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Große MEEDIA-Umfrage: So sehen Branchen-Entscheider die Welt nach Covid-19

Die Coronakrise hat massive wirtschaftliche Auswirkungen auch in der Medien-, Werbe- und Marketingbranche. Welche Folgen hat das für Medien, Marken und Agenturen? Und wo liegen die größten Gefahren? Wir haben die führenden Köpfe der Branche nach ihrer Einschätzung gefragt.

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Ob Marken, Agenturen oder Medienanstalten: die Corona-Krise betrifft alle Bereiche der Medien- und Markenbranche. Unsere Umfrage unter den Top-Playern zeigt, dass sich daraus auch Chancen ergeben:

Lara Daniel,
Co-Gründer, Pulse Advertising
Insgesamt glauben wir, dass die Corona-Krise mittelfristig sehr positiv für unsere Branche sein wird, da die Wirtschaft als Ganzes einen deutlichen Schritt Richtung Digitalisierung machen wird und die Wertschätzung und das Verständnis für die digitalen Medien deutlich gewachsen ist. Laut Statista ist der Social Media Konsum seit Anfang des Jahres um +21 Prozent gestiegen, so dass wir für Social Media Marketing keine Einschränkung, sondern eher eine Chance aus der Krise sehen. Ob auch kleinere Influencer-Agenturen diese kurzfristigen Herausforderungen überstehen können, wird sich zeigen.

Matthias Mehner,
CMO, MessengerPeople
In traditionellen Unternehmen, aber besonders auch bei Behörden, Ämtern und der Regierung hätte die Digitalisierung der Kundenkommunikation sicher noch zehn Jahre gedauert – den Corona WhatsApp Chatbot für das Saarland haben wir in unter zehn Tagen realisiert.

Anne Höweler,
CEO, Cover Communications
Influencer zeigen gerade jetzt, welche Schlagkraft sie besitzen, wie schnell sie Nutzer und Käufer von Offline zu Online lenken können und wie wertvoll sie für Unternehmen und Marken sein können. Ich gehe davon aus, dass bis Jahresende, vielleicht sogar bis ins Jahr 2021 hinein Budgets gekürzt oder gestrichen werden.

Tobias Ahrens,
GF Kreation,  Scholz & Friends
Dies ist nicht die Zeit für halbe Sachen.

Philipp Westermeyer,
Gründer, OMR
Das Einzige, das sich klar abzeichnet, ist, dass Dinge, die ohnehin in etwas langsamerer Geschwindigkeit passiert wären, nun sehr beschleunigt werden. Dazu zählen der Wandel von offline zu online, die digitale Kollaboration und Onlinemedien.

Dennis May,
CCO, DDB Germany
Eine große Herausforderung wird sein, in der richtigen Geschwindigkeit zu handeln – mit der richtigen Mischung aus verantwortungsvoller Vorsicht und notwendigem Optimismus.

Marc Opelt,
Vorsitzender des Bereichsvorstands, Otto
Im Vergleich zu stationären Wettbewerbern sind wir als E-Commerce-Unternehmen zumindest strukturell im Vorteil, schon weil wir noch verkaufen können. Allerdings kaufen die Kunden anders. Das saisonal gerade eigentlich geplante, frequenz- und ertragstarke Geschäft ist zurückgegangen. Gefragt sind dagegen Produkte, die das Leben und Arbeiten von Zuhause angenehmer machen.

Sandra Harzer-Kux,
CEO, Territory
Die Krise wird nachhaltig Inhalte, Ansprache, Tonalität, Kanäle und Form von Kommunikation verändern.

Felix Kovac,
CEO, Antenne Bayern
Das ersten Quartal lief sehr gut an, der März war geprägt von ersten Rückschlägen, der April trifft uns hart mit einer Storno-Quote von aktuell rund 70 Prozent. Damit liegen wir zwar besser als der Markt, dennoch hoffen wir weiter auf positive Signale unserer Kunden und entwickeln mit ihnen kreative Kampagnen.

