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Ex-Guardian-Chefredakteur an Bord

Facebook präsentiert Mitglieder für Beschwerdegremium

© Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Facebook hat die ersten 20 Mitglieder eines unabhängigen Gremiums vorgestellt, das bei Streit zwischen dem sozialen Netzwerk und seinen Nutzern entscheiden soll. Zum prominenten Kreis zählt unter anderem der ehemalige Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger.

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Beim unabhängigen Facebook-Gremium, das bei Streit zwischen dem Online-Netzwerk und den Nutzern entscheiden soll, stehen die ersten 20 Mitglieder fest. Darunter sind die ehemalige dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, Friedensnobelspreisträgerin Tawakkol Karman sowie der einstige Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger, wie am Mittwoch bekannt wurde. Das US-Unternehmen hatte bereits im November 2018 angekündigt, ein solches Gremium zu starten.

Nutzer sollen das Gremium in der ersten Phase bei einer aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Löschung von Inhalten einschalten können. Später soll es auch um die Forderung nach Entfernung von Inhalten anderer Leute oder um gelöschte Gruppen und Facebook-Seiten gehen. Zugleich kann Facebook selbst das Gremium bei diversen Fragen zum Umgang mit Werbung, Gruppen oder Seiten anrufen. Die Mitglieder sind keine Angestellten des Unternehmens, alle Entscheidungen sollen zudem öffentlich gemacht werden.

Facebook gibt Nutzern bereits die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Löschung von Inhalten beim Online-Netzwerk einzulegen. Das unabhängige Gremium ist als nächste Eskalationsebene gedacht, insbesondere für schwierige oder grundsätzliche Fälle. Facebook verpflichtet sich, die Entscheidungen binnen sieben Tagen umzusetzen. Wie das Portal Theverge berichtet, sollen die Entscheidungen verschiedene Richtlinien zur Content-Moderation auf Facebook und Instagram bieten. Whatsapp soll aus Gründen den Datenschutzes nicht dazu zählen.

Das Gremium soll bei voller Besetzung rund 40 Mitglieder haben. Entscheidungen zu einzelnen Fällen sollen in Gruppen aus fünf Mitgliedern formuliert und dann dem gesamten Gremium vorgelegt werden. Das Online-Netzwerk will zunächst über eine Stiftung eine Finanzierung für die nächsten sechs Jahre bereitstellen – und dann auf Basis der Kosten in dieser Zeit auf längere Dauer.

tb/dpa

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