Anzeige

Chinesische Botschaft kritisiert Schweizer Weltwoche: „Schändung der Nationalflagge“

Das Logo der Schweizer Wochenzeitung "Die Weltwoche". Credit: Weltwoche

Die chinesische Botschaft in der Schweiz hat einen Artikel der Weltwoche scharf kritisiert. Das Blatt titelte in einem Text zur Coronakrise „Das chinesische Virus“ – und bebilderte ihn mit der chinesischen Flagge, in der die fünf Sterne durch Bilder des Coronavirus ersetzt wurden.

Anzeige

Die Weltwoche begehe damit „eine Lästerung gegen die chinesische Nationalflagge und verbreitet Fake News mit unbegründeten Anschuldigungen“ heißt es in einem Statement, das die chinesische Botschaft am 28. März auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Auch von einer „Schändung der chinesischen Nationalflagge“ ist darin die Rede.

Der Artikel der Weltwoche war zwei Tage zuvor erschienen. Der Sprecher der Botschaft, Geng Wenbing, forderte anschließend den Weltwoche-Chefredakteur und Nationalrat Roger Köppel (SVP) auf, „das Fehlverhalten sofort einzustellen“ und den Artikel auch online zu entfernen. Ebenso forderte der Sprecher eine „schriftliche Entschuldigung zu publizieren, um die schädlichen Auswirkungen zu eliminieren“. Als einer der ersten wies Ronnie Grob, Chefredakteur der Zeitschrift Schweizer Monat, auf Twitter auf den Protest der Chinesen hin.

Der Begriff „Chinese Virus“ wird auch gerne von US-Präsident Donald Trump verwendet. Hintergrund ist, dass eine flächendeckende Ausbreitung des Virus erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan dokumentiert wurde. China kritisierte die Bezeichnung „Chinese Virus“ bereits mehrfach. In ihrem Statement zum Weltwoche-Artikel spricht die chinesische Botschaft davon, dass übertragbare Krankheiten keine nationalen Grenzen oder Unterschiede zwischen Volksgruppen kenne: „Sie ist der Feind, mit dem die gesamte Menschheit konfrontiert ist. Es gibt einen einzigen Weg, diese zu bewältigen: (…) durch Kooperation der internationalen Gemeinschaft“.

Anzeige