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DvH Medien beenden exklusive Zusammenarbeit mit Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel Foto: Imago

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung bekam der SPD-Politiker Sigmar Gabriel bei DvH Medien („Tagesspiegel“, „Handelsblatt“, „Die Zeit“) einen sehr gut vergüteten Exklusiv-Vertrag als Autor. Dieser Vertrag wurde nun aufgelöst, wie „Horizont“ berichtet.

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Gabriel sollte exklusiv für die Dieter von Holtzbrinck-Medien Kommentare und Analysen schreiben. Sein Journalistenjob brachte dem langjährigen Spitzenpolitiker der Genossen ausweislich der Nebeneinkunft-Angaben des Bundestages zwischen 15.000 und 30.000 Euro pro Monat ein. Dafür schrieb Gabriel immer wieder Stücke, vor allem für „Tagesspiegel“, das „Handelsblatt“ und die „Zeit“. Gerne setzte er sich dabei auch kritisch mit seiner Partei, der SPD, auseinander.

Die Zusammenarbeit war von Beginn an nicht unumstritten. Immerhin war Gabriel noch aktiver Politiker der SPD. Seine Rolle als Politiker und Journalist war nie sonderlich scharf getrennt. Hinzu kam in jüngerer Zeit, dass er nach weiteren Aufgaben in der Wirtschaft strebte. So war er zwischenzeitlich als neuer Chef des mächtigen Lobby-Verbands der Automobilindustrie (VDA) im Gespräch. Daraus wurde aber nichts. Dafür sitzt er nun im Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

Gut möglich, dass es den Leuten bei DvH Medien auch nicht sonderlich gut gefiel, dass Gabriel sich immer wieder ausführlich in allen möglichen anderen Medien in Interviews zu Wort meldete, zuletzt im Podcast des früheren „Handelsblatt“ Chefs Gabor Steingart. Zwar wurde Gabriel in anderen Medien nicht als Autor tätig, er war aber als Gesprächspartner sehr präsent. Zudem veröffentlichte er mit „Mehr Mut!“ auch noch ein Buch.

Gegenüber „Horizont“ bestätigte DvH Medien die Auflösung des Vertrags mit Gabriel. So ganz trennt man sich aber nicht. Er soll Mitglied des vom „Handelsblatt“-Chefökonomen Bert Rürup geführten Expertenforums bleiben und im Rahmen der „Global Challenges“ als einer von mehreren Autoren auch weiter Beiträge schreiben.

swi

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