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Kommentar: Ein neues Gesetz soll für Klarheit bei Werbung sorgen. Wir brauchen es

Werbung auf Instagram und YouTube
Werbung auf Instagram und YouTube

Influencer und Blogger sollen Posts in sozialen Medien künftig seltener als Werbung kennzeichnen müssen. Das geht aus einem kürzlich vorgelegten Gesetzentwurf hervor. Damit sollen Unsicherheiten geklärt werden, die die Regierung selbst heraufbeschworen hat.

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Viel hilft viel: So ähnlich kann man sich die Stimmung vorstellen, die nach dem Cathy Hummels-Urteil im vergangenen Jahr unter Influencern und Bloggern geherrscht haben muss. Zwar konnte die Influencerin den gegen sie geführten Prozess wegen Schleichwerbung gewinnen, doch wirkliche Klarheit gab es nicht. Denn das Urteil bedeutete keine Klärung der Rechtslage, ob Influencer und Blogger überhaupt noch Dinge anpreisen dürfen, ohne das als Reklame zu kennzeichnen – auch wenn es sich nicht um Werbung handelt. 

Um auf Nummer sicher zu gehen, begannen viele Influencer daraufhin, jeden einzelnen Post mit Hashtags wie #Anzeige oder #Werbung zu versehen – obwohl es sich nicht zwangsläufig um solche handelte. Dagegen soll ein Gesetz nun vorgehen, das das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) kürzlich vorlegte. 

Ein Gesetz brächte Klarheit und Sicherheit

Damit soll die inflationäre Verwendung des Labels “Werbung” verhindert werden. Nach dem neuen Gesetzesentwurf, der das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ergänzt, soll der Vermerk dann nicht mehr nötig sein, wenn die Äußerungen ohne Gegenleistung erfolgen. 

Würde der Gesetzesvorschlag ratifiziert werden, brächte das nicht nur Klarheit, sondern auch Rechtssicherheit – sowohl für Unternehmen als auch Influencer. Und das wäre endlich einmal ein Meilenstein in der Rechtsordnung im Influencer-Marketing, der schon längst hätte gesetzt werden müssen. 

Rückblende: Als im letzten Frühjahr der Prozess gegen Cathy Hummels begann, schielten Juristen wie auch Marketer und Influencer nach München. Die Hoffnung war groß, endlich eine Rechtsgrundlage für das Deklarieren von Werbung auf digitalen Plattformen zu erhalten. 

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Es fehlt Verständnis für die jüngere Generation

Doch schnell war klar, hier geht es um mehr. Denn bei der mündlichen Verhandlung im Februar hatte die Vorsitzende Richterin Monika Rhein verkündet: “Früher war Influenza eine Krankheit, heute ist es ein Berufsbild.”

Mancher der im Gerichtssaal Anwesenden mag darüber geschmunzelt haben. Doch sicher nicht über die wohl witzig gemeinte Aussage der Richterin – handelt es sich dabei um den offensichtlichsten aller Jokes. Vielmehr zeigt dieser Satz, wie wenig Verständnis für Teile der jüngeren Generation vorherrscht, die sich täglich mit der neuen Realität des Internets auseinandersetzt. Ähnliches zeigten die Baby-Boomer bei der Diskussion um den Upload-Filter. 

Dass es nun einen Gesetzesvorschlag gibt, macht Mut. Nicht nur, weil es Sicherheit verspricht, sondern, weil das Influencer-Marketing auch größere Anerkennung erhält. So könnten Influencer endlich ruhigen Gewissens ihre Produkte vermarkten. Dank Bonpflicht würden sie Kooperationen auch problemlos belegen können. 

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Alle Kommentare

  1. “Dank Bonpflicht würden sie Kooperationen auch problemlos belegen können.” ????

    Wie genau soll man nun beweisen können, dass man KEINE Gegenleistung erhalten hat????

  2. Alle, die in unserer Branche das Wort “Baby-Boomer” (oder “alter weißer Mann”) als abwertenden Begriff einsetzen, sollten sich überlegen, ob sie sich in Beiträgen über Afrika des Begriffs “Neger” ebenso locker bedienen würden. Alle drei Begriffe sind pauchalisierend und abwertend und haben in einem sachlichen Beitrag aus einer Profifeder nichts zu suchen.

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