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Jasper von Hardenberg

Nicht schubsen, ich bin ein Blackberry

Jasper von Hardenberg – Foto: CRTN; Montage: Meedia

Drei Tage als Student auf der IFA zu arbeiten, ist schon okay. Kommt aber dann doch drauf an, als was. Jasper von Hardenberg gibt Einblicke in seinen schlimmsten Job.

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Eine Freundin hatte mich kurzfristig für einen dreitägigen Job auf einem Messestand der IFA angeworben. Ein Kollege sei ausgefallen. Einzige Vorgabe: Man solle doch bitte schwarze Kleidung tragen. Als Marketing-Student war ich ziemlich technikaffin und erhoffte mir, dass ich bei der Messe viel Neues lernen würde, vielleicht Handys präsentieren könnte. Für mein All-Black-Messe-Outfit hatte ich sogar extra Klamotten eingekauft und trug es mit Stolz. Nur: Es wurde dann gar nicht benötigt. Ein Kollege und ich mussten nämlich als Blackberry-Maskottchen mit überdimensionierten Füßen und Händen durch die Hallen wandern, im Spätsommer 2005 – irre heiß. Bei der Einweisung wurde uns gar stolz das Upgrade der Kostüme präsentiert: ein Prozessorlüfter, der sollte uns mit frischer Luft versorgen. Betrieben von einer 9-Volt-Blockbatterie. Yeah! Im Vorjahr seien die Maskottchen mehrmals ohnmächtig geworden. So hatte ich mir meinen IFA-Job nicht vorgestellt.

Immerhin hat der Lüfter gegen den Sauerstoffmangel angekämpft, mir aber auch das ein oder andere Haar ausgerupft. Ich habe mich dem Messe-Chaos in meiner Montur hilflos ausgeliefert gefühlt. Meist kamen wir keine 30 Meter vom Stand weg, da haben uns die Werbegeschenkjäger die Frisbees und Kugelschreiber schon aus den Taschen gegriffen. Können Sie sich vorstellen, was einige wenige Besucher besonders lustig fanden (und ich eher nicht)? Maskottchen schubsen und weglaufen. Dass ich den Job nicht schon nach Tag 1 hingeworfen habe, liegt wohl an einer generellen Leidensbereitschaft: Auch wenn Dinge schlecht laufen, ziehe ich sie durch, normalerweise. Als Maskottchen in der Sporthalle zu arbeiten, das in der Pause zehn Minuten gefeiert wird, mag echt in Ordnung sein. Aber von morgens bis spätnachmittags durch überfüllte, heiße Messehallen laufen? Nein, ganz ehrlich, nie wieder würde ich diesen Job machen! Und ich werde auch nie Maskottchen schubsen. Versprochen.

Jasper von Hardenberg leitet CRTN, eine strategische Marketing-Agentur.


Auch schon mal dem Grauen ins Gesicht geschaut? Schreiben Sie uns: meinschlimmsterjob@meedia.de

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