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AGOF-Top-100 der Medienmarken: Süddeutsche und FAZ gewinnen 80% Nutzer hinzu, Berliner Morgenpost 275%

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die täglichen Nutzerzahlen der journalistischen Online-Angebote sind enorm: 91 der 100 reichweitenstärksten Marken lagen über dem Februar, zahllose Anbieter gewannen 50% und mehr hinzu, reihenweise Rekorde wurden aufgestellt. Innerhalb der Top 15 am dicksten im Plus: ntv, Merkur.de, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine.

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Die populärsten 12 Online-Medienmarken des AGOF-Rankings stellten allesamt Rekorde auf. Erst auf Rang 13 folgt mit dem kicker das erste Angebot ohne neuen Rekord. Dazu gleich mehr. Zunächst aber zu den Rekorden auf den ersten 12 Plätzen: Bild steigerte sich im März auf 7,69 Mio. tägliche Nutzer – 1,39 Mio. mehr als beim bisherigen Rekord aus dem Januar und 1,49 Mio. mehr als im Februar. Das prozentuale Plus liegt hier bei 24,0%.

Verglichen mit den Verfolgern gewann Bild damit sogar unterdurchschnittlich viele Nutzer hinzu. So steigerte sich Focus Online um 1,63 Mio. tägliche Nutzer gegenüber dem Februar, Welt um 1,71 Mio., Der Spiegel um 1,95 Mio. und ntv, das auch von seinem TV-Livestream profitierte, um sogar 2,15 Mio. Auch Merkur.de gewann auf dem siebten Platz mit 1,54 Mio. Nutzern stärker dazu als Bild.

Prozentual gesehen wuchsen auf den ersten 15 Rängen ntv, Merkur.de, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine am deutlichsten – jeweils um mehr als 70%. Extreme Zuwächse gab es für die Berliner Regionalmedien: Der Tagesspiegel steigerte sich auf Platz 18 um fast 95% auf 1,46 Mio. tägliche Nutzer, die B.Z. gewann auf dem 32. Platz genau 100% auf 0,80 Mio. dazu. Ein mit 275,7% unglaubliches Plus verzeichnet die Berliner Morgenpost, die sich von 0,37 Mio. auf 1,39 Mio. tägliche Nutzer verbesserte. Einer der Gründe ist dabei der „Coronavirus-Monitor„, eines der bundesweit wohl beliebtesten Dashboards mit Zahlen zur Pandemie.

Weitere extreme Gewinner im März: die Passauer Neue Presse auf Platz 47 mit einem Plus von 95,7%, swp.de auf 56 mit einem Zuwachs von 70,0%, das Hamburger Abendblatt auf 64 mit 72,2% mehr täglichen Nutzern, Der Aktionär auf 66 mit 107,1% mehr, schwäbische auf 74 mit einem Plus von 78,6%, die Hannoversche Allgemeine auf 75 mit einem von 92,3%. Außerdem: Heidelberg24, das auf Platz 80 extreme 283,3% hinzu gewann, idowa, direkt dahinter auf 81, mit einem Plus von 109,1%, der Nordkurier auf 84 mit plus 91,7%, die Freie Presse auf 88 mit 75,0% mehr, die Westdeutsche Zeitung auf 96 mit plus 81,8%, sowie Börse Online mit einer Steigerung um 90,0% auf dem 100. Platz.

Heidelberg24, idowa, der Nordkurier, die Freie Presse, die Westdeutsche Zeitung und Börse Online sind durch ihre Zuwächse sogar erstmals überhaupt in die Top 100 eingestiegen. Ebenso: aerzteblatt.de, das auch auf dem 86. Platz um 69,2% auf 0,22 Mio. tägliche Nutzer steigerte. Bisher lag das Fachmedium im Monatsdurchschnitt immer bei maximal 0,13 Mio. täglichen Lesern.

Zu den wenigern Verlieren, den Marken also, die ihr Februar-Niveau nicht halten konnten, gehören vor allem Sport-Angebote. Wenig überraschend, denn Mitte/Ende März wurden ja sämtliche Sportveranstaltungen gestoppt. Der kicker büßte so 30,7% seiner Februar-Nutzer ein, rutschte von Platz 7 auf 13. sport1 verlor 12,5%, transfermarkt 15,9%. Etwas überraschend sind eher die Verluste der Apotheken Umschau (-6,5%) und von NetDoktor (-8,9%). In einer Zeit, in der ein Gesundheits-Thema sämtliche Massenmedien dominiert, haben es reine Gesundheitsmedien offenbar schwerer – es sei denn, sie sind Fachmedien wie aerzteblatt.de.

