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Nach Kritik an Datenschutz: Google verbannt Zoom-Software von Arbeits-Computern

Videokonferenz-Dienst Zoom Foto: Andre M. Chang/ZUMA Wire/dpa

Google hat auf die anhaltende Kritik am Videokonferenz-Dienstes Zoom reagiert und blockiert nun die stark nachgefragte Software auf den Rechnern der Mitarbeiter, wie Buzzfeed gemeldet hat. Bemerkenswert an dem Schritt: Google bietet mit Meet ein Konkurrenzprodukt aus dem eigenen Haus an.

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Google blockiert die Software des Videokonferenz-Dienstes Zoom auf den Computern seiner Mitarbeiter, nachdem diverse Sicherheitslücken und Datenschutz-Probleme bekannt wurden. Das Desktop-Programm genüge nicht Googles Sicherheits- Anforderungen, sagte ein Sprecher der Website Buzzfeed am Mittwoch. Die Mitarbeiter könnten aber weiterhin Zoom privat im Webbrowser oder auf Smartphones und Tablets nutzen.

Zoom, eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht, wird in der Coronavirus-Krise vermehrt nicht nur zur Heimarbeit, sondern auch für private Videochats, Unterricht und Gottesdienste genutzt. Die tägliche Nutzerzahl sprang von zehn Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen hoch. Zugleich wurden Probleme wie die Weitergabe einiger Daten an Facebook bekannt, wie auch eine weniger konsequente Verschlüsselung als von Zoom behauptet.

Google hat Konkurrenz für Zoom im eigenen Haus mit dem Dienst Meet. Dieser Service gewinne täglich mehr als zwei Millionen Nutzer hinzu, sagte ein Google-Manager der Technologie-Website CNET.

Zoom holt sich Hilfe von Ex-IT-Sicherheitschef von Facebook

Erst kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich der Videokonferenz-Dienst nach Kritik an seinen Sicherheitsvorkehrungen Unterstützung aus der Branche holt. Unter anderem verpflichtete die Firma den ehemaligen IT-Sicherheitschef von Facebook, Alex Stamos, als Berater.

Stamos genießt viel Respekt in der Branche. Bei Facebook entdeckte sein Team frühzeitig die von Russland aus betriebenen Propaganda-Kampagnen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Später wurde bekannt, dass er das Top-Management des Online-Netzwerks dazu drängte, die Erkenntnisse schneller öffentlich zu machen. Aktuell forscht Stamos zu Desinformation im Netz an der Stanford-Universität (hier sein Statement zur Zusammenarbeit mit Zoom).

Außerdem wurde ein beratendes Gremium mit Experten unter anderem von Netflix, Uber und der Spielefirma Electronic Arts gegründet, wie Zoom-Chef Eric Yuan am Mittwoch mitteilte. Er kündigte bereits an, in den kommenden drei Monaten sollten keine neuen Funktionen eingeführt, sondern Schwachstellen gestopft werden.

tb/dpa

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