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Weltweiter Musikmarkt 2019

Hälfte der Einnahmen kommt erstmals vom Streaming

Foto: Imago

Angesichts der Corona-Krise hatte der weltweite Dachverbamd der Musikbranche IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) die Vorstellung der Weltmarktzahlen zunächst verschoben. Nun legte er seinen „Global Music Report“ aber doch vor. Und auch wenn die Pandemie die Bedeutung von Bilanzen aus dem Vorjahr verblassen lässt, so findet sich doch ein digitaler Meilenstein im Zahlenwerk.

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Von Knut Schlinger

Erstmals nämlich entfielen mehr als die Hälfte der globalen Einnahmen der Musikunternehmen aus der Vermarktung von Recorded Music auf das Streaming. Formatübergreifend, also über die verschiedenen Audio- und Videodienste hinweg, wuchsen die Streamingumsätze um 22,9 Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar, und sorgten damit für 56,1 Prozent der Umsätze der Plattenfirmen. Bezahlte Premiumabos gaben dabei das Tempo vor: In diesem Bereich stiegen die Umsätze um 24,1 Prozent, die Zahl der Nutzer in diesem Bereich kletterte laut IFPI-Berechnungen bis Ende 2019 im Vorjahresvergleich um 33,5 Prozent auf 341 Millionen.

Streaming treibt Musik-Umsätze

Das Umsatzplus im Streaming sorgte unterm Strich zudem für erneute Zuwächse im weltweiten Musikmarkt: Laut IFPI nahmen die Musikunternehmen 2019 insgesamt 20,2 Milliarden Dollar mit Recorded Music ein, 8,2 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Damit erreichten die branchenweiten Einnahmen ein Volumen wie zuletzt 2004, obwohl es 2019 nicht ganz an die Wachstumsdynamik von 2019 herankam, als das Plus bei fast zehn Prozent lag.

Während das Streaming weiter als Wachstumsmotor fungierte, gaben die Umsätze aus dem physische Geschäft mit CDs, LPs und anderen Tonträgern 2019 um 5,3 Prozent nach. Im Vorjahr lag das physische Minus noch bei 10,1 Prozent. Vinyl erlebte derweil mit einem globalen Plus von 5,3 Prozent erneut einen Aufschwung.

In Europa ging es formatübergreifend und über die verschiedenen Nationen hinweg um 7,2 Prozent voran, wobei die IFPI den deutschen Musikmarkt mit 5,1 Prozent im Plus sieht. Damit kommen die Hochrechnungen des Dachverbands fast an die Wert des Bundesverbands Musikindustrie heran, der die Einnahmen der Plattenfirmen hierzulande bereits im Februar in seiner Jahresbilanz für 2019 auf 8,2 Prozent taxiert hatte.

Lateinamerika ist wachstumsstärkste Region

Lateinamerika stellte nun schon im fünften Jahr in Folge im internationalen Vergleich die wachstumsstärkste Region mit Zuwächsen von 18,9 Prozent, während Nordamerika mit den USA und Kanada und einem Umsatzplus von zusammen mehr als zehn Prozent weltweit der größte Markt blieb.

Was 2020 und die Covid-19-Pandemie mit dem globalen Musikmarkt machen, dazu wagt die IFPI noch keine Prognose: Die nun vorgelegten Zahlen könnten angesichts der jüngsten Entwicklungen nur „eine Momentaufnahme“ sein, räumte IFPI-CEO Frances Moore bei der Vorstellung des Jahresberichts ein.

Die Covid-19-Pandemie sorge nun für Herausforderungen, die noch vor wenigen Monaten unvorstellbar waren: „Angesichts einer globalen Tragödie hat sich die Musikgemeinschaft zu verschiedenen Bemühungen zusammengeschlossen, um die Betroffenen zu unterstützen“, bilanzierte Moore. Dies sei auch weiterhin die Priorität, „da unsere Mitgliedsfirmen weiterhin daran arbeiten, die Karrieren von Künstlern, Musikern und Mitarbeitern auf der ganzen Welt zu unterstützen“.

Dieser Text ist eine Übernahme aus der Musik Woche, die wie MEEDIA bei Busch & Glatz erscheint.

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