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Minecraft gegen die Zensur: Reporter ohne Grenzen und DDB präsentieren „The Uncensored Library“

Foto: DDB

DDB Berlin eröffnet gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen (RSF) mit „The Uncensored Library“ ein digitales Zuhause für zensierte Artikel innerhalb des weltweit erfolgreichen Computerspiels Minecraft – und umgehen so die Pressezensur von autoritären Regimen. So erhalten Jugendliche durch Minecraft und virtuelle Bücher Zugang zu zensierten Inhalten.

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Junge Menschen müssen in Systemen aufwachsen, die ihnen den Zugang zu unabhängiger Presse verwehren und sie in eigener Sache beeinflussen und manipulieren. Doch obwohl diese jungen Menschen eine Jugend haben, die wir uns so kaum vorstellen können, machen sie dennoch, was alle Jugendlichen weltweit tun: Sie spielen Computerspiele.

Unter anderem Minecraft – eines der erfolgreichsten Spiele der Welt, mit mehr als 145 Millionen aktiven Spielern jeden Monat. Das Open World Game ist ein Sandbox-Spiel. Spieler können sich darin, wie in einem Sandkasten, frei entfalten, bauen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Communitys bauen ganze Welten aus Blöcken; der Kreativmodus wird oft als „digitales Lego“ beschrieben. In Ländern, in denen Websites, Blogs und die freie Presse generell stark zensiert und limitiert sind, ist Minecraft immer noch für jeden zugänglich.

Minecraft-Bibliothek wird zur „Uncensored Library“

Reporter ohne Grenzen nutzt diese Hintertür und errichtet gemeinsam mit BlockWorks „The Uncensored Library“: ein digitales Zuhause für die Pressefreiheit, frei zugänglich für Millionen von Minecraft-Spieler weltweit. Die Bibliothek ist gefüllt mit Artikeln, die in ihren Herkunftsländern zensiert sind. Diese Artikel sind nun innerhalb Minecrafts wieder zugänglich – versteckt vor staatlicher Überwachungstechnologie innerhalb eines Computerspiels. Die Bücher können von jedem gelesen werden, aber ihr Inhalt kann nicht verändert werden. Die Bibliothek wächst ständig und jede Woche werden neue Bücher hinzugefügt.

Für jeden, der Minecraft nicht kennt, mag das schwer vorstellbar sein, aber die Bezeichnung „Library“, also „Bibliothek“, ist keineswegs eine Metapher. Sie existiert als Gebäude in virtueller Form auf den Minecraft-Servern. Ihr Dom hat einen Durchmesser von knapp 300 Metern und wurde von 24 Spielern aus 16 Ländern in 250 Stunden Arbeitszeit erstellt, wie man im Bild erkennen kann.

Foto: DDB

Journalisten aus verschiedenen Ländern haben damit, obwohl sie zensiert, eingesperrt, ins Exil verbannt oder sogar getötet wurden, einen Ort, um ihrer Meinung wieder Gehör zu verschaffen. Ihre Artikel wurden in Minecraft-Büchern auf Englisch und in der jeweiligen Originalsprache veröffentlicht und sind nun in ihren Heimatländern wieder zugänglich. Bücher in Minecraft können von Spielern hergestellt und danach beschrieben werden. Andere Spieler können die Bücher dann lesen, aber deren Inhalte nicht verändern. Bücher haben 50 bis 100 Seiten, die Zeichenzahl variiert je nach Breite der Buchseiten.

DDB produziert Kampagne gemeinsam mit zensierten Journalisten

Reporter ohne Grenzen hat mit DDB Germany, BlockWorks und Media Monks zusammengearbeitet, um die Kampagne zu realisieren. Die Musik wurde von DaHouse Audio beigesteuert. Die Kampagne wird von Hatice Cengiz, der Verlobten von Jamal Khashoggi unterstützt, Artikel von Jamal sind auch in der Bibliothek zu finden. Außerdem veröffentlichten international anerkannte Journalisten wie Yulia Berezovskaia und Nguyen Van Dai ihre Artikel in der Uncensored Library, die in diesem Video zu sehen sind:

Es ist nicht das erste Mal, dass DDB mit der NGO zusammenarbeitet. Bereits 2018 ging eine Kampagne mit dem Namen „The Uncensored Playlist“ an den Start. Im Rahmen des Projekts wurden unerlaubte Texte in Lieder verwandelt und in Streamingdienste wie Spotify hochgeladen, wo sie unzensiert der Welt zur Verfügung stehen. Die Kampagne räumte weltweit Preise ab und wurde als meistprämierten deutschen Kampagne des vergangenen Jahres geehrt.

Am 12. März – dem „Welttag gegen Internetzensur“, öffnet die Uncensored Library ihre Türen, um jungen Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zu unabhängiger Information zu ermöglichen. Das Thema Pressefreiheit und Pressezensur wird ihnen dabei durch ein Medium nähergebracht, mit dem sie sich spielerisch auseinandersetzen können.

lk

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