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Berlusconis Mediaset beteiligt sich stärker an ProSiebenSat1 – Folgt die Übernahme?

Foto: P7S1

Der italienische Medienkonzern Mediaset hat seine Beteiligung am deutschen Medienunternehmen ProSiebenSat1 weiter aufgestockt. Sie liegt jetzt nur noch knapp unterhalb einer Sperrminorität – also der Anzahl an Stimmen, mit der Beschlüsse verhindert werden können.

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Mit den nun erworbenen 4,1 Prozent der Aktien steige der Anteil der Italiener an den Münchnern (ProSieben, Sat. 1, Kabel 1) auf 24,2 Prozent und der Anteil der Stimmrechte auf 24,9 Prozent, teilte Mediaset am Donnerstag in Mailand mit. Damit hat der von der Familie des ehemaligen italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Konzern seinen Zugriff auf ProSiebenSat1 weiter verstärkt. Die Mediengruppe Mediaset wurde 1978 von Berlusconi gegründet.

Was hat Mediaset mit ProSiebenSat.1 vor?

Für Mediaset bietet die Corona-Krise eine günstige Gelegenheit Anteile von ProSiebenSat1 aufzustocken. Der Aktienkurs ist seit Jahresanfang um fast 45 Prozent auf etwa 7,70 Euro gesunken. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hatte sich die Aufstockung  angedeutet: Mediaset hatte sich vom Bundeskartellamt bereits einen „wettbewerblich erheblichen Einfluss“ von bis zu 25 Prozent an ProSiebenSat.1 genehmigen lassen. Die Behörde hatte keine Bedenken angemeldet.

Mediaset schwebt ein europäischer Fernsehkonzern mit ProSiebenSat.1 vor – eine Idee, gegen die sich der vor kurzem geschasste Vorstandschef Max Conze noch gestellt hatte. Am Donnerstag hatte ProSiebenSat.1 wegen der sinkenden Werbeeinnahmen die Dividende für 2019 und die Prognose gestrichen. Das Unternehmen geht davon aus, dass im April die Werbeeinnahmen im TV-Geschäft um etwa 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen werden.

Für einige Analysten erfüllt das Unternehmen damit aber die Erwartungen. Die UBS hat ProSiebenSat.1 nach den vorläufigen Zahlen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 12,20 Euro belassen. Umsatz, operatives Ergebnis (Ebitda) und bereinigter Überschuss seien im ersten Quartal minimal besser als von ihm erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Richard Eary am Donnerstag.

mit dpa

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