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Brutto-Werbeumsätze der TV-Sender

Sky bricht durch Bundesliga-Pause ein, Sat.1 rutscht tiefer ins Minus

Das deutsche Fernsehen hat im März durch die Corona-Krise weniger Geld mit Werbung eingenommen wie vor einem Jahr. Zwar liegt die Branche laut Nielsen brutto nach Ablauf des März noch 2,1% im Plus, doch nach dem Februar betrug dieses Plus noch 4,0%. Zu den Verlierern gehören nun vor allem Sky und Sat.1, glimpflich davon gekommen sind bislang u.a. RTL und Vox.

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RTL setzte laut Nielsen in den Monaten Januar bis März 746,23 Mio. Euro mit Werbung um. Brutto wohlgemerkt, also ohne Beachtung von Rabatten, Gegengeschäften, etc. Die Netto-Zahlen kennen nur Sender und Vermarkter selbst – aber nicht die Öffentlichkeit. RTL liegt damit noch 4,2% über dem Vorjahr, nach dem Februar waren es noch 5,3%.

Klar im Minus liegen die beiden größten Verfolger ProSieben und Sat.1, deren Zahlen nach dem ersten Quartal nun 3,2% und 3,5% unter dem Vorjahreszeitraum liegen. Insbesondere für Sat.1 ging es dabei im März klar weiter nach unten, während ProSieben sein 5,0%-Minus, das der Sender nach Ablauf des Februars noch verzeichnete, sogar verringern konnte.

Der größte Verlierer des Nielsen-Rankings heißt inzwischen aber Sky: Durch die Corona-bedingten Pausen der Fußball-Wettbewerbe wie Bundesliga, 2. Liga, DFB-Pokal, Champions League und Premier League rutschte Sky im ersten Quartal um 11,6% unter den Vorjahreszeitraum. Fast 20 Mio. Euro weniger setzte der Pay-TV-Anbieter brutto mit Werbung um. Zum Vergleich: Nach Ablauf des Februars lag man noch 7,7 Mio. Euro bzw. 7,4% im Plus! Der März sah für Sky in Sachen Werbevermarktung also dramatisch aus. Ob die verlorenen Umsätze zu späteren Zeitpunkten, wenn die Spiele nachgeholt werden, noch in gleichem Ausmaß reinkommen und das Minus wieder ausgleichen, ist zudem noch völlig unklar.

Deutlich über den Zahlen des Vorjahres liegen nach Ende des März noch Sender wie Nitro, Sat.1 Gold, TLC, RTL Plus, Servus TV, Kabel Eins Doku und Zee.One.

Nielsen: TV-Sender nach Brutto-Werbeumsatz Januar-März 2020

Umsatz brutto vs. 2019 absolut vs. 2019 in % MA 2020 MA 2020 vs. 2019
1 RTL 746,23 30,29 4,2 20,4 0,4
2 ProSieben 495,99 -16,47 -3,2 13,5 -0,7
3 Sat.1 430,60 -15,54 -3,5 11,8 -0,7
4 Vox 339,19 22,11 7,0 9,3 0,4
5 Kabel Eins 239,54 -2,90 -1,2 6,5 -0,2
6 RTL Zwei 226,57 2,02 0,9 6,2 -0,1
7 Sky Media 152,00 -19,99 -11,6 4,1 -0,6
8 DMAX 97,57 -0,74 -0,7 2,7 -0,1
9 Sport1 91,65 7,66 9,1 2,5 0,2
10 ZDF 86,23 3,54 4,3 2,4 0,0
11 Das Erste 82,09 3,20 4,1 2,2 0,0
12 Tele 5 74,09 3,73 5,3 2,0 0,1
13 Sixx 69,23 5,19 8,1 1,9 0,1
14 Super RTL 66,92 3,32 5,2 1,8 0,1
15 Welt 53,35 -1,00 -1,8 1,5 -0,1
16 Nitro 52,96 5,46 11,5 1,4 0,1
17 ProSieben Maxx 45,52 0,20 0,4 1,2 0,0
18 Sat.1 Gold 41,71 7,24 21,0 1,1 0,2
19 TLC 41,21 6,48 18,7 1,1 0,2
20 Comedy Central 40,04 0,50 1,3 1,1 0,0
21 Disney Channel 37,80 2,15 6,0 1,0 0,0
22 NTV 33,34 -0,29 -0,9 0,9 0,0
23 RTL Plus 23,49 5,49 30,5 0,6 0,1
24 Eurosport 19,34 1,41 7,9 0,5 0,0
25 Home & Garden TV 16,22 0,4 0,4
26 Servus TV Deutschland 15,46 1,81 13,2 0,4 0,0
27 MTV 14,14 -1,06 -7,0 0,4 0,0
28 Kabel Eins Doku 12,45 3,47 38,6 0,3 0,1
29 Zee.One 11,20 2,39 27,1 0,3 0,1
30 Nickelodeon 6,94 -1,19 -14,6 0,2 0,0
*Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro // Daten-Quelle: Nielsen, TV-Sender / Tabelle: MEEDIA	

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte und Austauschgeschäfte werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Anbieter, Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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