Yannik Markworth,
CEO, YouTube-Agentur Klein aber
Selten zuvor wurde derart viel Video-Watchtime auf sozialen Plattformen verbracht. Dabei stellt sich die Frage, die bei Content immer im Raum steht: Welchen Mehrwert kann ich als Marke gerade liefern? Was brauchen meine Kunden gerade? Was müsst oder wollt ihr gerade von mir hören? Wenn das gelingt, sieht es für unsere Branche deutlich besser aus. Im Januar war es noch völlig normal und okay, dass Unternehmen Profit als wichtigstes Ziel verfolgt haben. Wer jetzt nur an sich denkt, stellt sich selbst ins Abseits.

Kai Diekmann,
Gründer, Storymachine
Viele klassische Agenturen, die Produkte bewerben, für die es in der Krise keine Nachfrage gibt, erfahren gerade eine massenhafte Stornierung von Aufträgen. Ein solches Anhalten der Realwirtschaft ist in der Geschichte ohne Beispiel – eine Vorhersage, wie es weitergehen könnte, traue ich mir nicht zu.

Tim Alexander,
CMO, Deutsche Bank
Die unsichere wirtschaftliche Perspektive wirft Fragen auf. Wir bieten unseren Kunden Antworten und Hilfe und geben Halt in dieser Zeit der Instabilität. Die Banken als Lösungsanbieter können das aktuelle Umfeld trotz der Herausforderungen durchaus als Chance begreifen. Dazu kommt: Der Transformationsdruck auf unsere Branche ist ohnehin immens. Niedrigzins und Digitalisierung sind enorme Treiber für Veränderung.

Tobias Schiwek,
CEO, Divimove
Fakt ist, dass die Regeneration für manche Branchenplayer bis ins nächste Jahr und darüber hinaus andauern kann. Dies betrifft jene, die beispielsweise ausschließlich von Werbegeldern aus der Tourismus-Industrie abhängig sind. Wir stellen derzeit fest, dass es weniger einen Rückgang des Geschäfts, sondern vielmehr eine Veränderung in den Werbetreibenden gibt, die zunehmend aus den Bereichen Home-Entertainment/Streaming, eCommerce und Food stammen.

Tom Nollau,
CEO, Lucky Shareman
Hunderttausende Menschen werden wegen Kurzarbeit oder Jobverlust weniger Geld zur Verfügung haben, Marken, die bisher selbstverständlich für unser Leben waren, wird es nicht mehr geben. Auch der Staat kann das nicht vollumfänglich ausgleichen. Darauf müssen sich Marketingentscheider wie Agenturen einstellen. Das gilt auch für das Influencer-Marketing. Es zeigt sich jetzt schon, dass die Communitys kritischer auf die Inhalte der Influencer schauen.

Philip Papendieck,
CEO, Intermate
Influencer Marketing ist sicherlich eine jener Disziplinen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen. Marken haben aktuell keinen Content mehr, den sie teilen können. Hier wird die Kraft der Influencer deutlich, die mit kleinsten Mitteln immer wieder Social 1st perfekt inszeniertes Storytelling platzieren. Das spiegelt sich in den aktuell sehr hohen Aussteuerungsraten wider.

Wolfgang Bscheid
GF, Mediascale
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir zwischen Agenturen und Unternehmen gerade jetzt eine neue Form der Beziehung etablieren können. Eine partnerschaftlichere Art der Zusammenarbeit, in der es weniger Gefälle gibt und mehr Miteinander. 

Thomas Kahl,
Managing Director, Lagardere Plus
Ich bin beeindruckt, wie unsere Partner, Kunden und Dienstleister gemeinsam an alternativen Lösungen arbeiten bzw. diese anbieten. Wir vertreten die Auffassung, dass das Medium Sport mit seiner Kombination aus klarem Kommunikationswert und hohem Involvement unschlagbar ist. Allerdings werden unsere Kunden oder Unternehmen nun stärker prüfen, welchen Mehrwert ein Sponsoring für die Erreichung der Marketing- und Business-Ziele hat. 

Dennis Balslev,
Deutschlandchef, IKEA
Die Corona-Pandemie ist der größte Einschnitt, den es für den Einzelhandel bisher überhaupt gab. Ikea hat circa 90 Prozent seines Umsatzes durch die Schließung der Einrichtungshäuser eingebüßt. Durch eine Ausweitung des Onlinehandels konnten wir circa 30 bis 40 Prozent des ursprünglich kalkulierten Umsatzes realisieren. Ich glaube, dass es auch nach Öffnung der Geschäfte einige Zeit dauern wird, bis wir weitgehend zur Normalität zurückkehren können.

