Partner von:
Anzeige

Kommentar: Coronakrise und Influencer – der schmale Grat des Couch-Contents

Influencer: Der Grat zwischen Vermarktung und Authentizität ist nun noch schmäler geworden.
Influencer: Der Grat zwischen Vermarktung und Authentizität ist nun noch schmaler geworden. Credit: Imago

Die Corona-Krise stellt viele Influencer aktuell vor ein Problem: Wie viel Lifestyle verträgt mein Content in der aktuell schwierigen Lage? Die Antwort darauf ist eigentlich simpel: die Balance muss stimmen – und die Inhalte im Idealfall noch der Gesellschaft dienlich sein. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut.

Anzeige

Das Coronavirus stellt unsere Gesellschaft auf den Prüfstand. Dem Gesundheitssystem droht Überlastung, die Wirtschaft ist runtergefahren, die Politik – in vielen Belangen – ohnmächtig. Paradox: Wir sollen Abstand halten und gleichzeitig als Gesellschaft zusammenrücken. Das birgt Probleme, auch im Influencer Marketing. Denn der Grat zwischen Vermarktung und Authentizität ist nun noch schmaler geworden.

Süßes Leben weicht der Bitterkeit

Lifestyle-Influencer leben davon, ihren Followern das süße Leben zu präsentieren. Sie entscheiden, mit welchen Marken sie zusammenarbeiten, für welches Unternehmen, Produkt oder Hotel sie mit ihrem Namen und Gesicht werben. Doch, wenn die Rezession die Wirtschaft bedroht, versiegen wichtige Einnahmequellen und das süße Leben weicht der Bitterkeit.

Da Influencer trotzdem gezwungen sind, Content zu produzieren, müssen sie umdisponieren. Manche Beispiele von Caro Daur oder Daria Alizadeh zeigen, wie das gehen kann. Wie man es nicht machen sollte, zeigte kürzlich Sarah Harrison auf ihrem Instagram Profil: Dort ließ die Influencerin  ihre Follower an ihrem Familienurlaub in Dubai teilhaben und kommentierte die aktuelle Krisenlage sehr ungeschickt: “In München herrscht gerade echt Chaos”, leitete sie ein. Und weiter: “Hier (in Dubai) hat man noch wesentlich mehr Freiheiten – uns gehts hier einfach gerade besser.” Comedian Oliver Pocher antwortete auf seine Art aus der heimischen Quarantäne.

Nicht jeder gut gemeinte Content kommt gut an
Anzeige

Streiten lässt sich nicht nur über Humor, sondern auch über Geschmacksfragen: Wenn Politiker, Experten, Verbände und Unternehmen dazu aufrufen, sich solidarisch und verantwortungsvoll zu zeigen, wie viel Lifestyle ist dann noch erlaubt? Klar ist: Solidarität und Verantwortungsbewusstsein zählen zu den Grundpfeilern einer starken Zivilgesellschaft. Influencer können als Meinungsführer ihre treue Followerschaft dazu aufrufen, solidarisch und besonnen zu handeln. Das funktioniert auch in den eigenen vier Wänden, wenn sie selbst Verantwortung übernehmen und Lifestyle-Content von der heimischen Couch liefern. Verantwortung und Lifestyle müssen sich nicht widersprechen.

Doch nicht jeder gut gemeinte Content kommt gut an. Ein Beispiel ist der Shitstorm, den Ex-Playmate Stephanie Lindner und ihr Freund Michael Bauer kürzlich erfahren mussten. Am 14. März veröffentlichten beide auf Instagram ein Gewinnspiel, mit dem sie sich mit Bier, Nudeln und Toilettenpapier zeigten. Die Reaktionen waren hart: Wüste Beschimpfungen und Hasskommentare prasselten auf die Influencer ein. Dabei hatten sie die Produkte selbst gekauft, Werbegelder sollen nicht geflossen sein. “Man hat uns beschimpft und sogar Todesdrohungen geschickt”, sagte Lindner zu MEEDIA. “Es war wirklich nur gut gemeint und sollte nur für etwas Spaß sorgen”. Dass auch Jan Böhmermann dazu einen diffamierenden Post retweetete, leistete dem Shitstorm wohl erst recht Schub. 

Dieser Fall zeigt, wie schwer es für Influencer während der Corona-Krise sein kann, den richtigen Output zu liefern. Doch Couch-Content ist gerade jetzt wichtiger denn je. Damit können Influencer die Nähe und Nahbarkeit zeigen, die man an ihnen so schätzt, um zu sagen: “Ich bin einer von euch – und bleibe zu Hause.” Follower und Gesellschaft werden es ihnen danken. 

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia