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Corona-Krise: Bertelsmanns TV-Produktionstochter Ufa verordnet Kurzarbeit in Fiction-Sparte

Ufa-CEO Nico Hofmann Foto: Ufa

Der Shutdown in Deutschland belastet TV-Produktionsfirmen schwer. Sie sind gezwungen, Dreharbeiten zu stoppen. Betroffen ist auch die zu Bertelsmann zählende TV- und Kinotochter Ufa. Firmenchef Nico Hofmann muss deshalb jetzt Mitarbeiter in den Produktionen der Ufa Fiction in Kurzarbeit schicken – darunter das Format Soko Leipzig.

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Jede Woche löst das Team der Soko Leipzig um Hauptkommissarin Ina Zimmermann, die von Melanie Marschke gespielt wird, Kriminalfälle in der sächsischen Metropole. Für das ZDF ist der Krimi-Knüller ein wahrer Quotenhit, der auch ein junges Publikum erreicht. So lockt das Format mehr als vier Millionen Zuschauer vor die Bildschirme.

Produziert wird die beliebte Serie von der zur Bertelsmann gehörenden TV- und Kino-Tochter Ufa. Doch der durch die Corona-Krise verursachte Shutdown macht UFA-Chef Nico Hofmann einen Strich durch die Rechnung. Weil die Behörden derzeit Drehgenehmigungen für den öffentlichen Raum untersagen, musste der Firmenboss viele TV-Produktionen auf Eis legen. „Die klassischen fiktionalen Dreharbeiten, für die zum Beispiel keine Drehgenehmigungen mehr für Dreharbeiten im öffentlichen Raum erteilt wurden, wurden gestoppt beziehungsweise in gemeinsamer Absprache mit den Sendern ausgesetzt – das betrifft die meisten der Ufa Fiction Produktionen, darunter zum Beispiel Soko Leipzig, Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution, Sankt Maik oder Ein starkes Team„, sagt eine UFA-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage.

Ufa-Chef Hofmann kommt nun vereinbarte Branchenlösung zugute

Hofmann zieht deshalb seine Konsequenzen und will deshalb die Mitarbeiter in den betroffenen Produktionen in Kurzarbeit schicken. „Da wir vor diesem Hintergrund gegenüber dem Sender angehalten sind, Möglichkeiten zur Schadensminderung zu ergreifen und wegen des Stillstands die Arbeit in vielen Produktionen derzeit entfällt, machen wir von dem Instrument der Kurzarbeit bei den Produktionen der Ufa Fiction Gebrauch“, so die Sprecherin. Zahlen, wie Mitarbeiter staatlichen Hilfen der Agentur für Arbeit bekommen sollen, nennt sie aber nicht. Erst vor wenigen Tagen hatte Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe von mehreren hundert Mitarbeiter gesprochen, die das Gütersloher Medienunternehmen in Kurzarbeit geschickt hat. Dabei seien diverser Bereiche betroffen – vor allem die Dienstleistungssparte Arvato (MEEDIA berichtete).

Ufa-Chef Hofmann kommt bei der Einführung von Kurzarbeit eine jetzt vereinbarte Branchenlösung zugute. Denn die Produzentenallianz, der Bundesverband Schauspiel (BFFS) und die Gewerkschaft Verdi hatten sich jüngst zu außerordentlichen Tarifverhandlungen getroffen und kurzfristig einen branchenspezifischen Kurzarbeits-Tarifvertrag vereinbart. „Diese schnelle Verständigung ist bemerkenswert und zeigt die Bereitschaft auf allen Seiten, eine gemeinschaftliche Lösung zu finden“, sagt die Firmensprecherin. Die Ufa ist nicht die einzige TV-Produktion in Deutschland, die der Shutdown durch Corona trifft. Erst am Montag hatte Branchenkonkurrent Studio Hamburg-Chef Johannes Züll bekanntgegeben, durch Produktionsausfälle rund 500 Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken (MEEDIA berichtete). Die NDR-Tochter produziert für fast alle großen privaten Sender wie RTL und öffentlich-rechtliche Anstalten Serien und Shows.

GZSZ und Unter uns nehmen Betrieb wieder auf

Zu einem großen Anbieter in diesem Bereich gehört auch die Ufa. Dabei hat die Bertelsmann-Tochter reine Studioproduktionen in der Ufa Show & Factual gebündelt, in der unter anderem Talentshows wie Deutschland sucht den Superstar entstehen. Auch dieser Sparte bleibt von der Corona-Krise nicht verschont. „Bei unseren Dailys haben wir eine Woche pausiert und die Zeit dazu genutzt, die Drehbücher und Sets den Sicherheitsmaßnahmen zur Risikominimierung weiter anzupassen“, so eine Unternehmenssprecherin. Inzwischen wurde der Drehbetrieb von GZSZ und Unter uns wieder aufgenommen, der unter strengen Hygienemaßnahmen stattfindet.

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