Andrea Malgara,
GF und Partner, Mediaplus Gruppe
Jeder Monat Lockdown kostet die Branche etwa vier Prozent Werbeeinahmen aufs Jahr gerechnet. Der Abschwung trifft fast alle Branchen, also werden die bis zum Jahresende eingeplanten Werbeinvestitionen vermutlich nicht bestätigt werden. Denn sobald die Jahresziele in Gefahr sind, werden zuerst die Mediaausgaben gekürzt. Die Krise wird die Mediabranche mit all ihren Folgen noch mindestens 18 Monate beschäftigen.

Dominik Matyka,
Chief Advisor, DMEXCO
Ich blicke optimistisch in die Zukunft und glaube, die Branche erholt sich im ersten Halbjahr 2021 deutlich. Länger dauern könnte es bei Unternehmen mit globalen Lieferketten, nicht lebensnotwendigen Konsumgütern und Startups. Menschlich und digital werden wir große Fortschritte machen und Geschäftsmodelle virtualisieren, Kreativität fördern und unser Miteinander mehr wertschätzen.

Roberto Garcia,
CDO, We Are Social
Für uns gilt es jetzt, Arbeitsplätze zu sichern und die Motivation der Mitarbeiter, die mehr als drei Wochen im Homeoffice sind, hochzuhalten.Die größte Herausforderung wird darin bestehen, eine zweite Welle und einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Ingo Marx,
COO, Geometry Group
Von den knapp 30.000 Werbeagenturen in Deutschland wird es kleinere inhabergeführte und mittelständische Betriebe besonders hart treffen, denn die können die Umsatzeinbußen nicht durch signifikante Rücklagen kompensieren, anders als die großen Networks. Das mag manche beruhigen, ist aber in Summe für die Branche eine Katastrophe, denn die lebt von der Vielfalt.

Dietmar Wolff,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger
Ökonomisch gesehen: Heftigst. Wir erleben derzeit ganz erhebliche Einbrüche am Werbemarkt um rund 80 Prozent. Das wird die Branche auch in der zweiten Jahreshälfte nicht aufholen können. Sicher, die steigenden Zugriffszahlen auf die Inhalte der Zeitungen sind erfreulich und unterstreichen die Bedeutung der Zeitungen. Aber die wirtschaftlichen Verluste überdecken einfach alles. Diese Schieflage wird sich bis Silvester nicht ändern.

Florian Haller,
CEO Serviceplan Gruppe
Sobald der Zustand in eine weltweite Rezession kippt, wird das alle Wirtschaftszweige treffen. Das hat dann nachhaltige Auswirkungen auf unsere Branche. Zudem glaube ich, dass die aktuelle Krise die schleichende Konsolidierung in der Agentur-Welt deutlich beschleunigen wird. Der Anspruch an die Agenturen wird künftig mehr denn je sein, ganzheitliche kreative und effiziente Kommunikationslösungen zu liefern.

Mirijam Trunk,
CEO, Audio Alliance
Ich bin zuversichtlich: Das Bedürfnis nach guten Geschichten bleibt ungebrochen hoch und unsere Kreativität, Spontanität und eine gute Portion Pragmatismus wird ganz viel Neues entstehen lassen und uns gestärkt aus der Krise führen.

Bettina Fetzer,
CMO, Mercedes-Benz AG
In solch ungewissen Zeiten müssen alle Werbetreibenden ihre geplanten Kommunikationsmaßnahmen und Ausgaben kritisch hinterfragen. Starke Marken wie Mercedes-Benz geben Kunden Orientierung und Halt – wir nehmen diese Verantwortung aktuell sehr ernst, was beispielsweise an unserer „Donate our Reach“-Initiative auf den Social-Media-Kanälen sichtbar wird.

Peter Figge,
CEO, Jung von Matt
Die Pandemie wird deutliche Spuren bei denen hinterlassen, die keine ausreichende Eigenkapitalausstattung haben. Liquidität wird nach den angekündigten staatlichen Hilfen und Unterstützungsmaß-nahmen nicht das Problem sein.
Ich rechne analog zum Expertenrat mit einer Erholung in 2021.