Top 100 der redaktionellen Medienmarken im März 2020 nach täglichen Unique Usern

Mrz. Feb. Medienmarke Unique User in Mio.* vs. Feb. in Mio. vs. Feb. in %
1 1 Bild 7,69 1,49 24,0
2 3 Der Spiegel 5,65 1,95 52,7
3 2 Focus Online 5,45 1,63 42,7
4 6 ntv 5,20 2,15 70,5
5 5 Welt 4,91 1,71 53,4
6 4 t-online.de 4,35 1,03 31,0
7 8 Merkur.de 3,69 1,54 71,6
8 9 upday 2,68 0,80 42,6
9 13 Süddeutsche Zeitung 2,65 1,17 79,1
10 11 DerWesten 2,60 1,01 63,5
11 10 Chip 2,24 0,63 39,1
12 17 Frankfurter Allgemeine 2,21 0,98 79,7
13 7 kicker 2,03 -0,90 -30,7
14 14 Zeit Online 2,01 0,72 55,8
15 12 RTL.de 1,91 0,42 28,2
16 16 stern 1,76 0,49 38,6
17 15 Web.de 1,58 0,31 24,4
18 26 Der Tagesspiegel 1,46 0,71 94,7
19 48 Berliner Morgenpost 1,39 1,02 275,7
20 18 TV Spielfilm 1,35 0,22 19,5
21 21 Auto Bild 1,30 0,25 23,8
22 20 Computer Bild 1,28 0,22 20,8
23 22 Wunderweib 1,26 0,28 28,6
24 27 RP Online 1,05 0,33 45,8
25 19 sport1 0,98 -0,14 -12,5
26 31 inTouch 0,96 0,31 47,7
27 23 Bunte.de 0,95 0,07 8,0
28 30 Express 0,91 0,24 35,8
29 25 Gala 0,89 0,12 15,6
30 24 Giga 0,88 0,05 6,0
31 29 GMX 0,86 0,18 26,5
32 44 B.Z. 0,80 0,40 100,0
33 28 heise online 0,78 0,08 11,4
34 34 watson 0,77 0,26 51,0
35 33 TV Movie 0,70 0,17 32,1
36 42 Stuttgarter-Zeitung.de, StN.de 0,68 0,27 65,9
37 35 Handelsblatt 0,64 0,17 36,2
38 32 Sport Bild 0,64 0,05 8,5
39 43 inFranken.de 0,58 0,17 41,5
40 40 Mopo 0,56 0,12 27,3
41 46 Frankfurter Rundschau 0,51 0,12 30,8
42 47 kino.de 0,50 0,11 28,2
43 37 Lecker 0,50 0,04 8,7
44 41 Vip.de 0,47 0,04 9,3
45 54 Business Insider 0,47 0,17 56,7
46 56 nordbayern 0,46 0,18 64,3
47 65 Passauer Neue Presse 0,45 0,22 95,7
48 45 Brigitte 0,43 0,03 7,5
49 36 Apotheken Umschau 0,43 -0,03 -6,5
50 57 Kölner Stadt-Anzeiger 0,41 0,13 46,4
51 52 Augsburger Allgemeine 0,41 0,07 20,6
52 38 NetDoktor 0,41 -0,04 -8,9
53 49 Hörzu 0,40 0,03 8,1
