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Corona-Crash trifft GAFAM und Medienaktien: So massiv sind Apple, Disney & Co. abgestürzt

Apple-CEO Tim Cook

An der Wall Street wieder unter Druck: Apple-CEO Tim Cook

Das Coronavirus ist nicht aufzuhalten – und die Panik vor den Folgen der Lungenkrankheit offenbar erst recht nicht. Die Aktienmärkte rund um den Globus sind am „Schwarzen Montag“ so dramatisch wie seit der Finanzkrise nicht mehr abgestürzt. Vom drastischen Ausverkauf unmittelbar mitbetroffen: Technologie- und Medienaktien. Ein Blick auf die Verluste im Zuge der Coronakrise.

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Es war eine mutige Aussage auf den Höhepunkt des Bullenmarktes. „Sorgen Sie sich nicht um die hohen Bewertungen der Tech-Aktien“, erklärte Fondsmanager Thomas Grüner im manager magazin am 24. Februar. Zwei Wochen später ist klar: Es war der denkbar schlechteste Ratschlag für Anleger.

Elf Handelstage später haben die hoch bewerteten GAFAM-Unternehmen zusammengenommen rund 20 Prozent an Wert verloren. Allein am heutigen „Schwarzen Montag“, an dem die Leitindizes dies- und jenseits des Atlantiks acht Prozent an Wert verloren, vernichteten die fünf wertvollsten Technologie- und Internetunternehmen mehr als 320 Milliarden Dollar an Börsenwert.

GAFAM-Konzerne verlieren fast eine Billion Dollar an Börsenwert

Seit dem Auftreten des Virus im Januar haben Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook, die unter dem Akronym GAFAM gebündelt sind, zusammen bereits fast eine Billion Dollar an Börsenwert eingebüßt. Gegenüber den im Januar / Februar aufgestellten Allzeithochs fällt das Minus wie folgt aus:

Amazon: – 18 Prozent
Apple: – 19 Prozent
Microsoft: – 21 Prozent
Alphabet: – 21 Prozent
Facebook: – 24 Prozent

Mit Ausnahme von Apple und Amazon befinden sich drei der fünf wertvollsten Tech- und Internetunternehmen damit im sogenannten Bärenmarkt, der ab Kursverlusten von 20 Prozent beginnt.

„Stay-at-Home“-Unternehmen Amazon und Netflix könnten von Coronakrise profitieren

Amazon könnte nach Einschätzung von CNBC-Marktkommentator James Cramer unterdessen als sogenanntes „Stay-at-Home“-Unternehmen von dem fortschreitenden Rückzug vieler Konsumenten aus dem öffentlichen Leben profitieren. „Stay-at-Home wird ein großes Thema, und Amazon wird liefern“, erklärte der frühere Hedgefondsmanager.

Relativ robust gehalten hat sich im Corona-Crash der vergangenen zweieinhalb Wochen auch Netflix. Der Streaming-Pionier gilt für die Wall Street wie Amazon als „Stay-at-Home“-Unternehmen zu den potenziellen Krisengewinnern.  „Netflix ist ein offenkundiger Profiteur, wenn Verbraucher wegen Sorgen um das Coronavirus mehr Zeit zu Hause verbringen, was von der Aktienperformance reflektiert wird“, schreibt BMO Capital Markets-Analyst Dan Salman in einer Kurzstudie, die dem Branchendienst Variety vorliegt.

Medienkonzerne weiter schwer unter Druck

Traditionelle Medienkonzerne sind dagegen wegen ihrer Abhängigkeit vom volatilen Werbemarkt an der Wall Street zuletzt massiv unter Druck geraten. Branchenprimus Disney etwa hat im Zuge der Coronakrise bereits 30 Prozent an Wert verloren – allein im heutigen Handelsverlauf betrug das Minus mehr als neun Prozent.

Das Branchenschwergewicht plagen nicht nur die Sorgen um Anzeigenrückgänge bei seinen TV-Sendern (u.a. ABC). Auch verschobene Filmstarts wie das Remake von “Mulan”, das speziell für den chinesischen Markt produziert wurde, und ein potenzieller Besucherrückgang in Kinos und den einträglichen Disneyland Themenparks, die bereits in Shanghai, Hongkong und Tokio geschlossen sind, beunruhigen Anleger.

New York Times mit kleineren Verlusten als der breite Markt

Die Aktien des neu fusionierten TV-Pioniers ViacomCBS (CBS, MTV) haben sich unterdessen seit Jahresbeginn gar mehr als halbiert und liegen damit im dramatischen Abwärtstrend, den auch die beiden deutschen Fernsehkonglomerate RTL Group und ProSiebenSat.1 erleben.

Auch Verlagsgigant New York Times musste am „Schwarzen Montag“ mit Kursverlusten von 10 Prozent stark Federn lassen, hat sich im Zuge der Coronakrise aber mit einem Minus von 16 Prozent noch besser geschlagen als der Vergleichsindex S&P 500 (minus 19 Prozent).  Das 169 Jahre alte Verlagshaus hatte in der vergangenen Woche wegen „Unsicherheit und Angst vor dem Coronavirus“ vor einer „Verlangsamung der internationalen und nationalen Anzeigenbuchungen“ gewarnt.

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