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Coca-Cola, Michelin, Aldi & Co.: So gehen Werbetreibende mit der Corona-Krise um

In der Corona-Krise gehen Werbetreibende beim Marketing unterschiedliche Wege Credit: Michelin

Werbetreibende müssen derzeit umdisponieren, denn die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind für die meisten nicht abzusehen. Doch während die einen ihr Marketing zurückfahren, machen die anderen mit interessanten Werbemaßnahmen von sich reden. Ein Überblick.

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Viele Branchen gehen unterschiedlich mit der Corona-Krise um – und müssen das sogar. Denn die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Ausbreitung des Virus haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Wirtschaft. So haben zahlreiche Geschäfte derzeit geschlossen, davon ausgenommen: Lebensmittelgeschäfte, Einzelhandelsketten, Banken oder Poststellen. 

Dass sich auch das Marketing an die Corona-Krise anpassen muss, haben Edeka, Penny und Aldi jüngst gezeigt. Mit gefühligen Werbevideos bedanken sich die Discounter bei ihren Mitarbeitern, indem sie diese in den Vordergrund stellen. 

Corona-Krise: Lebensmittel-Discounter zeigen sich solidarisch

Der Lebensmittel-Discounter Penny zeigt in kurzen Szenen typische Arbeitssituationen seiner Mitarbeiter und sagt ausdrücklich “Danke” an alle, “die in dieser Ausnahmesituation alles geben.” 

Bei Aldi lautet die Botschaft “Gemeinsam schaffen wir die Krise” und präsentiert seine Mitarbeiter als stark und gewappnet – sowohl beruflich als auch privat. Anders als bei Penny kommen die Protagonisten selbst zu Wort geben dieses an den Nächsten weiter. Das erzeugt ein Gefühl der Gemeinschaft und Solidarität.

Doch Solidarität zeigt der Discounter nicht nur, er erfährt sie sogar. So kündigte McDonald`s kürzlich an, Mitarbeiter Aldi zur Verfügung zu stellen, um den durch die Corona-Krise ausgelösten Kundenansturm bewältigen zu können – ein gewaltiger Marketing-Kniff. 

Corona-Krise: Michelin setzt Stockvideos in Szene

Auch Michelin bedankt sich mit einem einminütigen Video, jedoch richtet der Reifenhersteller das Wort an alle, die mit ihrem Einsatz und Energie das System am Laufen halten. Interessant: Das Video besteht zu 100 Prozent aus Stockmaterial und wurde innerhalb von 72 Stunden produziert. Verantwortet hat die Konzeption und Umsetzung Odaline. 

In Zeiten von Corona, in dem man nichts produzieren darf, muss man erfinderisch werden”, so Co-Gründer Jan König gegenüber MEEDIA über die etwas andere Aufgabe. “Was ist die Alternative? Nichts zu senden, oder nur Schrift, wie es viele machen. Wir wollten ein Video machen, das nicht aus der Marke gedacht ist, sondern für alle steht – egal ob Pizza-Lieferant oder Krankenhauspersonal.“

Dafür hat Michelin seinen Claim neu interpretiert: „Wir wollen die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die jeden Tag großes leisten“ erklärt, Sophie Guillot, Customer Experience Director bei Michelin Europe North. „Deshalb haben wir bewusst unseren Marken Claim ‚A Better Way Forward‘ auf die Botschaft ‚You are our way forward‘ umgemünzt“.

Coca-Cola wirbt für Abstand und stellt Marketing in Großbritannien ein

Wir müssen Abstand halten. Alle. Coca-Cola nimmt diese Vorgabe ernst und macht auf dem Times Square Werbung für mehr Abstand in Zeiten der Corona-Krise. Die Buchstaben des Schriftzugs machen mit beim „Social Distancing“, sind ein Stück auseinander gerückt und halten einen Sicherheitsabstand ein. Darunter wirbt ein Schriftzug für das Einhalten der staatlichen Maßnahmen: „Staying apart is the best way to stay united“ – „Um verbunden zu bleiben, müssen wir Abstand halten“. Paradox, aber während der Corona-Krise wohl die einzige Option, die uns bleibt.

Gleichzeitig reagierte der Konzern auf operativer Ebene auf die Corona-Krise und setzte sein Marketing in Großbritannien aus, wie campaignlive.co.uk berichtet. Für das zweite Quartal geplante Aktionen sollen eingestellt werden. Der Grund seien die Absagen von großen Events wie der UEFA Euro 2020, der Premier League oder den Olympischen Spielen, bei denen Coca-Cola als Sponsor aufgetreten wäre. Das Portal stützt sich dabei auf von Coca-Cola herausgegebene Informationen.

Ob ein ähnlicher Schritt auch in Deutschland geplant ist, ist ungewiss. Auf eine MEEDIA-Anfrage hat das Unternehmen bislang keine Auskunft gegeben.

am/lk 

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