Anzeige

Gastbeitrag: Leere Straßen – volles Internet: Wo Marken jetzt werben sollten

George Danzer Foto: Youblicity

Die Corona-Krise stellt die Werbebranche vor einige Herausforderungen. Sie eröffnet aber auch neue Perspektiven. Während OOH-Werbung derzeit keine großen Reichweiten erzielt, erreicht Werbung über Streaming momentan ein Millionenpublikum. Eine Chance, findet George Danzer, CEO und Gründer von Youblicity.

Anzeige

von George Danzer

Der weltgrößte Streamingdienst Netflix hat bereits seine Bandbreite reduziert: die Filme werden nicht mehr in höchster Auflösung ausgesendet. Denn die Zuschauerzahlen sind seit den durch Covid- 19 bedingten Ausgangsbeschränkungen enorm gewachsen. Was viele nicht auf dem Schirm haben: gerade im E-Sports und beim Live Streaming auf Twitch, Mixer und YouTube Gaming steigen die Zahlen ebenso deutlich. Täglich treffen sich hier Millionen junger Leute, um ihre Lieblings-Streamer live zu sehen und mit ihnen zu chatten.

Live Streams muss man sich wie eigenständige Fernsehsender vorstellen

Völlig unbemerkt vom Großteil der über Vierzigjährigen existiert eine Nische, die schon längst keine mehr ist. Das führende Portal Twitch hat täglich etwa 15 Millionen Zuschauer, Tendenz derzeit stark steigend. Dazu kommen YouTube Gaming sowie Mixer von Microsoft. Hier werden Games gespielt, gechattet und manchmal auch gekocht. Die Kanäle kann man sich dabei wie eigenständige Fernsehsender vorstellen. Das Beste daran ist, dass jeder seinen eigenen Kanal ohne viel Aufwand und völlig kostenlos eröffnen kann. Die niedrige Einstiegshürde macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: bereits über 3,7 Millionen Menschen weltweit haben einen eigenen Kanal. Und während durchschnittlich 1,76 Millionen Zuschauer gleichzeitig die Streams verfolgen, sind es an einem Tag der Corona-Epoche mehr als 2,7 Millionen. Die Krise hat eben unterschiedlichste Nebenwirkungen.

Immer mehr Streamer professionalisieren sich und sind dadurch in der Lage, ihren Lebensunterhalt mit ihrem Hobby zu bestreiten. Und das mitunter gar nicht schlecht: Top Talente verdienen inzwischen fünfstellige Beträge im Monat. Die Stars der Szene spielen dabei durch lukrative Werbedeals sowie die Unterstützung ihrer abertausenden Fans nochmal in einer eigenen
(finanziellen) Liga. Lukrativ sind diese Deals nicht nur für den Streamer, sondern auch für die werbenden Unternehmen. Es gibt derzeit wohl keine Werbeform, welche so authentisch ist und den Zeitgeist trifft wie das Influencer-Marketing.

Flexible Werbeformen gibt es nur im Internet

Auch in puncto Flexibilität können herkömmliche Werbemittel oft nicht mithalten. So flimmert zum Beispiel im Süden der Republik trotz geschlossener Grenzen und Kontaktverbot nach wie vor Werbung für Skireisen nach Südtirol über die dynamischen Plakatwände (gesehen am 23. März 2020). Vielen Agentur- und Brandmanagern ist noch immer nicht bewusst, wo „ihre“ zukünftigen Kunden ihre Zeit verbringen und wie sie diese am besten erreichen können: bei live Streams. Und im Unterscheid zu Amazon Prime oder Netflix kann man dort auch werben.

Zur Person:

George Danzer tourte rund elf Jahre, von 2006 bis 2016, als professioneller Pokerspieler um die Welt, bevor er 2018 bei der insight gg GmbH als CEO einstieg. 2019 gründete er gemeinsam mit Kollegen mit Youblicity eine Werbeplattform für Live-Streaming. 

lk

Anzeige