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Agentur-Ranking 2019: FischerAppelt springt aufs Treppchen

Der Vorstand von FischerAppelt: (v. li.) Bernhard Fischer-Appelt, Franziska von Lewinski, Matthias Wesselmann und Andreas Fischer-Appelt (Foto: ©FischerAppelt)

Am Mittwoch veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Rankingliste (Horizont, w&v, GWA) die jährlich erstellte Rangliste der 50 führenden inhabergeführten Agenturen Deutschlands. Wenig überraschend: Serviceplan und Jung von Matt konnten ihre Spitzenpositionen verteidigen. Auf Platz 3 konnte sich FischerAppelt vorarbeiten. Platz machen musste dafür die Hirschen-Group, die auf den undankbaren vierten Rang abrutschte.

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FischerAppelt verzeichnete mit einem Gross-Income-Plus von gut 40 Prozent, respektive 24,2 Millionen Euro für 2019 auch die zweithöchste Umsatzsteigerung der Top-50-Agenturen. Allerdings: Diese bemerkenswerte Steigerung rührt weniger aus dem klassischen Geschäftszuwachs, als aus der Akquise von Philipp und Keuntje im März 2019, die rund 20 Millionen Gross Income zur Bilanz beitrugen.

Das größte Umsatzplus 2019 verbuchte allerdings Achtung!. Die Hamburger steigerten ihr Gross Income um knapp 46 Prozent auf 27,83 Millionen Euro. Diese erfreuliche Entwicklung begründet Achtung-Chef Mirko Kaminski vor allem mit einem guten Neugeschäft und dem Ausbau des Bestandsgeschäfts. Außerdem hätten die Neugründungen Achtung Mary, Achtung Broadcast und Achtung Alive das ihre dazu beigetragen. Allein Achtung Mary habe über zehn Prozent zum Wachstum beigetragen.

Grabarz & Partner muss bei Volkswagen immense Einschnitte hinnehmen

Kaum geändert hat sich dagegen der Umsatz von Jung von Matt. Die Agenturgruppe konnte zwar ihren 2.Platz in der Rangliste verteidigen, musste sich aber mit einem Wachstum von nur rund 150.000 Euro zufrieden geben. Finanzvorstand Peter Figge begründete das damit, dass neue Jung-von-Matt-Ableger wie JvM/Impact, JvM/Flow oder JvM/Nerd auf den Weg gebracht und einige Großprojekte kundenseitig verschoben wurden. Dazu kam noch, dass Jung von Matt den Saturn-Etat an die Hirschen Group abgeben musste.

Weniger erfreulich lief es 2019 für Grabarz & Partner. Die Hamburger mussten vor allem bei ihrem Kunden Volkswagen immense Einschnitte hinnehmen. Der Autokonzern hatte ein neues Agenturmodell etabliert, nach dem die Wolfsburger ihre Werbung von networkgebundenen Agenturen ausspielen. Kumuliert bedeutete das für Grabarz & Partner ein Minus von rund zehn Prozent.

Mit 30 Prozent den größten Umsatzrückgang musste die Kölner B+D Agenturgruppe verzeichnen, was B+D mit dem Verkauf von B+D Interactive an die niederländische Macaw begründete. Der Verkauf soll laut der B+D-Homepage im Dezember 2019 vollzogen worden sein. Was grundsätzlich noch keinen Einfluss auf das Ranking genommen hätte, wäre B+D Interactive nicht da schon längst aus dem Agenturverbund herausgelöst gewesen.

Pilot Agenturgruppe steigt auf Platz 7 ein

Höchster Neueinsteiger im Ranking ist die Pilot Agenturgruppe, die von Null auf Platz 7 einstieg. Grund dafür ist, dass die Arbeitsgemeinschaft Ranking die Zugangsvoraussetzungen zur Liste für das vergangene Jahr geändert hat. Bislang konnten nur Agenturen teilnehmen, die mindestens ein Viertel ihre Umsatzes aus dem klassischen Agenturgeschäft generieren. Pilot hat seinen Schwerpunkt in Media, also einem Geschäftsfeld, in dem traditionell das meiste Geld verdient wird.