Katja Anette Brandt,
CEO DACH, Mindshare
Marken, die jetzt proaktiv handeln und die es schaffen, ihre Kommunikation und ihre Mediastrategie klug umzustellen, werden am Ende besser dastehen.

Jessica Peppel-Schulz,
CEO, Condé Nast Deutschland
Die Frage ist: Wie sehr wird sich unsere Branche verändern müssen? Aber vor dieser Frage stand die Medienbranche auch schon vor Corona. Vor wenigen Wochen hätte wahrscheinlich noch jeder gesagt: Mit 300 Menschen von zu Hause eine Vogue, GQ, AD und Glamour zu produzieren, das geht auf keinen Fall. Aber, das geht. Diese Situation birgt auch eine Chance, diese wollen wir nutzen.

Matthias Storath,
CCO, Heimat Berlin
Alle Unternehmen, deren Business-Kern Werbung ist, werden kurzfristig brutale Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müssen. Dazu gehören Google, Facebook, Agenturen, Fernsehen, Radio, Zeitungen. Aber: Heftige akute Emotionen lassen uns die Zukunft immer schwärzer sehen als sie ist.

Harald Gehrung,
CEO, Radio FFN
Wir gehen davon aus, dass wir ca. 30-35 Prozent weniger Werbeumsatz als im Vormonat machen. In jedem “Corona-Monat“ – also einem Monat mit “Kontaktverbot“ und „Shut Down“ beträgt der Umsatzrückgang sogar 90 Prozent.

Stephan Schmitter,
CEO, RTL Radio
Durch die Auswirkungen der Krise wird das Wettbewerbsverhältnis zu unseren Kollegen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zunehmend in eine Schieflage geraten. Ich sehe aber auch große Chancen. Radio wird gerade so viel genutzt wie seit Jahrzehnten nicht mehr – über alle Verbreitungswege.

Elke Schneiderbanger,
GF, ARD-Werbung Sales & Services
Wenn an dieser Situation etwas positiv ist, dann ist es der Punkt, dass wir alle nach Corona wohl mit anderen Augen auf unser Leben und die Gesellschaft blicken. Das birgt am Ende vielleicht auch Chancen – für die Kreativen, die Medien, die Vermarktung und alle, die mit Kommunikation zu tun haben.

Roland Köster,
MD, JOM Group
Natürlich gibt es Unternehmen, die aktuell ihre Kampagnen stoppen und Budgets verlagern. Auf der anderen Seite bietet die aktuelle Lage insbesondere für die Unternehmen eine Chance, die agil reagieren und ihre Kommunikation entsprechend inhaltlich anpassen. So danken einige der großen Handelsunternehmen ihren Mitarbeitern für deren Einsatz, anstatt preisgetriebene Abverkaufswerbung zu betreiben.

Jochen Sengpiehl,
CMO, Volkswagen
Wir werden ein umfassendes Konjunkturpaket brauchen, um den Konsum anzuregen. Ich denke da an Kaufanreize wie die Abwrackprämie 2009. Wir brauchen aber nicht nur Rabattierung für Konsumenten, sondern auch Hilfen und Investitionsprogramme für Kleinunternehmen, damit die ihr Geschäftsmodell wieder aufstellen können.

Robert Levenhagen,
CEO, InfluencerDB
Ich glaube, dass sich die Lage in Q3 Schritt für Schritt wieder einem normalen Zustand annähert und in Q4 wieder voller Einsatz gezeigt wird, ähnlich wie es auch 2019 der Fall war. Das Influencer Marketing sehe ich weniger betroffen als andere Marketingkanäle. Die Nutzung von Social Media und der Konsum von Content steigt aktuell an, wodurch neue Opportunitäten aufkommen. Dafür besteht das Risiko eines Shitstorms, wenn Influencer gewählt werden, die zu naiv und situationsfremd kommunizieren.

Andreas Türck,
MD, Buzzbird
Es gibt Verunsicherung bei Werbetreibenden und auch Influencern. Die können aber auf Veränderungen sehr schnell reagieren, da sie aktuellen Content produzieren, flexibel in der Produktion und nah an ihrer Community dran sind. Drosten, Kekulé: Die Menschen suchen die Expertise direkt bei den Experten. Sie wollen direkt zur Quelle, den Urhebern. Das ist auch das Erfolgsrezept von Influencer Marketing.

