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„Gut gerüstet“ für Corona-Krise? Bertelsmann erwirtschaftet erstmals mehr als die Hälfte seiner Erlöse digital

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bertelsmann hat die Geschäftszahlen für 2019 vermeldet und blickt auf einen gestiegenen Konzernumsatz von nun 18 Milliarden Euro. Auch das Operating EBITDA verzeichnet mit 2,9 Milliarden Euro laut Unternehmen einen neuen Bestwert. Für die Corona-Krise sieht sich CEO Thomas Rabe „gut gerüstet“.

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Bertelsmann verzeichnet für 2019 einen Konzernumsatz von 18,0 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 2 Prozent entspricht. Im Vorjahr lag dieser bei 17,7 Milliarden Euro. Als Gründe für die Entwicklung führt das Unternehmen neben Penguin Random House, von dem Bertelsmann mittlerweile alleiniger Besitzer ist, die Wachstumsplattformen an. Dazu zählen unter anderem Fremantle und BMG. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe kommt damit seinem Ziel näher, die Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro zu erreichen.

Allen voran die Wachstumsgeschäfte legten mit einem organischen Wachstum von sieben Prozent und einem Konzernumsatz von 36 Prozent zu. Bertelsmann kündigte an, dass der Anteil in den kommenden Jahren auf 40 Prozent steigen soll. Erstmalig geht der Anteil der Digitalgeschäfte am Gesamtumsatz über die 50-Prozent-Hürde und liegt im Jahr 2019 bei 51 Prozent (2018: 49 Prozent).

„Fünf bis sieben Millionen zahlende Abonnenten“ in 2025, so Rabe

Die RTL Group steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut. Lag er 2018 bei 6,5 Milliarden Euro verzeichnete dieser Bereich nun 6,65 Milliarden Euro. Teil des digitalen Ausbaus sind die Streaming-Angebote. Dazu erklärte CEO Thomas Rabe: „Ziel ist es, im Jahr 2025 fünf bis sieben Millionen zahlende Abonnenten zu erreichen.“

Gruner + Jahr dagegen vermeldet einen gesunkenen Umsatz bei nun 1,355 Milliarden Euro (2018: 1,440). Das Operating EBITDA ging beim Verlaghaus jedoch von im Vorjahr 140 Millionen Euro auf 157 hoch. G+J baute sein Engagement im Bereich der Personality-Magazine weiter aus. Auch die digitale Transformation gehe voran, so der Konzern. Dazu gehört neben „Stern Plus und „Stern Crime Plus“ im Paid-Content-Bereich die Gründung der Audio Alliance.

Das Operating EBITDA erreichte einen neuen Bestwert: Lag es im Vorjahr bei 2,688 Milliarden Euro sind es nun 2,995 Milliarden Euro. Als maßgeblicher Treiber dieses Trends sind die Dienstleistungstochter Arvato und die Bertelsmann Education Group zu nennen. Positiv wirkte sich laut Mitteilung zudem die „erstmalige Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 aus“. Das Konzernergebnis überschritt erneut die Milliardengrenze und liegt bei 1,091 Milliarden Euro. Im Vorjahr war das Ergebnis mit 1,104 Milliarden Euro leicht höher ausgefallen.

Der außerhalb Europas erwirtschaftete Umsatzanteil betrug 2019 30 Prozent. Im Fokus stehen dabei neben China, Indien und Brasilien vor allem die USA. Das Unternehmen wolle künftig vermehrt in Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens investieren. Ende des abgelaufenen Jahres hielt der Konzern Investments im Wesentlichen über die vier internationalen Fonds. Konkret sind das etwa 230 Beteiligungen an Unternehmen und Fonds.

Wird die Corona-Krise zum Problem?

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklungen durch die Corona-Krise sieht Rabe das Unternehmen „gut gerüstet“: „Wir haben in der Corona-Krise viele Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter getroffen. Wir sind ertragsstark, verfügen über eine hohe Liquidität, eine komfortable Eigenkapitalquote. Die Ratings sind unverändert und im Investmentgrade-Bereich.“ Durch die breite Aufstellung der Geschäfte sei Bertelsmann „weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen“ und könnte weiter investieren, „ohne an die Substanz zu gehen.“

Außerdem betonte er: „Allen Medien kommt in dieser außergewöhnlichen Situation gesellschaftliche und systemrelevante Bedeutung zu. Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland, die es gerade jetzt aufrechtzuerhalten und zu unterstützen gilt.“

Zum Bertelsmann-Konzern mit Stammsitz in Gütersloh zählen neben der Sendergruppe RTL Group unter anderem die Töchter Penguin Random House (Buchverlag), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musikrechte) sowie Arvato (Dienstleistungen). Eigentümer sind Stiftungen, darunter die Bertelsmann-Stiftung.

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