54 39 transfermarkt 0,37 -0,07 -15,9
55 50 netmoms 0,35 -0,02 -5,4
56 73 swp.de 0,34 0,14 70,0
57 63 Mitteldeutsche Zeitung 0,34 0,10 41,7
58 60 Neue Westfälische 0,33 0,09 37,5
59 62 Abendzeitung 0,33 0,09 37,5
60 68 manager magazin 0,32 0,10 45,5
61 61 news.de 0,32 0,08 33,3
62 55 desired 0,31 0,03 10,7
63 51 Eltern 0,31 -0,04 -11,4
64 76 Hamburger Abendblatt 0,31 0,13 72,2
65 53 gofeminin 0,30 0,00 0,0
66 94 Der Aktionär 0,29 0,15 107,1
67 70 WAZ 0,28 0,07 33,3
68 82 Badische Zeitung 0,28 0,11 64,7
69 58 Filmstarts 0,28 0,00 0,0
70 59 Spox.com 0,27 0,02 8,0
71 89 Neue Osnabrücker Zeitung 0,27 0,11 68,8
72 81 OK! 0,27 0,10 58,8
73 78 shz.de 0,26 0,08 44,4
74 WE schwäbische 0,25 0,11 78,6
75 WE Hannoversche Allgemeine 0,25 0,12 92,3
76 67 moviepilot 0,24 0,02 9,1
77 71 golem.de 0,24 0,03 14,3
78 69 TV Today 0,24 0,02 9,1
79 83 Hit Radio FFH 0,23 0,06 35,3
80 neu Heidelberg24 0,23 0,17 283,3
81 neu idowa 0,23 0,12 109,1
82 95 Saarbrücker Zeitung 0,23 0,09 64,3
83 74 VRM Medien (u.a. Echo, Allgemeine Zeitung, Wiesbadener Kurier) 0,23 0,03 15,0
84 neu Nordkurier 0,23 0,11 91,7
85 80 MeinMMO 0,22 0,05 29,4
86 neu aerzteblatt.de 0,22 0,09 69,2
87 64 auto motor und sport 0,22 -0,02 -8,3
88 neu Freie Presse 0,21 0,09 75,0
89 100 Aschendorff Medien 0,21 0,07 50,0
90 WE mein schöner Garten 0,21 0,09 75,0
91 WE Frankfurter Neue Presse 0,21 0,08 61,5
92 66 InStyle 0,21 -0,01 -4,5
93 97 Schwarzwälder Bote 0,20 0,06 42,9
94 WE Leipziger Volkszeitung 0,20 0,07 53,8
95 77 freundin 0,20 0,02 11,1
96 neu Westdeutsche Zeitung 0,20 0,09 81,8
97 75 EatSmarter! 0,20 0,01 5,3
98 91 bento 0,20 0,05 33,3
99 79 Techbook 0,20 0,03 17,6
100 neu Börse Online 0,19 0,09 90,0
*Unique User ab 16 Jahren in Deutschland an einem Durchschnittstag im März 2020 // Rohdaten-Quelle: AGOF/TOP, Recherche und Berechnung: MEEDIA

