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The Guardian: Corona-Krise beschert Boom an Digitalabos und Leserspenden

Qualitätsjournalismus wird von den Lesern honoriert – vor allem in Krisenzeiten. Diese erfreuliche Erfahrung hat The Guardian in den vergangenen Monaten gemacht. Die britische Tageszeitung, die zu einem Gutteil von der Spendenbereitschaft ihrer Leser lebt, hat nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie Rekordzuwächse an Zuwendungen und Digitalabos verzeichnet.

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Zu Wochenbeginn konnte sich die 199 Jahre alte britische Traditionszeitung zunächst über einen Ritterschlag des Reuters Institutes for the Study of Journalism freuen. In einer Umfrage, welches Print- oder digitale Nachrichtenmedium in der Corona-Krise die beste Berichterstattung leistete, gaben die britischen Leser The Guardian mit Abstand vor The Times und dem Daily Telegraph den Vorzug.

Dass sich der Vertrauensbeweis auch in der Geschäftsentwicklung widerspiegelt, konnte Chefredakteurin Katharine Viner gestern verkünden. Dabei ist das Geschäftsmodell der 1821 in Manchester gegründeten Tageszeitung eine Anomalie in der modernen Zeitungswelt: Im Gegensatz zur nationalen Konkurrenz und zu den US-Prestigeblättern New York Times, Washington Post oder dem Wall Street Journal setzt der Guardian nicht auf eine Paywall, sondern vor allem auf die Spendenbereitschaft seiner Leser.

Die Spendenbereitschaft der Guardian-Leser steigt

Und die Rechnung geht auf. Im vergangenen Jahr gelang dem Mutterkonzern Guardian News & Media nach 21 Jahren in den roten Zahlen der Turnaround, der vom steigenden Zuwachs der sogenannten „Leser-Umsätze“ (Englisch: reader revenues) getragen wurde. Im Geschäftszeitraum zwischen Anfang April 2019 und Ende März 2020 beschleunigte sich die Zuwendungsbereitschaft der treuen Leserschaft erneut.

So stieg die Anzahl der regelmäßigen Unterstützer des Guardian binnen der vergangenen zwölf Monate um 23 Prozent von 655.000 auf nunmehr bereits 821.000. 446.000 Leser davon spenden regelmäßig einen Betrag ihrer Wahl oder steuern als Gönner mindestens 100 Pfund pro Monat bei. (Das langfristige Spendenpotenzial sehen Branchenbeobachter gar bei über zwei Millionen regelmäßig zahlenden Leser.)

Beschleunigter Leserzuwachs in der Corona-Krise

Die Zahl der Digital-Abonnenten, die für 15 Euro im Monat mit The Guardian Daily und Guardian Live zwei exklusive Smartphone- und Tablet-Apps nutzen können, zog unterdessen deutlich um 39 Prozent von 191.000 auf 265.000 Nutzer an. Selbst die Zahl der Printabonnenten legte in den vergangenen zwölf Monaten um drei Prozent auf das Rekordhoch von nunmehr 111.000 zahlenden Zeitungslesern zu.

„In den vergangenen zwölf Monaten hat der Guardian einer nie dagewesenen Leserschaft unabhängigen, fakten-basierten Journalismus geboten. Die Leserschaft und die finanzielle Unterstützung unserer Leser sind in den vergangenen zwei Monaten der Corona-Krise im Rekordtempo gewachsen“, freute sich Katharine Viner über die loyale Unterstützung in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten.

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