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"A-Loch-Gate"

Akte „A-Loch-Gate“ geschlossen: Sixtus zieht vor Gericht gegen Kai Diekmann zurück

Twitterbeef Diekmann vs Sixtus

Corona-Langeweile? Diekmann und Sixtus wissen sich zu helfen? Foto: Imago

Es war ein deftiger Twitter-Beef, der die Branche amüsiert hat: Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann vs. Publizist Mario Sixtus. Letzterer fühlte sich von Diekmann auf Twitter als „Arschloch“ beschimpft und zog vor Gericht. Jetzt ist der Fall vom Tisch. Sixtus hat zurückgezogen.

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Kurz noch einmal die Causa: Diekmann twitterte „: Arschlöcher direkt blockieren! Mit @sixtus fange ich direkt an….“

Sixtus, kein ausgewiesener Freund des früheren Bild-Chefs, fühlte sich beleidigt und bei der Ehre gepackt und schaltete seinen Anwalt ein, der ein Unterlassungsbegehren beim Landgericht Berlin einreichte. Sixtus sah sein Ansehen von Diekmann „in der Öffentlichkeit in erheblichem Maße“ herabgesetzt und seinen „guten Ruf beeinträchtigt“. Der Diekmann-Tweet würde seine Persönlichkeitsrechte verletzen und den Straftatbestand der Beleidigung erfüllen.

Diekmann veröffentlichte nicht nur genüsslich das Anwaltsschreiben. Er machte sich in der Folge einen Spaß daraus, Twitter-Äußerungen von Mario Sixtus zu sammeln und zu veröffentlichen, in denen dieser selbst freigiebig das A-Wort verteilte. Die ganze Affäre kann man hier nochmal in allen haarsträubenden Details nachlesen. Boris Palmer kommt auch vor.

Der Beef erzeugte reichlich Buzz und brachte Kai Diekmann auf Twitter eine erkleckliche Zahl an Likes und neuen Followern ein. Jetzt ist der Fall gerichtlich beigelegt. Wie das LG Berlin MEEDIA auf Nachfrage bestätigt, wurde das Verfahren „ohne gerichtliche Entscheidung in der Sache“ beendet.

Pro-Tipp vom Gericht

Tatsächlich hat das Gericht nach Informationen von MEEDIA Sixtus selbst eine Art „Pro-Tipp“ gegeben und ihm, bzw. seinem Anwalt explizit Gelegenheit gegeben, den Antrag auf Unterlassung zurückzuziehen, da Bedenken bestünden. So hat das Gericht durchaus mitbekommen, dass Sixtus den Begriff „A-Loch“ selbst nutzt und sogar empfehle, Leuten, die sich über zu viel politische Korrektheit und über Sprachpolizei aufregen, „Arschloch“ zu nennen. Die gewählte Ausdrucksweise Diekmanns halte dem Antragssteller quasi den Spiegel vor, meint das Gericht.

Das Gericht drückte sich hier zwar gewählter aus als die beiden Streithähne, ließ es an Deutlichkeit aber freilich nicht mangeln. Zwar teile der Sixtus-Anwalt nicht die Bedenken des Gerichts, es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sein Mandant bei einer Verneinung einer Formalbeleidigung fortdauernd in den sozialen Medien beleidigt werde. Und das will auch ein Sixtus nicht. Vermutlich eine Frage der Ehre. Also: Rückzug!

Durchaus erstaunlich, mit welchen Fällen sich deutsche Gerichte bisweilen befassen müssen.

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