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Alphabet-Bilanz: Google-Mutter spürt Corona-Folgen, übertrifft aber Wall Street-Erwartungen

Google-und nun auch Alphabet-CEO Sundar Pichai

Was wurde im Vorfeld spekuliert, wie tief die Corona-Pandemie ihre Spuren in den Konzernbilanzen hinterlassen würde. Bei Alphabet war im ersten Quartal von Einbrüchen in der Geschäftsentwicklung indes noch kaum etwas zu sehen. Der nach Amazon zweitwertvollste Internetkonzern der Welt konnte in den ersten drei Monaten des Jahres abermals die Erwartungen der Wall Street übertreffen und erneut zweistelliges Umsatzwachstum ausweisen. Ab März jedoch trübten sich die Anzeigenbuchungen ein.

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Vorläufige Entwarnung aus Mountain View. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres erlöste Alphabet vor Abzug von Traffic-Akquisitionskosten mit 41,16 Milliarden Dollar und damit 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als die Google-Mutter noch 36,34 Milliarden Dollar eingefahren hatte, seinerzeit aber noch um 17 Prozent gewachsen war.

Die Erwartungen der Wall Street wurden damit zumindest bei den Erlösen geschlagen: Die von FactSheet befragten Analysten hatten durchschnittlich nämlich nur mit Umsätzen in Höhe von 40,3 Milliarden Dollar gerechnet. In der Gewinnentwicklung blieb der zweitwertvollste Internetkonzern der Welt jedoch unter den Konsensschätzungen.

Statt wie von Analysten prognostiziert 10,33 Dollar je Aktie konnte der 21 Jahre alte Internetpionier lediglich einen Gewinn je Anteilsschein von 9,87 Dollar ausweisen. Das entspricht einem Nettogewinn von 6,84 Milliarden Dollar – einer Steigerung von nur noch drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Corona-Folgen: „Signifikante“ Verlangsamung der Anzeigenerlöse im März

Finanzchefin Ruth Porat räumte unterdessen unumwoben ein, dass Alphabet die Folgen der Corona-Pandemie in der Entwicklung des Werbegeschäfts gespürt habe. „Unsere Performance war in den ersten beiden Monaten des Jahres stark, aber im März haben wir eine signifikante Verlangsamung unserer Anzeigenerlöse festgestellt“, erklärte Porat.

YouTube und Cloud-Sparte legen deutlich zu

Alphabet gewährte Anlegern erneut einen tieferen Einblick in die Entwicklung der einzelnen Geschäftssparten. So konnte YouTube im ersten Quartal 2020 unterdessen 4,04 Milliarden Dollar durch Werbung erlösen – ein Plus von nunmehr 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als die Videoplattform noch 3,02 Milliarden Dollar eingefahren hatte.

Noch massiver auf Wachstumskurs befindet sich unterdessen die Cloudsparte, die es in den ersten drei Monaten des Jahres immerhin bereits auf Erlöse von 2,77 Milliarden Dollar brachte und dabei erneut um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegte.

Verluste der „Anderen Wetten“ explodieren weiter

Googles andere Aktivitäten (“Other Revenues”) außerhalb des Kerngeschäfts Werbung, wie etwa die Hardware-Verkäufe der Pixel-Smartphones und der Smart Speaker Google Home sowie Erlöse durch den Google PlayStore, legten im ersten Quartal 2020 von 3,62 Milliarden auf 4,44 Milliarden Dollar um 23 Prozent zu.

Die „Anderen Wetten“, zu denen etwa der Roboterwagen-Entwickler Waymo gehört, die Alphabet in der Holding-Struktur gesondert ausweist, weiteten ihre Verluste unterdessen weiter aus, während sogar die Mini-Umsätze schrumpften. Nach Erlösen von 170 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum setzten die „Other Bets“ nunmehr lediglich 135 Millionen Dollar um, verbrannten dabei allerdings enorme 1,12 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten die operativen Verluste noch 868 Millionen Dollar betragen.

Alphabet-Aktie legt nach Erleichterungsrallye um 7 Prozent zu

Auf einen Ausblick auf das weitere Geschäftsjahr verzichtete CEO Sundar Pichai unterdessen. Anleger reagierten nach Handelsschluss dennoch erleichtert und schickten die Alphabet-Aktie um mehr als sieben Prozent auf 1325 Dollar nach oben, nachdem in den vergangenen Wochen noch Schätzungen von Anzeigeneinbußen im zweistelligen Milliardenbereich kursierten.

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