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Neues Twitter-Feature kennzeichnet Trump-Retweet als “Manipulated Media”

Twitter rollt ein neues Feature aus, das Fakenews erkennen soll. Als erstes trifft es einen Trump-Retweet.
Twitter rollt ein neues Feature aus, das Fakenews erkennen soll. Als erstes trifft es einen Trump-Retweet. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Twitter kennzeichnet Tweets mit gefälschten Videos und Bildern mit dem Vermerk "manipulated media". Jetzt kam der Hinweis zum ersten Mal zum Einsatz. Und zwar an einem Video, das der Social-Media-Chefs des Weißen Hauses geteilt und das US-Präsident Trump retweetet hat.

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Nicht nur Facebook hat mit dem Kampf gegen Fakenews zu tun. Auch auf Twitter verbreiten sich Falschmeldungen rasant. Dagegen will der Dienst jetzt mit einem neuen Feature vorgehen, das für Nutzer kenntlich macht, wenn ein Bild oder Video manipuliert wurde. Dann ist unter dem Beitrag in Twitterblau der Hinweis “Manipulated Media” zu lesen, mit einem großen Ausrufezeichen davor. Der Vermerk war das erste Mal am vergangenen Sonntag zu lesen, ausgerechnet unter einem Tweet von Dan Scavino, seines Zeichens Social-Media-Chef im Weißen Haus. Der Beitrag zeigte Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, wie er sich am Samstag in Missouri versehentlich für eine Wiederwahl Trump ausgesprochen haben soll. Dem US-Präsident gefiel der Beitrag, er teilte ihn selbst auf seinem Kanal “@realdonaldtrump” mit seinen 75,5 Millionen Followern. Das Problem dabei: Bidens Aussage wurde verkürzt dargestellt.

In dem manipulierten Video sagt der Präsidentschaftskandidat “We can only re-elect Trump” (Zu dt.: “Wir müssen Trump wieder wählen”). Dabei war seine Aussage um einen entscheidenden Teil länger. Im Original äußerte er sich folgendermaßen: “Excuse me. We can only re-elect Donald Trump if in fact we get engaged in this circular firing squad here. It’s gotta be a positive campaign.” (Zu dt.: “Wir können nur Donald Trump wiederwählen, wenn wir uns wirklich dieser Selbstzerstörung hier hingeben. Wir brauchen eine positive Kampagne.”) Die Kürzung hin zur falschen Aussage blieb nicht unbemerkt.

Als “manipuliert” gekennzeichnet, aber trotzdem weiter online
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Im Laufe des Sonntags griff die neue Twitter-Politik und der Tweet wurde mit dem “Manipuliert”-Label versehen. Twitter kündigte die neue Politik bereits im letzten Jahr an. Demnach sollen Meldungen von Nutzern dazu führen, dass gepostetes Material genauer untersucht wird. Einen Hinweis auf Fälschungen sollen ein Blich auf die Metadaten, den Kontext und das Profil der Quelle geben. Das Video von Dan Scavino ist übrigens weiterhin abrufbar – das ist Teil der Twitterpolitik, Fakes von offiziellen Accounts kenntlich zu machen, sie aber nicht zu löschen. Innerhalb eines Tages hat das Video bereits über sechs Millionen Views eingesammelt.

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