Aus Transparenz-Gründen folgt an dieser Stelle eine Liste aller Medienmarken aus der Oktober-Top-100, deren Zahlen in unserem Ranking nicht denen des Gesamt-Angebots entsprechen. Wir erläutern jeweils, was wir herausgerechnet, auseinandergerechnet oder auch hinzugezählt haben. Nutzer des AGOF-Tools TOP können so genau nachvollziehen, wie vor vorgegangen sind:

  • Wir haben die Einzelmarken Bild und Sport Bild getrennt. Für die Unique-User-Zahl der Bild haben wir in unserem Ranking alle Belegungseinheiten der Bild zu einer Medienkombi zusammen gefasst, außer denen der Sport Bild. Deren Belegungseinheiten haben wir zu einer gesonderten Medienkombi zusammen gefasst, sodass die Sport Bild, die seit Jahrzehnten eine eigene Marke ist, ebenfalls in unserem Ranking auftaucht.
  • Beim Spiegel rechnen wir das Ressort “Karriere Spiegel” hinzu, das offiziell seit jeher zum manager magazin hinzu gezählt wird, obwohl es ein Ressort auf spiegel.de ist. Leider lässt sich das Ressort aus den Zahlen des manager magazins nicht herausrechnen, sodass es auch in den Daten dort einberechnet ist.
  • Bei t-online.de werden sämtliche reinen Nutzer der E-Mail-Funktion herausgerechnet. Mit Hilfe von TOP haben wir ausschließlich die Belegungseinheiten zusammengefasst, die mit journalistischen Inhalten zu tun haben – und lassen die Medien-fremden Teile wie das populäre E-Mail-Center, in dem die Besitzer einer T-Online-Mail-Adresse ihre Mails checken, außen vor.
  • Bei der Welt hätten wir gern die Marken Rolling Stone, Metal Hammer und musikexpress herausgerechnet, das ist aber nicht perfekt möglich, da die restlichen Belegungseinheiten der Welt nicht das komplette Angebot abdecken. Wir lassen die drei Musikmagzine, deren Zahlen offiziell bei der Welt mitgezählt werden, daher vorerst drin. Es handelt sich dabei aber ohnehin nur um einige zehntausend Nutzer pro Tag.
  • Ebenso lassen sich die Marken, bzw. Websites sport.de und Telebörse nicht auf zufriedenstellende Weise aus den Zahlen von ntv herausrechnen. Wir weisen sport.de und Telebörse dennoch als eigene Marken aus, auch wenn sie zusätzlich als Teil in den Daten von ntv stecken.
  • TV Spielfilm und TV Today weisen wir getrennt aus, denn es handelt sich um eigene Medienmarken mit unterschiedlichen Websites und Apps.
  • Die Bestandteile des Konglomerats Funke Medien NRW trennen wir in ihre Einzelteile auf: DerWesten kommt als ein Teil in die Wertung, die Website der Zeitungen WAZ, Westfalenpost, Westfälische Rundschau, NRZ und IKZ-online.de, lokalkompass.de, RevierSport und westfunk jeweils auch als eigener Teil.
  • Der stern muss in unserer Auswertung ohne die Nutzer von Neon, Geo und Nido auskommen.
  • Bei der Süddeutschen Zeitung trennen wir die Marke jetzt heraus.
  • Web.de und GMX kommen wie t-online.de nur mit ihren redaktionellen Angeboten in die Wertung – nicht mit den Seiten, die mit dem jeweiligen E-Mail-Dienst zu tun haben.
  • Bei Zeit Online kommen die Fremd-Bestandteile Spektrum.de, ze.tt und brand eins nicht mit in die Wertung
  • Bei der Computer Bild lässt sich Idealo leider nicht herausrechnen. Er war im Oktober für ca. 25% der Computer-Bild-Page-Impressions verantwortlich. Wie vielen Unique Usern das entspricht, ist nicht bekannt.
  • RTL.de wird ohne die Bestandteile von VIP.de ausgewiesen, VIP.de wird eigenständig gewertet
  • Wunderweib taucht leider inklusive der Bestandteile InTouch und Liebenswert in der Liste auf, sie lassen sich mit Hilfe von TOP nicht aus den Wunderweib-Zahlen heraus rechnen.
  • Die sieben Marken, die unter dem Dach des DuMont Newsnets ausgewiesen werden, werden getrennt in unserem Ranking ausgewiesen: Express, Hamburger Morgenpost, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Kölnische Rundschau.
  • Bei RP Online trennen wir die Zahlen der Saarbrücker Zeitung und vom volksfreund ab und werten diese als eigene Marken.
  • Das Duo Stuttgarter Zeitung und StN.de lässt sich leider mit TOP nicht trennen, wird also in unserem Ranking gemeinsam auftauchen, auch wenn es sich um zwei unterschiedliche Marken und Websites handelt.
  • essen & trinken kommt ohne die offiziell mitgezählten Marken Living at Home und Dogs in die Wertung. Die beiden werten wir ebenfalls getrennt als eigenständige Marken.
  • Die Marken GameStar, MeinMMO, GamePro und PietSmiet tauchen in unserer Tabelle nicht gemeinsam als Dachmarke GameStar auf, sondern getrennt als Einzelmarken.
  • Die VRM Medien werden leider gemeinsam gewertet, da es nicht möglich ist, die Einzelzahlen von Echo, Allgemeiner Zeitung, Wiesbadener Kurier, etc. zu ermitteln.
  • Das RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) aus dem Hause Madsack kommt nicht als Dachmarke in unser Ranking, sondern in Form seiner einzelnen Websites wie Hannoversche Allgemeine, Leipziger Volkszeitung, Kieler Nachrichten, Märkische Allgemeine, Ostsee Zeitung, usw.
  • Der HolidayCheck hat eine Rubrik mit journalistischen Inhalten, die wir ohne den Rest des Angebots (Reiseangebote, Bewertungen, etc.) als Medienmarke werten.

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