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Umbau bei Burda: Verlag schließt bei Cliqz große Teile des Kerngeschäfts

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Paukenschlag bei Hubert Burda. Die Tochtergesellschaft Cliqz verschlankt ihr Kerngeschäft radikal und schließt die beiden Bereiche Browser- und Such-Technologie in Deutschland. Betroffen hiervon sind 45 Mitarbeiter.

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Der Münchener Burda-Verlag ist mit dem Versuch gescheitert, eine eigene Suchmaschine gegen den US-Konkurrenten Google am Markt zu etablieren. Das Start-up Cliqz zieht deshalb die Reißleine und schließt die beiden Bereiche Browser- und Such-Technologie. Betroffen hiervon sind 45 Mitarbeiter.

„Wir haben eine vollkommen unabhängige Suchmaschine entwickelt und betrieben, mit der wir uns klar von vielen anderen abgesetzt haben, deren Produkte nicht auf eigenen Technologien aufbauen. Burda hat uns hierbei über Jahre intensiv begleitet und mit viel Mut und Optimismus dabei unterstützt, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben jedoch gegen einen übermächtigen Gegner wie Google, der den Markt in jeglicher Hinsicht dominiert und abschottet, langfristig keine Chance“, begründet Cliqz-Gründer Jean-Paul Schmetz die Maßnahme.

Doch das ist nicht der einzige Grund: „Hinzu kommt, dass durch die Corona-Pandemie ein weitreichendes Innovationsprogramm in Europa auf absehbare Zeit nicht zu erwarten ist, so dass wir alleine diesen Weg nicht länger vorantreiben können“, erklärt Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen. Burda hatte das 2008 gegründete Startup im Mai 2013 übernommen und ist daran mehrheitlich beteiligt.

Weiter Flagge am Markt zeigen will Cliqz mit zwei Bereichen: Das sind der Anti-Tracking-Anbieter Ghostery, den Cliqz im Februar 2017 übernommen hatte, sowie ein Experten-Team, das aus Cliqz heraus entstehen und sich um „Künstliche Intelligenz, Suche und den Einfluss von Technologie auf Medien“ kümmern soll. Bei der Ad-Tech-Firma Cliqz MyOffrz prüft Burda, ob die Gesellschaft in den Konzern eingegliedert wird.

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