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“FAZ“-Eigentümerin Fazit-Stiftung meldet 2018 Verlust in zweistelliger Millionenhöhe

Die Fazit-Stiftung, zu der die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) gehört, ist im Geschäftsjahr 2018 tief in die roten Zahlen gerutscht und weist fast 20 Millionen Euro Miese aus. Grund ist unter anderem der Verkauf der „Frankfurter Rundschau“. Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet die Stiftung ein Minus in mittlerer einstelliger Millionenhöhe.

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Es war ein mediales Großereignis auf dem Frankfurter Zeitungsmarkt. Überraschend trennte sich die Fazit-Stiftung, Mehrheitseigentümerin der „FAZ“, 2018 von der „Frankfurter Rundschau“ und der „Frankfurter Neue Presse“ und verkaufte diese an die Zeitungsholding Hessen (MEEDIA berichtete). Dahinter stehen die Ippen-Mediengruppe und die MDV-Mediengruppe der Familie Rempel. Veräußert wurden auch der Vermarkter Rhein-Main-Media sowie die Frankfurter Societäts-Druckerei.

Jetzt zeigt sich, wie sich der Deal auf die Bilanz der Fazit-Stiftung ausgewirkt hat. So rutschte die gemeinnützige Stiftung im Geschäftsjahr 2018 tief in die Verlustzone und wies einen Konzernjahresfehlbetrag von rund 19,96 Millionen Euro aus. Dies geht aus dem Abschluss hervor, den die Stiftung jetzt im Bundesanzeiger veröffentlicht hat. Im Vorjahr hatte die Stiftung noch einen kleinen Gewinn von rund 0,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Grund für den Ertragsrückgang sind unter anderem der Verkauf der „Frankfurter Rundschau“ und der „Frankfurter Neuen Presse“. Doch das ist nicht alles. Auch rückläufige Werbeumsätze hätten sich negativ auf den Konzernbereich Zeitungen ausgewirkt, heißt es. Durch den Fehlbetrag verringerte sich das Eigenkapital der Stiftung auf 332,5 Millionen Euro. Zugleich erhöhten sich – trotz eines geringeren Personalaufwands – die Rückstellungen für Pensionen auf 235 Millionen Euro.

Der Umsatz der Stiftung ging 2018 im Konzern auf rund 326 (395) Millionen Euro zurück. Enthalten ist hier der Umsatz der digitalen Produkte der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH von 32 Millionen Euro. Er stieg zum Vorjahr um 7,1 Prozent. Insgesamt ging im Berichtszeitraum die Auflage der „FAZ“ um 1,9 Prozent zurück und bewegte sich durchschnittlich bei 237.858 Exemplaren. Auch die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“) lag bei einer durchschnittlichen Auflage von 252.814 Exemplaren leicht unter dem Vorjahreswert. Dagegen verbesserten sich die E-Paper-Auflagen beider Titel um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, heißt es.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Stiftungsmanagment erneut rote Zahlen. „Das Konzernergebnis wird auch in 2019 durch hohe Zinsänderungseffekte bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen negativ belastet, so dass mit einem Konzernjahresfehlbetrag im mittleren einstelligen Millionenbereich zu rechnen ist“, so die Geschäftsführung. Sie rechnet allerdings damit, dass die Stiftung das Jahr 2019 „mit einem leicht fallenden, aber weiterhin positiven Betriebsergebnis sowie mit leicht sinkenden Umsatzerlösen“ abschließt. Die gemeinnützige Fazit-Stiftung wurde 1959 von den Verlegern und Herausgebern der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ins Leben gerufen. Sie hält die Mehrheit der Anteile an der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH und sichert zusammen mit den Herausgebern die redaktionelle und unternehmerische Unabhängigkeit der Zeitung, heißt es. Ob die Fazit-Stiftung an der Prognose für 2019 festhält, wollte eine Sprecherin nicht kommentieren. Man sei noch dabei, den Abschluss zu erstellen.

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