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Robuster Ausblick: Samsung trotzt der Corona-Krise im ersten Quartal

Seit Jahresbeginn hält das Coronavirus die Welt in Atem, nun folgt der erste Abgleich, wie sich die Folgen der Pandemie in den Konzernbilanzen niedergeschlagen haben. In der Nacht zum Dienstag hat Samsung beim Ausblick auf das erste Quartal durchaus ermutigende Signale gesendet: Der südkoreanische Smartphone-Hersteller rechnet im Ende März zu Ende gegangenen Geschäftszeitraum nun sogar mit steigenden Gewinnen. Im zweiten Quartal jedoch könnte die Wirkung der Corona-Krise durchschlagen.

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Es ist so so weit: Über drei Monate lang rätselte die Finanzwelt, wie sich die Folgen der Corona-Pandemie in der Realwirtschaft niederschlagen würden. (Umsatz-)Warnungen waren allemal zu vernehmen: Von Apple über Facebook und Twitter bis zur New York Times.

Dass der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung vom Shutdown in Asien, der nach dem Ausbruch der Coronakrise in Wuhan bereits im Januar begonnen hatte, unmittelbar betroffen sein würde, war weitgehend erwartet worden – nur noch über die Frage des Ausmaßes wurde spekuliert. 

Samsung überrascht mit Gewinnsteigerung

Stattdessen präsentierte der nach Alibaba und Tencent drittwertvollste Konzern Asiens in der Nacht zum Dienstag in seinem turnusmäßigen Quartalsausblick, der der Geschäftsbilanz am Ende des Monats vorausgeht, eine kleine Überraschung.

Zwischen Anfang Januar und Ende März rechnet Samsung nämlich nunmehr mit einem operativen Gewinn von 6,4 Billionen Won, die 5,2 Milliarden Dollar entsprechen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Hersteller der Galaxy-Smartphones noch 6,2 Billionen Won verdient – Analysten hatten im abgelaufenen Quartal genau so viel erwartet. Die Umsätze zogen nach Konzernangaben um 5 Prozent auf 55 Billionen Won an.

Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal erwartet

Treiber der Geschäftsdynamik war wieder einmal die Chipsparte, die sich wegen steigender Nachfrage nach Laptops und Datenzentren besser als erwartet entwickelte. Im laufenden Geschäftsquartal drohen die Folgen der Corona-Krise nun jedoch stärker durchzuschlagen.

Vor allem Verbraucherelektronikartikel wie Smartphones und Fernseher dürften sich durch den Corona-bedingten Lockdown in den wichtigen Absatzmärkten schlechter verkaufen als noch im Vorfeld erwartet, mutmaßen Analysten.

Smartphonesparte dürfte sich wegen Corona schlechter entwickeln

„Samsungs Mobile-Sparte, die schon im ersten Quartal von Ausbruch des Coronavirus betroffen war, dürfte im zweiten Quartal vor größeren Herausforderungen stehen, da die USA und Europa zu den am schwersten (von der Corona-Pandemie – A.d.R.) betroffenen Regionen gehören“, merkt etwa Kim Sun-woo vom Finanzdienstleister  Meritz Securities gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an. Samsung hatte seine neue Smartphone-Flaggschiff-Serie Galaxy S20 gerade erst im März in den Handel gebracht.

Anleger reagierten auf den Ausblick des mit Abstand wertvollsten Konzerns aus Südkorea dennoch erleichtert. Im frühen Handel an der einheimischen Börse in Seoul legten die Papiere um rund 1,5 Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat die Samsung-Aktie um 11 Prozent an Wert eingebüßt. Gegenüber den Jahreshochs vor dem Ausbruch der Corona-Krise beträgt das Minus rund 20 Prozent.

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