Rangliste der größten inhabergeführten Unternehmen Deutschlands

Rang 2019 Rang 2018 Name, Hauptsitz Gross Income 2019 in Mio. Euro Gross Income 2018 in Mio. Euro
1 1 Serviceplan, München 326,61 315,16
2 2 Jung von Matt, Hamburg 85,2 85,05
3 6 Fischer-Appelt, Hamburg 82,7 58,5
4 3 Hirschen Group, Hamburg 75,86 71,8
5 4 Vertikom, Nürnberg 63,48 62,7
6 5 Media Consulta Deutschland, Berlin 63,02 61,75
7 Pilot Agenturgruppe, Hamburg 42,4 36,8
8 7 Zum goldenen Hirschen, Hamburg 41,68 37,7
9 Achtung Gruppe, Hamburg 27,83 19,12
10 9 Grabarz & Partner, Hamburg 25,79 28,82
11 14 Achtung!, Hamburg 22,76 19,12
12 12 Philipp und Keuntje, Hamburg 20,68 19,74
13 16 Faktor3, Hamburg 20,14 18,2
14 17 Ressourcenmangel, Berlin 20,08 17,86
15 13 Pahnke Markenmacherei, Hamburg 19,79 19,5
16 10 UGW, Wiesbaden 19,27 20,96
17 11 Saint Elmo’s, München 19,07 20,52
18 15 KNSK/Bissinger+, Hamburg 17,59 18,33
19 18 Wefra, Neu-Isenburg 15,77 15,62
20 19 Gingco.Net, Braunschweig 15,2 15,1
21 21 Schaller & Partner, Mannheim 14,99 14,94
22 Wiethe Content, Georgsmarienhütte 14,02 11,01
23 23 Palmer Hargreaves, Köln 11,45 10,23
24 20 B+D Agenturgruppe, Köln 10,62 15,04
25 24 Familie Redlich, Berlin 10,32 9,86
26 27 Zebra Group, Chemnitz 8,65 8,36
27 26 BBS Brand Communication, Stuttgart 8,1 8,39
28 29 Point Werbeagentur, Minden 7,97 7,81
29 33 CMF, Mörfelden-Walldorf 7,29 7
30 25 Panama, Stuttgart 7,25 8,48
31 36 Schmittgall Gruppe, Stuttgart 7,21 6,28
32 37 Bartenbach, Mainz 7,09 5,94
33 34 BDA Creative, München 6,68 6,55
34 31 Damm & Bierbaum, Frankfurt 6,55 7,27
35 38 W&S Epic, Hannover 6,45 5,92
36 Davies Meyer, Hamburg 6,21 5,8
37 32 WFP Werbeagetur, Mönchengladbach 6,2 7,02
38 Segmenta Communications, Hamburg 6,16 4,67
39 47 United Pioneers, Berlin 6,11 4,35
40 Freunde des Hauses, Hamburg 5,76 5,93
41 Vistapark Group, Wuppertal 5,6 4,5
42 46 Move Elevator, Oberhausen 5,4 4,46
43 CP Compartner, Essen 5,34 4,98
44 Cyperfection, Ludwigshafen 5,11 4,45
45 43 S. Lingner, Fürth 5,05 4,98
45 Lingner.com, Heilbronn 5,05 3,95
47 41 Eberle, Schwäbisch Gmünd 4,98 5,42
48 Finc3, Hamburg 4,86 3,64
49 Kochstrasse, Hannover 4,72 4,81
50 50 Huth + Wenzel, Frankfurt 4,48 3,51
Quelle: (Arbeitsgemeinschaft Rankingliste HORIZONT, W&V, GWA (Datenauswertung: W&V))

Über alle Agenturen hinweg sah es für die inhabergeführten Agenturen im vergangenen Jahr dennoch ganz rosig aus. Insgesamt kommen sie auf ein Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2018 von gut zwei Prozent, was in etwa den 1,5 Prozent entspricht, die der GWA im Rahmen seines Monitors für 2019 errechnet hat. Die Differenz von 0,5 Prozent ist tatsächlich den geänderten Zugangsbedingungen der Arbeitsgemeinschaft Ranking zuzuschreiben.

cb

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