält sich eine Firmensprecherin indes bedeckt: “Wir befinden uns also noch mitten im Prozess der Ausgestaltung von Maßnahmen zur Ergebnissicherung. Darüber sind die Geschäftsleitung und die Betriebsräte im Austausch.” Die Spiegel-Gruppe ist nicht das einzige Medienhaus, in der Führungskräfte in der Corona-Krise auf Gehalt verzichten. Wie bekannt, will der Vorstand und Aufsichtsrat des Berliner Springer-Konzerns von April bis Juni sein Salär um 20 Prozent kürzen, um auf Umsatzrückgänge zu reagieren. Damit will sich die Führungsspitze auch solidarisch gegenüber der Belegschaft zeigen, die sich zum Teil in Kurzarbeit befindet.

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