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Kurzarbeit bei Spiegel-Gruppe: Geschäftsführer Thomas Hass und Betriebsrat einigen sich auf Bedingungen

Wirtschaftssparte beim Spiegel-Verlag steht vor Neuausrichtung. Foto: Der Spiegel

Nun trifft es auch die Spiegel-Gruppe. Geschäftsführer Thomas Hass will im Verlag, bei den Produktionen von Spiegel-TV sowie diversen Abteilungen Kurzarbeit einführen. Von der Maßnahme ausgenommen sind bislang die Redaktionen des gedruckten und digitalen Spiegel.

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Bislang hatte Verlagschef Thomas Hass geprüft, Kurzarbeit bei der Spiegel-Gruppe einzuführen. Jetzt hat sich der frühere Leiter des Vertriebsmarketings mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt, staatliche Hilfen der Bundesagentur für Arbeit zu beanspruchen. „Als eine Maßnahme zur Ergebnissicherung in der Corona-Krise haben die Geschäftsleitung und die Verhandlungsführer der Betriebsräte sich auf die Bedingungen für Kurzarbeit geeinigt“, erklärt eine Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA.

Danach gelte Kurzarbeit zunächst im Verlag und in der TV-Produktion, jeweils in ausgewählten Abteilungen. „Für die übrigen Bereiche wird weiter intensiv geprüft, ob Kurzarbeit als Mittel zur Kostensenkung eingesetzt werden kann“, so die Unternehmenssprecherin. Konkret betroffen sind im Verlag die meisten Abteilungen. Von der Kantine und die Poststelle über die Reisestelle bis hin zur Rechtsabteilung, aber auch bei Spiegel Media, in der Herstellung, dem Veranstaltungsmanagement, dem Vertrieb und dem Produktmanagement. „Bei TV betrifft die Kurzarbeit derzeit die Produktionsabteilungen Kamera, Schnitt und Studio“, heißt es bei der Spiegel-Gruppe.

Spiegel Gruppe will zehn Millionen Euro einsparen

Mit den Betriebsräten werde nun ausführlich beraten, welche Funktionen es genau trifft sowie wieweit die Arbeitszeit abgesenkt wird. „Die wesentlichen Eckpunkte der Einigung sind eine Aufstockung auf 100 Prozent des bisherigen Nettogehalts, die durch steuerliche Effekte aber etwas niedriger ausfallen kann. Sie gilt für mindestens zwei Monate“, erklärt eine Sprecherin. Die Kurzarbeit sei mit einem Kündigungsschutz verbunden. „Regeln zum Schutz gegen besondere soziale Härten sind ebenfalls Bestandteil der Einigung“, so der Spiegel. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien. Sie wird für Dienstag erwartet.

Spiegel-Chef Thomas Hass will unter anderem rund zehn Millionen Euro sparen, um die rückläufigen Vermarktungserlöse abzufedern.“Die Ergebnisbelastungen in diesem Jahr werden deutlich sein. Soviel zeichnet sich schon jetzt ab. Die aktuellen Buchungsstände in der Vermarktung zeigen bereits nach kurzer Zeit deutliche negative Tendenzen. Das gilt für Print und Digital. Von diesen Entwicklungen sind alle Medienunternehmen gleichermaßen (oder schlimmer als wir) betroffen”, äußerte sich Hass jüngst.

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