Ralf Kleber,
Deutschlandchef, Amazon
Wir sind gerade damit beschäftigt, das Hier und Jetzt zu bewältigen: Wir wollen liefern, damit unsere Kunden zu Hause bleiben können – und sich die Infektionskurve abflacht. Daher priorisieren wir dringend benötigte Güter, etwa Lebensmittel, Babyartikel, Haushaltswaren. Unser Ziel ist, all jene zu unterstützen, die sich nun besonders auf uns verlassen.

Marianne Bullwinkel,
Sprecherin GF, RMS
Ich sehe eine Gefahr im Gattungswettbewerb, wenn alle mit hohen Rabatten um die verbleibenden Spendings kämpfen. Dies wäre zwar ein Nutzen für die Werbungtreibenden, aber ein dauerhafter Schaden für die Medien und die Vielfalt der Medien in Deutschland.

Britta Poetzsch,
CCO, Track
Unsere Lernkurve ist steil: Vieles von dem, wie wir jetzt arbeiten, werden wir uns sogar erhalten wollen. Manche, deren Geschäftsmodell vielleicht vorher schon nicht mehr zukunftsträchtig war, wird es nach Corona sicher nicht mehr geben.

Stephan Scherzer,
Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Zeitschriftenverleger
Diese Krise ist der Stresstest für alle Systeme. Wir gehen von deutlichen Umsatzrückgängen aus. Fatal ist Gefährdung der Geschäftsgrundlage der freien Presse, etwa durch Umsetzung der E-Privacy-Verordnung oder die Abschaffung des Telefonmarketings. Jedes staatliche Konzept zur Förderung privater Pressezustellung muss Zeitschriften und Zeitungen gleichermaßen zugutekommen. Zuversichtlich sind wir, was die Bedeutung der Presse für die Gesellschaft angeht. Die Krise zeigt, wie unverzichtbar seriös recherchierte Informationen zu allen Lebensbereichen sind.

Thomas Funk,
CEO, Havas Group Germany & MD Europe
Ich befürchte, dass mindestens 20 Prozent der Agenturen diese Krise nicht überleben werden. Cash Flow und Liquidität waren für viele in Zeiten konstant abnehmender Margen schwer zu priorisierende Themen – das wird sich jetzt maximal rächen. Ich glaube aber, die Pandemie wird unserer Branche im Endeffekt auch mehr Ernsthaftigkeit geben.

Oğuz Yılmaz,
Co-Gründer, YilmazHummel
Die Auswirkungen der Corona-Krise variieren mit der Größe der Unternehmen. Vor allem Startups und kleinere Unternehmen haben es gerade sehr schwer. Natürlich sehen wir auch die Gefahr, dass Existenzen von Influencern zugrunde gehen. Nicht alle haben sich eine nachhaltige Karriere aufgebaut, die so eine Krise überstehen kann.

Philip Missler, Deutschlandchef, Pinterest
Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können und das ist, unseren Nutzern ein zuverlässiges und inspirierendes Erlebnis auf Pinterest zu bieten.

Jan König,
Co-Gründer, Odaline
Die Corona-Krise wird die digitale Transformation beschleunigen. Investments folgen in Infrastruktur und CRM, statt in Media und Werbung. Ja, Bilanzen werden schlecht aussehen in 2020. Was ich als Firma allerdings nicht verpassen darf, ist weiter auszubilden und in das Talent meiner Organisation zu investieren. Nur, wenn ich es schnell schaffe, Weiterbildung, Karrierepläne und Perspektiven aufzuzeigen, werde ich auch Post-Corona vorne mitspielen können.

Stefanie Kuhnhen,
GF Strategie, Grabarz & Partner
Wenn den vielen Mittelstandsagenturen nicht mit Zuschüssen durch den Statt geholfen wird und die Kunden nicht weiter bereit sind, mit regulären Stundensätzen, Pitchhonoraren und Zahlungszielen in Richtung der Agenturen zu agieren, wird es für viele schwarz aussehen. Ich hoffe, dass es sich in Q3 wieder entspannt und wir in Q4 wieder Auftrieb haben.

Kai Blasberg,
GF, Tele5
In unserer Höher-Schneller-Weiter-Welt wird ja jeder Rückgang gleich als Katastrophe gesehen. Ich halte es als Rheinländer da mit der Kölner Rockband BAP: Arsch huh, Zäng ussenander. Was wir jetzt brauchen: Mut und Zuversicht und Vollgas.

