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Ruhe vor dem Sturm

Werbeumsatz der Publikumszeitschriften bis Ende März noch nicht tief im Minus

Foto: imago images / Waldmüller

Bis Ende März waren laut Nielsen noch keine Auswirkungen der Corona-Krise auf die Werbeumsätze der deutschen Publikumszeitschriften zu beobachten. Sie standen mit einem zarten Minus von 0,4% sogar besser da als nach dem Februar (-0,9%).

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33 der 50 umsatzstärksten Titel erreichten im ersten Quartal brutto einen höheren Werbeumsatz als noch im Jahr 2019. Am kräftigsten nach oben ging es dabei für das TV-Supplement Prisma, das dank gestiegener Auflagen auch beim Anzeigenumsatz um 20,6% auf nun 39,86 Mio. Euro zulegte. Keine andere Publikumszeitschrift ist in der Nielsen-Anzeigenstatistik so kräftig.

Starke 8,4% dazu gewann Der Spiegel, 11,1% die Bunte. Abseits der Top Ten heißen weitere klare Gewinner Freundin (10,8%), Wirtschaftswoche (10,4%), Apotheken Umschau A (18,0%), TV Movie (29,5%), Apotheken Umschau B (15,9%), Super Illu (15,8%), Sport Bild (14,2%), Schöner Wohnen (16,5%), Für Sie (15,9%), Geo (27,7%) und Manager Magazin (32,7%).

Deutliche Verluste gegenüber dem Vorjahr verzeichnen hingegen die Bild am Sonntag, die mit einem Minus von 11,3% auf Rang 9 rutschte, Auto Motor und Sport mit Brutto-Umsatzeinbußen von 10,7%, Grazia mit minus 13,4%, Auf einen Blick mit 16,0% weniger, Glamour mit 15,5% und der Montags-Kicker, für den es 15,3% nach unten ging.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2020: Top 50 Publikumszeitschriften*

Umsatz brutto Jan. -Mrz. vs. 2019 absolut vs. 2019 in %
1 Prisma (Gesamt) 39,86 6,80 20,6
2 Stern 27,61 -0,61 -2,2
3 RTV Plus 27,05 -2,13 -7,3
4 Der Spiegel 19,49 1,51 8,4
5 Bunte 18,93 1,89 11,1
6 Brigitte 18,46 -0,23 -1,2
7 Die Zeit 17,53 -0,43 -2,4
8 Bild der Frau 15,34 0,46 3,1
9 Bild am Sonntag 14,73 -1,88 -11,3
10 Focus 13,44 -0,93 -6,4
11 Freundin 11,49 1,12 10,8
12 Gala 10,83 0,17 1,6
13 Auto Bild 10,08 0,11 1,1
14 Hörzu 8,97 0,55 6,5
15 TV Digital 8,81 0,10 1,1
16 Auto Motor und Sport 8,79 -1,05 -10,7
17 TV14 8,63 0,24 2,9
18 Wirtschaftswoche 8,51 0,80 10,4
19 Apotheken Umschau A 8,13 1,24 18,0
20 TV Movie 7,26 1,65 29,5
21 Tina 7,23 -0,26 -3,5
22 Vogue 7,08 0,17 2,4
23 Apotheken Umschau B 7,00 0,96 15,9
24 Elle 6,56 0,29 4,7
25 Instyle 6,43 0,12 2,0
26 Super Illu 6,12 0,84 15,8
27 TV Spielfilm 6,01 -0,14 -2,2
28 Zeitmagazin 5,76 0,43 8,0
29 TV Hören und Sehen 5,68 0,09 1,5
30 Sport Bild 5,38 0,67 14,2
31 Landlust 5,36 0,38 7,6
32 Schöner Wohnen 5,11 0,72 16,5
33 Cosmopolitan 4,93 0,20 4,1
34 Für Sie 4,66 0,64 15,9
35 Freizeit Revue 4,57 0,28 6,6
36 C’T Magazin für Computer Technik 4,39 -0,07 -1,5
37 Grazia 4,22 -0,65 -13,4
38 Lisa 4,11 -0,09 -2,1
39 Auf einen Blick 4,02 -0,76 -16,0
40 Geo 3,58 0,78 27,7
41 GQ 3,43 -0,23 -6,2
42 Glamour 3,30 -0,60 -15,5
43 Neue Post 3,28 0,06 1,8
44 Intouch 3,26 -0,19 -5,4
45 Brigitte Woman 3,26 0,11 3,6
46 Kicker (Montag) 3,20 -0,58 -15,3
47 Manager Magazin 3,18 0,78 32,7
48 Funk Uhr 3,15 0,07 2,4
49 Harper’s Bazaar 3,03 0,17 6,1
50 Capital 2,90 0,22 8,1
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro // Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA				

In anderen Mediengattungen sind die Corona-bedingten Stornierungen und geringeren Schaltungen schon deutlicher zu spüren. So liegen die Zeitungen nach einem Minus von 1,9% Ende Februar einen Monat später nun schon heftige 7,6% unter dem Vorjahr, das Radio, das in den beiden ersten Monaten noch 5,4% über 2019 lag, ist nun mit minus 4,2% förmlich abgestürzt und das Kino, wo gar keine Werbegelder mehr fließen rutschte nun schon auf ein Minus von 8,7%. Noch im Plus gegenüber 2019 befinden sich das Fernsehen (2,1%), die Out-of-Home-Werbung (2,7%), sowie die Werbung auf Mobilgeräten (28,8%).

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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