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Q1-Bilanz: Der Corona-Shutdown beschert Netflix Abonnenten-Explosion

Hat erneut geliefert: Netflix-Gründer Reed Hastings

Der Streaming-König hat mitten in der Corona-Krise Stärke demonstriert. Wie von der Wall Street erwartet, ist Netflix einer der ultimativen Gewinner des Corona-Shutdowns: Weil Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, verzeichnet der Serien- und Filmanbieter einen Rekordzuwachs an neuen Abonnenten. Im ersten Quartal 2020 konnte Netflix enorme 15,8 Millionen neue zahlende Abonnenten vermelden – fast doppelt so viele wie von Analysten erwartet.

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Der Eindruck hat nicht getäuscht: Es gibt sie, die großen Corona-Krisengewinner. Neben Amazon erhielt Netflix seit Ausbruch der Corona-Krise von der Wall Street viel Vorschusslorbeeren: Das enorme Kursplus von 33 Prozent seit Jahresbeginn hatte Netflix nicht nur zu neuen Allzeithochs verholfen, sondern auch zum wertvollsten Medienkonzern der Welt gemacht.

Die Bestätigung des Gipfelsturms folgte nun mit der Bekanntgabe der mit Spannung erwarteten Geschäftsbilanz für das abgelaufene erste Quartal. Und der Streaming-Pionier enttäuschte die turmhohen Erwartungen nicht – im Gegenteil. Die hyperbolische Wachstumsstory des US-Streaming-Anbieters von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, geht auch in der Corona-Krise ungebremst weiter.

Konzernbilanz im Rahmen der Erwartungen

In Dollar und Cent entwickelten sich Netflix‘ Geschäfte im ersten Quartal 2020 größtenteils im Rahmen der Wall Street-Erwartungen. Die Umsätze trafen mit 5,77 Milliarden Dollar fast punktgenau die Analystenschätzungen, die bei 5,76 Milliarden Dollar gelegen hatten, während der Gewinn mit 1,57 Dollar  je Anteilsschein etwas niedriger ausfiel als die Analystenprognosen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat Netflix dabei einen Erlöszuwachs von 27 Prozent verbucht.

Netto verdiente Netflix im vierten Quartal mit 709 Millionen Dollar mehr als das Doppelte des Vorjahresergebnisses, allerdings häuft der US-Konzern seit Jahren für seine aufwendigen Content-Produktionen immer wieder neue Schulden in Milliardenhöhe an, die nicht in die Bilanzierung des Tagesgeschäfts mit einfließen.

Netflix verbucht 15,8 Millionen neue Abonnenten in einem Quartal

Doch die Wachstumswette hat sich ausgezahlt. In Zeiten der Corona-Pandemie, die zunächst in Asien, dann in der westlichen Welt von Lock- und Shutdown – und damit von mehr zu Hause verbrachter Zeit – geprägt ist, zieht Netflix Millionen und Abermillionen neue Abonnenten an.

Der 22 Jahre alte Internet-Pionier konnte trotz der starken Neu-Konkurrenz von Disney+ so viele neue Abonnenten anlocken wie nie zuvor. Während die Wall Street in den ersten 91 Tagen des Jahres noch mit 8,2 Millionen neuen Mitgliedern gerechnet hatte, konnte CEO Reed Hastings bei einer Videokonferenz mit Analysten tatsächlich den Fabelwert von 15,8 Millionen Neuabonnenten präsentieren. Gegenüber den eigenen Schätzungen entspricht das mehr als einer Verdopplung. Insgesamt bringt es Netflix nunmehr auf fast 183 Millionen zahlende Mitglieder.

„Netflix wird es lange geben“

„Neue Inhalte verbunden mit dem Wert, den Netflix mit seinem Archiv Menschen, die in der COVID-19-Krise zu Hause bleiben müssen, bereits bietet, haben zur Outperformance beigetragen und damit den Einfluss der jüngsten Preisanhebungen mehr als aufgehoben“, erklärten die Analysten von Goldman Sachs in einem ersten Statement gegenüber dem Finanzinformationsdienst CNBC.

Auch Wagnisfinanzierer Gene Munster von Loup Ventures ist von der Quartalsentwicklung angetan und schiebt die anhaltenden Sorgen wegen der hohen Verschuldung des Streaming-Dienstes beiseite. „Ganz gleich, ob man es kurz- oder langfristig betrachtet: Netflix wird es lange geben.“

Aktionäre teilen die Ansicht offenbar und schickten die Anteilsscheine, die sich ohnehin aktuell auf Allzeithochs befinden, nach Handelsschluss zunächst reflexartig um weitere zehn Prozent auf 470 Dollar nach oben, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten, die fast alle Zugewinne des nachbörslichen Handels wieder ausradierten.

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