Jörg Eggers,
GF, BVDA
Für den April verzeichnen die meisten Verlage Rückgänge bei den Anzeigenumsätzen von deutlich über 70 Prozent. In jeder Krise liegt aber auch eine Chance. Eine besondere Herausforderung ist die Aufrechterhaltung des komplexen Zustellapparates mit den rund 200.000 geringfügig beschäftigten Zustellern. Dieser ist von dem bestehenden Maßnahmenpaket der Bundesregierung nicht ausreichend abgedeckt.

Julia Schleunung,
GF, IQ Media Marketing
Als grundsätzlich unerschütterliche Optimistin sehe ich viele Chancen, im zweiten Halbjahr durchzustarten, die nachhaltigen, positiven Effekte aus der Krise auf Leistung und Gewicht von Qualitätsmedien zu nutzen, um in engem Schulterschluss mit den Werbungtreibenden starke, wirksame und individuell passende Kampagnen zu entwickeln.

Hans-Joachim Strauch,
CEO, ZDF Werbefernsehen
Wir rechnen im April mit einem Umsatzminus von circa 25 Prozent. Das Kalenderjahr lässt sich derzeit noch nicht prognostizieren.

Swantje Dake,
Chefredakteurin Digital, Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten
Digitaler Journalismus ist zurzeit so gefragt wie nie. Die Menschen suchen nach aktuellen und fundierten Informationen. Verlage an sich werden natürlich stark unter den Auswirkungen der Krise leiden. Die Finanzkrise 2008 zeigt, dass viele Werbebudgets auch nach der Krise eher weiter in digitale Portale flossen und nur teilweise wieder für Print aufgewendet wurden.

Tino Krause,
Deutschlandchef, Facebook
Unsere Kunden sind zum großen Teil kleine und mittlere Unternehmen. Deswegen haben wir kurzfristig ein Förderprogramm in Höhe von 100 Mio. Dollar aufgelegt und bieten verschiedene Ressourcen wie virtuelle Schulungen an. Diese sollen Hilfestellungen bei der Digitalisierung von Unternehmen geben.

Britta Weddeling,
Editor-in-Chief, Bits & Pretzels
Innovationen kommen immer von Startups, (fast) nie von den etablierten Firmen. Es besteht die Gefahr, dass uns allen die dringend benötigten neuen Ideen von Gründern verloren gehen.

Jo Marie Farwick,
Gründerin, Überground
Wir werden alle unseren (weltsolidarischen) Teil, dazu beitragen müssen, dass sich die Menschheit wieder erholt. Mich interessiert, ob wir die Menschen mitsamt ihren vor allem menschlichen aber natürlich auch materiellen Verlusten wieder hinkriegen.

Rüdiger Goetz,
MD Creation, KW43
Nach meiner Einschätzung werden wir noch bis Ende des Jahres und auch darüber hinaus deutlich negative Folgen für die gesamte Kommunikationsbranche erleben. Der Arbeitsmarkt wird sich unweigerlich durch die Corona-Krise bei den meisten höher qualifizierten Berufsgruppen vorübergehend von einem Nachfrage- in einen Angebotsmarkt wandeln. IT- und UX/UI-Spezialisten werden hier jedoch ausgenommen sein.

Johannes Buzási,
GF Philipp und Keuntje Berlin
Wir erleben bislang eine Heterogenität der Problemfelder. Die Krise ist bislang also ungleich verteilt und insofern wird eine Erholung auch in unterschiedlichen Tempi erfolgen. Der langfristige Erfolg darf deshalb aber nicht dem kurzfristigen Aktionismus geopfert werden. Ein „excess share of voice“ wird mittelfristig zu signifikanten Marktanteilszuwächsen führen.

Andreas Patz
GF Vertrieb und Strategie DACH bei Haribo
Die Lebensmittelbranche gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Das heißt, dass selbst in diesen schwierigen Zeiten die Supermärkte weiter geöffnet bleiben dürfen. Für Haribo und die Verfügbarkeit unserer Produkte ist das entscheidend. Unsere Warenströme sind bislang noch verhältnismäßig unbeeinflusst von der derzeitigen Situation.

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