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Snap-Bilanz: Snapchat gewinnt elf Millionen neue Nutzer, aber Mutterkonzern verliert 306 Millionen Dollar

Der Turnaround geht in Zeiten von Corona weiter. Auch im ersten Quartal 2020 kann Snapchat anhaltenden Nutzerzuwachs verzeichnen. In den ersten drei Monaten des Jahres konnte der Stories-Pionier elf Millionen neue Nutzer anlocken und die Umsätze um mehr als 44 Prozent steigern – eine gute Nachricht für die werbetreibende Branche. Trotz Nettoverlusten von mehr als 300 Millionen Dollar reagiert die Wall Street mit einem Kursfeuerwerk.

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Es gibt eine gute und eine weniger gute Nachricht, die die werbetreibende Branche aus der neuen Quartalsbilanz von Snap lesen kann. Die gute: Die dramatische Ausbreitung des Coronavirus in der westlichen Welt, die im März zu panikartigen Abverkäufen an den Weltbörsen geführt hat, hat sich bislang nicht in der Umsatzentwicklung des Social Media-Pioniers niedergeschlagen, der den Großteil seiner Erlöse durch Anzeigen erzielt.

Wie im Vorquartal verbuchte die Snapchat-Mutter auch im Dreimonatszeitraum von Anfang Januar bis Ende März ein Umsatzwachstum von 44 Prozent auf nunmehr 462 Millionen Dollar nach 320 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich mit Umsätzen in Höhe von 430 Millionen Dollar gerechnet. Der befürchtete Erlöseinbruch wegen stornierten Anzeigen hat zumindest im März also nicht stattgefunden.

Snap warnt vor schwächerer Anzeigenentwicklung im April

Auf der Videokonferenz mit Analysten musste Finanzchef Derek Andersen dann jedoch eingestehen, dass sich die Buchungslage offenbar im April spürbar eingetrübt hat. So habe Snap im laufenden Quartal bis zum 19. April nur noch ein Umsatzwachstum von 15 Prozent verbucht.

In der laufenden Woche habe sich das Erlöswachstum gar auf 11 Prozent abgeschwächt, berichtet das Finanzportal Marketwatch. In anderen Worten: Die Wirkung der Corona-Krise verschärft sich bei den Anzeigenschaltungen von Woche zu Woche.

Snap verliert weiter 306 Millionen Dollar

Und wie Snap einmal Geld verdienen möchte, bleibt bis heute weiter ein ungelöstes Rätsel. Unter dem Strich hat der Social Media-Pionier im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres immer noch enorme 306 Millionen Dollar netto verloren und das Minus damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 4,5 Millionen Dollar verringert.

Punkten konnte CEO Evan Spiegel dagegen bei der kritisch beäugten Nutzerentwicklung, die nach dem durchschlagenden Erfolg von Instagram Stories und dem eigenen Redesign ins Stocken geraten war. In den vergangenen Quartalen konnte die App mit dem Geister-Logo wieder einen starken Nutzerzuwachs verbuchen, der zu Jahresbeginn an Dynamik gewann.

In den ersten drei Monaten 2020 konnte Snapchat mit nunmehr 229 Millionen täglich aktiven Nutzern einen Zuwachs von elf Millionen Snapchattern verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum zählte Snapchat insgesamt 39 Millionen mehr Nutzer – ein Zuwachs von 20 Prozent.

Snap-Aktie explodiert nachbörslich um 20 Prozent

Die Wall Street reagierte unterdessen euphorisch auf Snaps neues Zahlenwerk und schickte die Aktie nachbörslich um mehr als 20 Prozent auf wieder 15 Dollar nach oben.

Allerdings notiert der 2011 von Evan Spiegel und Robert Murphy gegründete US-Konzern, der sich selbst als Kamerahersteller beschreibt, auch nach dem nachbörslichen Kurssprung immer noch um 8 Prozent unter dem Startniveau des Jahres.

Social Media-Aktien wie Facebook und Twitter erhielten nach Handelsschluss von Snap unterdessen ebenfalls einen Kursschub, weil sich Anleger offenbar eine bessere Anzeigenentwicklung als zuletzt befürchtet erhoffen.

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