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ProSiebenSat.1-Vize Conrad Albert will Vertrag nicht verlängern und kritisiert Personalkarussell

Conrad Albert © ProSiebenSat.1/ Montage: MEEDIA

Conrad Albert, Vize-Chef von ProSiebenSat.1, will seinen zum 30. April 2021 auslaufenden Vertrag nicht verlängern, sagt er im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ und kritisiert dabei die Personalpolitik von CEO Max Conze, der den Konzern neu ausrichtet.

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In der Ära Max Conze hat schon eine Vielzahl an Führungskräften ProSiebenSat.1 verlassen. Dazu gehören Jan Frouman, Christof Wahl, Sabine Eckhardt und Jan Kemper. Conze hatte die Führungsetage von ProSiebenSat.1 insbesondere seit Alberts Amtsantritt im Juni 2018 stark personell umgebaut.

„Ich werde ja öffentlich gerne beschrieben als einer, der unaufgeregt seine Pflicht erfüllt, der das Unternehmen auch in unruhigen Zeiten zusammenhält – vom Vorstand bis zum Betriebsrat. Die momentane Situation macht dies zunehmend schwierig. Daraus habe ich für mich eine Konsequenz gezogen“, so Albert in der „Süddeutschen Zeitung“ (Paid Content).

Bereits vergangenen Juni habe er deswegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Brandt informiert, dass er „in der aktuellen Konstellation nicht für eine Verlängerung zur Verfügung stehe“. Denn auch der Vertrag von Max Conze steht in diesem Jahr zur Verlängerung an.

Aktienkurs von ProSiebenSat.1 ist seit Jahren auf Talfahrt

Von 2011 bis 2017 leitete Conze das britische Unternehmen Dyson als CEO. Unter seiner Führung wurden zahlreiche neue Geschäftsfelder angeschoben, wobei sich zu seiner Amtszeit der Umsatz Dysons verdreifachte. Zugleich vergrößerte sich das Unternehmen von 2.500 auf 10.000 Mitarbeiter und dehnte sich auf 70 Länder aus.

Bei ProSiebenSat.1 läuft es hingegen nicht optimal für ihn. Seit Ende 2015 befindet sich der Aktienkurs auf Talfahrt. Eine Wende aus Investorensicht konnte bisher auch er nicht einleiten. Die ProSiebenSat.1 Group hat das Geschäftsjahr 2019 weitgehend im Rahmen ihrer Erwartungen abgeschlossen. Allerdings schwächelte der Konzern im TV-Werbegeschäft. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um drei Prozent auf 4.135 Millionen Euro (Vorjahr: 4.009 Millionen Euro), organisch lag der Anstieg bei zwei Prozent.

Conze setzt bei der Transformation auf digitale Produkte wie die Streaming-Plattform Joyn und Wachstumsfelder wie Red Arrow Studios und die NuCom Group. So kam im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des Umsatzes nicht mehr aus dem TV-Werbegeschäft.

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