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Trotz Trafficboom: Führt die Coronakrise zu Massenentlassungen von Journalisten in den USA?

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Buzzfeed Credit: Buzzfeed

Corona beschert Medien derzeit unglaubliche Leserzahlen, gerade die Zugriffe für Digitalmedien sind enorm. Trotzdem wird aus den USA von einer großen Entlassungswelle bei Medienhäusern berichtet

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Das Bedürfnis nach Information ist groß. In Deutschland holen etwa die Nachrichten aktuell täglich die besten Quoten. Onlinemedien verzeichnen in Zeiten von Corona riesige Reichweiten.  Aber: Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn nicht nur das soziale Leben fährt zurück, auch die Werbewirtschaft nimmt eine Auszeit und kürzt die Ausgaben. Ausfälle, die gerade Medien hart treffen. Während hierzulande das soziale Netz mit staatlichem Kurzarbeitergeld und Soforthilfen engmaschiger ist, sieht es in den USA düsterer aus. 

Wie CNN Business berichtet, haben im März einhundert Journalisten bei lokalen Newsrooms ihren Job verloren. Am Freitag soll diese Zahl auf 300 hochgeschnellt sein. Wie auch in Deutschland kürzen Medien in den USA zuerst ihr Budget für die freischaffenden Mitarbeiter. Sie trifft die Krise vorerst am härtesten, vor allem in den USA, wo die Gesundheitsversorgung an das Unternehmen gekoppelt ist.

Buzzfeed kürzt die Gehälter

Buzzfeed CEO Jonah Peretti hat erste Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen. Dazu gehören Gehaltskürzungen, weniger Neueinstellungen und eine restriktive Reisepolitik. Trotz alledem rechnet man damit, dass auch Buzzfeed Geld verlieren werde, wie Peretti in einem Statement an die Belegschaft mitteilte. Peretti selbst wolle für den Rest des Jahres auf sein Gehalt verzichten.

Andere Medienunternehmen wie Future PLC zu dem auch Live Science gehört, gehen den Schritt der Kündigung. Vox Media will noch nicht von Entlassungen sprechen, kündigte aber gegenüber der Belegschaft an, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Beurlaubungen bei Lokalmedien

Wie CNN weiter berichtet, trifft die Krise vor allem lokale Nachrichtenportale verstärkt. The Advocate, die größte Tageszeitung aus Louisiana, hat etwa zehn Prozent der 400 Mitarbeiter starken Belegschaft in Urlaub geschickt. Der Rest arbeitet eine Viertage-Woche.

Informationslücke droht

Gerade auf der Lokalebene zeigt sich in den USA aktuell die doppelte Gefahr der Coronakrise für die Gesellschaft. Die wegbrechenden Anzeigen sind nicht nur eine Gefahr für den einzelnen Redakteur, weil seine Arbeit nicht mehr finanziert werden kann, sie sorgt auch dafür, dass wesentliche Informationen wegbrechen, weil eine vernünftige Recherche in der verkleinerten Redaktion nicht mehr leistbar ist.

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