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Ärger für Gruner+Jahr-Tochter Territory: Lufthansa stoppt Produktion aller Magazine

Schlechte Nachrichten für die Gruner+Jahr-Tochter Territory: Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise die Produktion und die Auslieferung aller Kundenmagazine vorübergehend gestoppt. Dazu gehören das Lufthansa Bordmagazin, Lufthansa Exclusive sowie die Womans World.

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Die Lufthansa leidet stark unter der Corona-Pandemie, die den Flugverkehr fast zum Erliegen gebracht hat. Daher hat die Airline seit einigen Wochen die Lufthansa-Flotte auf mehrere Flughäfen verteilt. Betroffen von dem Shutdown der Airline sind auch die drei Lufthansa-Magazine. „Die aktuelle Situation rund um das Corona-Virus hat den Flugverkehr und damit Lufthansa in einem nie da gewesenen Ausmaß betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen lassen sich derzeit noch nicht absehen, dennoch haben wir alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um unsere Ausgaben zu reduzieren“, sagt ein Lufthansa-Sprecher gegenüber MEEDIA.

Ende des Produktionsstopps ist nicht absehbar

Die Fluggesellschaft hat deshalb entschieden, „die Produktion und Auslieferung aller Magazine aus der Lufthansa Magazinfamilie vorübergehend auszusetzen“. Dazu gehören das Lufthansa Bordmagazin, Lufthansa Exclusive sowie die Womans World. Wie lange die Magazine nicht mehr produziert werden, sei noch nicht absehbar.

Betroffen von der Maßnahme ist der Content-Marketing-Dienstleister Territory, der alle drei Magazine für die Fluggesellschaft produziert. Für die Gruner+Jahr-Tochter ist es einer der größten Etats. Laut IVW verbreitet die Lufthansa von allen drei Magazinen im 4. Quartal 2019 mehr als 528.000 Exemplare. Das ist ein Plus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 2,05 Prozent. Vermarktet werden die Hochglanz-Magazine, die bei Anzeigenkunden sehr beliebt sind, von Gruner + Jahr. Fraglich ist, ob Territory angesichts des vorübergehenden Auftrags-Lockouts staatliche Hilfe der Bundesagentur für Arbeit beansprucht. Zum jetzigen Zeitpunkt habe man darüber noch nicht entschieden, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber MEEDIA.

Situation branchenweit angespannt

Territory ist kein Einzelfall in der hart umkämpften Corporate-Marketing-Branche. „In Summe geht es der Content Marketing Branche wie den meisten anderen auch: Aufträge brechen weg, die Situation ist angespannt. Dennoch sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich. Wer etwa vornehmlich Kunden aus dem Tourismusbereich hat, hat mit hohen Verlusten zu kämpfen“, beschreibt Regina Karnapp, Geschäftsführerin des Content Marketing Forum e.V., gegenüber MEEDIA die Branchensituation. Viele Dienstleister denken daher offenbar darüber nach, Kurzarbeit anzumelden.

„Wir haben dazu keine Zahlen. Das Interesse der Branche an dem Thema lässt aber darauf schließen, dass sich zumindest viele mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen“, so Karnapp. Doch es gibt auch Lichtblicke. Viele Dienstleister profitieren derzeit von der Corona-Krise. Sie verzeichnen „sogar einen Anstieg der Aufträge. Gerade in der Krisenkommunikation ist Content Marketing gefragt“, meint Karnapp.

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