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Schock-Prognose: Corona-Krise könnte Google und Facebook in diesem Jahr 44 Milliarden Dollar an Werbeumsätzen kosten

Unter Druck wegen Corona: Werbechampions Facebook und Google
Unter Druck wegen Corona: Werbechampions Facebook und Google

Dass die Corona-Pandemie einen tiefen Einschnitt in den Konzernbilanzen hinterlassen wird, ist längst Konsens. Vor allem die Medien- und Internetbranche dürfte wegen ihrer Abhängigkeit von der Werbewirtschaft besonders leiden. Wie drastisch die Einbrüche der Werbeerlöse bei den Online-Giganten Facebook und Google wegen Corona-Krise sein dürften, hat die Investmentbank Cowen & Co vorgerechnet.

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Die Ansage war klar: “Dies wird kein Business as usual”, hatte Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg vor einer Woche gegenüber Bloomberg relativ unverblümt Stellung zu den Folgen der Coronakrise für das Unternehmen bezogen. “Die Marketingbranche wird zweifelsohne den Einschlag spüren. Wie groß der sein wird, weiß heute wohl noch niemand. Wir werden sehen”, erklärte Sandberg im Gespräch mit dem Finanzinformationsdienst.

Acht Tage später wurde der drittwertvollste Internetkonzern der Welt deutlicher. In einem Blogpost teilte Facebook gestern mit, dass das weltgrößte Social Network zwar eine deutlich längere Verweildauer, verstärkte Messenger- und Videochat-Nutzung verzeichne, sich das Anzeigengeschäft in vor allem mit COVID-19 betroffenen Regionen – also den Kernmärkten USA und Europa – aber schlechter entwickle als erwartet.

Facebook und auch Google leiden wegen Abhängigkeit vom Werbemarkt in Corona-Krise besonders

Dass Facebook und auch Google im besonderen Maße von den Folgen der Corona-Krise betroffen sein würden, war bereits seit Wochen von Analysten zu hören. “Werbung ist ein Bereich, den man in unsicheren und volatilen Zeiten leicht reduzieren kann”, gab etwa Collin Colburn, Senior-Analyst beim Marktforscher Forrester Research, zu bedenken.

Needham-Analystin Laura Martin sekundierte mit dem Verweis, dass Anzeigen aus den Bereichen Reisen, Einzelhandel, schnelllebige Konsumgüter und Unterhaltung, die insgesamt für 30 bis 45 Prozent von Facebooks gesamten Umsätzen verantwortlich sind, im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs zurückgegangen sind.

Cowen: Facebook und Google entgehen wegen Corona in diesem Jahr Werbegelder von 44 Milliarden Dollar
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Während Needham die Einbußen der Werbegelder vor drei Wochen noch im kleineren einstelligen Milliarden-Bereich bezifferte, legte die Investmentbank Cowen gestern in einer Kurzstudie, die dem Unterhaltungsmagazin Variety vorliegt, eine wahre Schock-Prognose vor.

So könnten Facebook und Google wegen der Corona-Krise zusammengenommen Werbeeinnahmen in Höhe von 44 Milliarden Dollar entgehen. In beiden Fällen würde die kommende tiefe Rezession damit zu Umsatzrückgängen führen.

Umsätze von Google und Facebook könnten 2020 sinken

So geht die New Yorker Investmentbank bei Google im laufenden Geschäftsjahr nun “nur” noch von Werbeerlösen von 127,5 Milliarden Dollar aus (ein Minus von 5 Prozent gegenüber 2019), die Umsatzeinbußen von 28,6 Milliarden Dollar gegenüber den früheren Schätzungen entsprechen würden.

Facebook müsste nach Cowens Einschätzung in diesem Jahr wegen der Corona-Krise Einbußen von Anzeigengeldern in Höhe von 15,7 Milliarden Dollar gegenüber der früheren Prognose hinnehmen und würde mit Werbeumsätzen von 67,8 Milliarden Dollar ebenfalls auf ein Erlösniveau unter das Vorjahr zurückfallen. Beide Aktien haben im Ausverkauf des Corona-Crashs in den vergangenen fünf Wochen mehr an Wert eingebüßt als der breite Markt.

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