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SAP auf der Piste – Experience Management auf 1044 Metern

Der SAP Intelligent Enterprise Truck in Balderschwang. Foto: SAP

Heute startet das virtuelle Pendant zur SAP Now. Dabei geht es unter anderem um erfolgreiches Experience Management. In diesem Rahmen machte SAP schon vor rund einem Monat Halt in Balderschwang, um aufzuzeigen, welches Potenzial datengetriebenes Experience Management in Skigebieten birgt. Von Wirten bis Skiliftbetreibern – geht es nach SAP sind die Potenziale enorm. Aber: Worum geht es beim Experience Management eigentlich? Antworten fanden wir auf 1044 Metern in Balderschwang.

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Die Bergstraße windet sich am steilen Fels entlang hinauf in das Skigebiet. Der vollbeladene Skibus nimmt an diesem ersten März, an dem Corona-Warnungen noch Zukunftsmusik waren Kurve nach Kurve, bis er in Balderschwang zu einem Halt kommt und sich durch seine Türen dutzende Skifahrer über die Pisten des Skigebiets ergießen. 

Mittendrin: Der SAP Intelligent Enterprise Truck. Er fällt etwas aus dem Panorama. Die ausfahrbaren Seiten und 360-Grad-Wänden im Inneren erinnern an einen Science-Fiction-Film und nicht an das abgelegene Skigebiet im Allgäu. Vielleicht ist der Kontrast zwischen dem Gestern und Morgen des Skifahrens Absicht. Vielleicht nur willkommener Zufall. Denn: ich besuche SAP an diesem Berghang in Balderschwang, um mir SAPs Vision vom Skifahren der Zukunft anzusehen. Und das ist, wie sollte es 2020 auch anders sein, datengetrieben.

Foto: SAP

SAP fusioniert für besseres Experience Management mit Qualtrics

Schon 2018 hat SAP den Softwarehersteller Qualtrics für rund acht Milliarden Euro übernommen, ein führender Anbieter für sogenannte X-Daten oder Experience Daten. SAP auf der anderen Seite ist spezialisiert auf operative Daten oder O-Daten. Der Zusammenschluss beider Unternehmen führt auch zwei enorme Pools an O- und X-Daten zusammen. SAP will seinen Kunden durch die Fusion in Zukunft ermöglichen, besseres Experience Management zu betrieben. Das heißt vereinfacht: Das Kundenerlebnis zu verbessern. 

„O-“ und „X-Daten“ stehen für operative Daten und Experience Daten. Operative Daten umfassen all jene Werte wie Produkt-, Finanz- und Verkehrsdaten, das Wetter und Prognosen sowie Vitaldaten oder Geodaten. Sie bilden ab, was passiert – können aber laut SAP weniger darüber aussagen, warum etwas passiert. Hier kommen die X-Daten ins Spiel. Diese sind individuell und subjektiv und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Sie umfassen Emotionen, Wahrnehmungen, Bewertungen oder Präferenzen und sind deshalb für ein erfolgreiches Experience Management zentral – es geht schließlich darum, dem einzelnen ein verbessertes Erlebnis zu bieten.

Das Skifahren von morgen: Mit AR-Skibrille und Sensoren auf die Piste

Das Potenzial ist, wenn es nach SAP geht, enorm. Denn die Anwendungsgebiete sind breit gefächert. Einen Vorgeschmack, was durch diese Daten-Allianz alles möglich werden könnte, gibt es gleich auf der Piste.

SAP hat gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM Berlin den Prototypen einer Skiweste entwickelt. Der ist voll ausgestattet mit Sensoren und sammelt Daten zu Körperhaltung, Fahrstil oder Geschwindigkeit. Diese Daten werden in einer neu entworfenen Augmented-Reality-Brille visuell zum Beispiel in Form eines Tachos dargestellt. Ein virtueller Coach überwacht die Körperhaltung und gibt Tipps – und erkennt sogar, wenn ein Fahrer müde wird und eine Pause braucht. Dazu muss der Fahrer nur einige physische Daten und Selbsteinschätzungen in einer App angeben, bevor er sich auf die Piste begibt. Das ist erstmal schön für den Fahrer, aber davon haben Unternehmen noch nicht viel – außer denen, die smarte Skiwesten oder die AR-Brillen produzieren.

Foto: SAP

Die Technik ist noch nicht ausgereift. Aber es geht SAP in Balderschwang auch nicht darum, fertige Produkte zu verkaufen – sondern Potenziale aufzuzeigen, die durch das kombinierte Datenangebot von SAP und Qualtrics ausgeschöpft werden könnten. Diese Daten und ihre Kombinationsmöglichkeiten ergeben eine Vielzahl an Anwendungsgebieten. Nicht nur auf der angetauten Piste in Balderschwang, sondern auch im Personalmanagement, der Verwaltung oder Logistik.

Im Skigebiet sind die Anwendungsmöglichkeiten von Experience Management vielfältig

Deswegen ist der SAP Intelligent Enterprise Truck unterwegs durch Mittel- und Osteuropa, um potenziellen Neukunden und Bestandskunden aufzuzeigen, wie sie mit dem Einsatz von Technologie und Daten neue Geschäftsmodelle und -zweige erschließen können. Auch im Bereich des Skifahrens. So könnten mit den gesammelten Daten Liftbetreiber die Auslastung besonders stark genutzter Stationen regulieren oder Pistenbetreiber häufig befahrene Pisten verstärkt präparieren.

Skiverleihe könnten mit Fahrern über ihren Ausflug hinweg in Kontakt bleiben, um abzufragen, ob die verliehene Ausrüstung passabel war. Falls nicht, könnten Alternativen angeboten oder gleich neue Ausrüstung verkauft werden. Mithilfe der gesammelten Daten lässt sich zudem ermitteln, wie häufig ein Fahrer auf die Piste geht oder wie gut er tatsächlich fährt.

Gleiches gilt für Almwirte, Hüttenbetreiber und Hoteliers. Viele Betriebe könnten durch die Kombination von Experience- und operativen Daten und Experience Management ihren Kunden ein umfassenderes und vor allem verbessertes Erlebnis bieten.

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Bei so vielen gesammelten Daten dürfen allerdings auch ein paar kritische Töne nicht fehlen. Es ist schon auffällig, dass Individuen durch die gesammelten Messwerte auch in ihrer Freizeit immer gläserner werden. Die Tatsache, dass Daten über eine Verletzungshistorie oder bestimmte Fahrweisen irgendwann an Krankenkassen weitergespielt werden könnten, die daraufhin die Beträge anpassen, erinnert doch ein wenig an chinesische Modelle. Bei dem Gedanken wird dem ein oder anderen die Vorfreude auf das Skifahren von morgen vergehen. 

Nichtsdestotrotz ist heute noch niemand gezwungen, seine Daten in diesem Rahmen zu teilen. Es bleibt also vorerst jedem selbst überlassen, wem er Daten über seine körperliche Fitness zukommen lässt und wem nicht. In Balderschwang ging es aber ohnehin nicht ums Verkaufen, sondern um die Potenziale – und den meisten Menschen im Skigebiet ohnehin nur ums Skifahren in Reinform.

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