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Kampf gegen Desinformation: Google fördert Faktenchecker zu Covid-19 mit Millionen

Foto: imago images / PA Images

Google will 20 Faktencheck-Organisationen weltweit finanziell unterstützen, die sich dem Kampf gegen Desinformation, insbesondere im Zusammenhang mit dem Coronavirus, verschrieben haben. Das Förderprogramm soll ein Volumen von 6,5 Millionen US-Dollar (5,8 Millionen Euro) haben, teilte der Konzern am Donnerstag in Mountain View mit.

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Ziel des Förderprogramms sei es, vorhandene Expertise breiter zu nutzen, Erfahrungen zu teilen und so insgesamt die Verbreitung falscher Informationen zu verringern (Google-Ankündigung hier in voller Länge). In Deutschland werde das Recherchezentrum Correctiv unterstützt, um ein Programm weiter auszubauen, mit dem es Bürgerinnen und Bürger im Kampf gegen Desinformation einbeziehen will.

Google-Manager Alexios Mantzarlis verwies darauf, dass Gesundheitsorganisationen und führende Politiker auf der ganzen Welt davor gewarnt hätten, dass zu viele Informationen rund um die Coronavirus-Pandemie den Menschen den Zugang zu verlässlichen Quellen erschweren könnten. „Um hier für Orientierung zu sorgen, müssen alle Akteure – Wissenschaftler, Journalisten, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Technologieplattformen und viele andere – zusammenarbeiten.“ In diesem Rahmen unterstütze Google nun gemeinnützige Organisationen, die sich auf die Qualität von Informationen und die Überprüfung von Fakten konzentrieren.

Gegensatz zu Facebook: keine geschäftliche Partnerschaft

Von einer finanziellen Förderung durch Google profitiert auch das Angebot „SciLine“ der American Association for the Advancement of Science, die Journalisten den Zugang zu über 30.000 Wissenschaftlern vermittelt. Außerdem stellt der Konzern den Faktencheckern Daten aus Google Trends zur Verfügung, damit diese sehen können, nach welchen Inhalten die Menschen im Netz gerade suchen und wo eventuell Informationsdefizite vorherrschen.

Im Gegensatz zum Faktencheck-Programm von Facebook handelt es sich bei der Google-Initiative nicht um eine geschäftliche Partnerschaft. „Wir stellen in einer Krisensituation eine Einmal-Hilfe zur Verfügung und erwarten keine Gegenleistungen“, sagte Mantzarlis. Google beauftragt die Faktenchecker auch nicht, Falschinformationen aufzuspüren, die in Diensten wie der Google-Suche oder der Videoplattform YouTube zu finden sind. Dafür gebe es die schon seit längerer Zeit verfügbaren Factchecking-Tools, mit denen Falschinformationen als solche gekennzeichnet werden können („Claim Review“).

dpa

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