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Judith Wittwer wird neue Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“

Judith Wittwer wird Co-Chefredakteurin der "SZ" Foto:Andrea Zahler / Tamedia AG

Judith Wittwer soll nach einer Entscheidung der Herausgeber der „Süddeutschen Zeitung“ zur neuen Chefredakteurin berufen werden und die Redaktion künftig gemeinsam mit Wolfgang Krach führen. Das teilte die „SZ“ am Dienstag mit. Wittwer ist derzeit Chefredakteurin des „Tages-Anzeiger“ in Zürich. Kurt Kister ziehe sich „auf eigenen Wunsch“ zurück.

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Wittwer begann ihre journalistische Karriere nach dem Master der Internationalen Beziehungen an der Universität St. Gallen und Stationen bei der damaligen „NZZ“-Gruppe 2002 beim „Tages-Anzeiger“ in Zürich. Die Absolventin der Schweizer Journalistenschule MAZ arbeitete zuerst als Wirtschaftsredakteurin, war Korrespondentin in Frankfurt am Main und wechselte später ins Ressort Hintergrund und Analyse. Von 2011 bis 2014 war sie als Wirtschaftsredakteurin für die „Handelszeitung“ des Medienhauses Axel Springer tätig. 2014 kehrte Wittwer zurück zum „Tages-Anzeiger“, wo sie die Stabsstelle der Chefredaktion leitete und als Nachrichtenchefin arbeitete. 

2016 wurde Wittwer Mitglied der Chefredaktion von „Tages-Anzeiger“ und „Sonntags Zeitung“, seit Anfang 2018 ist sie Chefredakteurin des „Tages-Anzeiger“. Wittwer hat den „Tages-Anzeiger“, so heißt es, „publizistisch weiterentwickelt“, unter anderem durch die Einführung einer „Seite Drei“ mit Reportagen und Recherchen sowie durch die Stärkung des Bereichs Meinung. Unter Wittwer trieb der „Tages-Anzeiger“ auch die digitale Transformation und diverse Kooperationen voran, darunter die seit 2017 geltende Zusammenarbeit mit der „Süddeutschen Zeitung“. Kurt Kister scheidet im Gegenzug und, wie es heißt, „auf eigenen Wunsch“ nach 15 Jahren in der Chefredaktion, davon fünf Jahre als Stellvertreter und zehn Jahre als Chefredakteur, aus dieser Funktion aus. Er wird der „SZ“-Redaktion weiterhin als Autor angehören.

Auch neue Vize-Chefs

Neu in die Chefredaktion haben die Herausgeber zudem Alexandra Föderl-Schmid und Ulrich Schäfer berufen, beide sollen stellvertretende Chefredakteure werden. Föderl-Schmid ist derzeit „SZ“-Korrespondentin für Israel und die Palästinenser-Gebiete mit Sitz in Tel Aviv; zuvor war sie Chefredakteurin des „Standard“ in Wien. Schäfer ist momentan einer der Nachrichtenchefs der „SZ“; zuvor war er Leiter des Ressorts Wirtschaft sowie des Ressorts München, Region und Bayern. Die neue Chefredaktion soll vollständig integriert arbeiten und sich nicht mehr in getrennte Zuständigkeiten für Print und Online aufteilen. 

Der Vorsitzende des Herausgeberrates der „Süddeutschen Zeitung“, Johannes Friedmann, sagte, die neue Chefredaktion werde „dazu beitragen, dass die „Süddeutsche Zeitung“ ihre herausragende Stellung auf dem deutschsprachigen Markt behalten und die Veränderung hin zum digitalen Medienhaus vorantreiben werde. Friedmann: „Die DNA der ‚SZ‘ ist hervorragender Journalismus, im Lokalen und Regionalen ebenso wie im Nationalen. Die „Süddeutsche Zeitung“ zeichnet sich aus durch investigative Recherchen, fundierte Analysen, pointierte Meinung, hintergründige Reportagen und ihren ironischen Erzählton. Diesen einmaligen Charakter wird die neue Chefredaktion auch im digitalen Zeitalter bewahren und pflegen.“

Friedmann dankte dem scheidenden Chefredakteur Kurt Kister, der sich „herausragende Verdienste“ um die „Süddeutsche Zeitung“ erworben habe. Friedmann: „Kurt Kister ist ein Journalist, wie es ihn heute kaum noch gibt: ein exzellenter Schreiber, der vom ‚Streiflicht‘ über die ‚Seite-Drei‘-Reportage und den Leitartikel jede journalistische Form beherrscht, gleichzeitig ein hervorragender Blattmacher und ein strikter Verfechter der Interessen seiner Redaktion.“ Die Herausgeber, so Friedmann, seien sehr froh, dass Kister der „SZ“ als Autor erhalten bleibe.  Die neue Chefredaktion soll ihre Aufgabe im Sommer übernehmen. Die Berufungen stehen unter dem Vorbehalt, dass ihnen das Gremium der „Leitenden Redakteurinnen und Redakteure“ der „SZ“ zustimmt, wie es das Redaktionsstatut der „SZ“ vorsieht.

bek 

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