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„Unsicherheit und Angst“ wegen Coronavirus: Die New York Times warnt vor größerem Anzeigenrückgang

Immer schnelleres Digitalwachstum: die New York Times © imago

Das Coronavirus ist in der Verlagsbranche angekommen. Ausgerechnet die New York Times formulierte zu Wochenbeginn wegen des sich immer weiter verbreitenden Coronavirus eine Warnung, die in der ganzen Medienindustrie vernommen werden dürfte. CEO Mark Thompson warnte in einer Pflichtmitteilung, dass sich die Anzeigenbuchungen wegen der Corona-Krise schlechter entwickeln würden als erwartet. Damit spürt die Branche erstmals den wirtschaftlichen Effekt der Lungenkrankheit.

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Auch der Platzhirsch ist nicht immun. Die New York Times, seit Jahren der Branchenprimus, stellt Investoren wegen der Folgen des Coronovirus auf unruhigere Zeiten ein. In einer Pflichtmitteilung erklärte die New York Times Company, dass man begonnen habe, „gewisse wirtschaftliche Folgen zu spüren“.

Das US-Unternehmen habe „eine Verlangsamung der internationalen und nationalen Anzeigenbuchungen registriert, die wir mit der Unsicherheit und Angst vor dem Virus in Verbindung bringen“,  wurde CEO Mark Thompson konkreter.

New York Times rechnet wegen Corona mit stärkerem Rückgang im digitalen Anzeigengeschäft

Die New York Times Company, die ohnehin seit einiger Zeit ein rückläufiges Werbegeschäft zu beklagen hat, hatte ursprünglich mit einem Rückgang der digitalen Werbeerlöse um 10 Prozent gerechnet. Nun stellt Thompson im laufenden Quartal im digitalen Anzeigengeschäft einen Umsatzrückgang zwischen 10 und 20 Prozent in Aussicht.

Gleichzeitig bestätigte das im S&P 500-Index geführte Traditionsunternehmen im März-Quartal alle bislang in Aussicht gestellten Geschäftsziele. Mark Thompson hob im selben Atemzug die Stärke des Abonnentengeschäfts heraus, das sich in den vergangenen Quartalen nach Umsätzen erholt hatte.

Kein Einfluß aus Abonnentengeschäft

„Anders als viele Verlage wird unser Geschäftsmodell stark von Abonnements denn von Werbung getrieben. Wir haben (durch das Coronavirus – A.d.R.) keinen nachteiligen Einfluss auf unser Abonnentenwachstum oder der erwarteten Steigerung der Abonnentenerlöse gespürt, die stark und im Rahmen unseres Ausblicks bleiben“, teilte Thompson mit.

Die New York Times hatte erst Mitte Januar für das abgelaufene Geschäftsjahr den Rekordzuwachs von einer Million neuer Abonnenten bekannt gegeben, die sich ausschließlich für das Digitalangebot entschieden. Insgesamt bringt es die “Gray Lady” bereits auf über 5 Millionen Abonnenten, von denen 3,4 Millionen das Digitalangebot präferierten.

Aktie nur kurzzeitig unter Druck

Der US-Vorzeigezeitung, die bereits 127 Pulitzer-Preise gewonnen hat, ist unter CEO Mark Thompson, der die Amtsgeschäfte 2012 übernommen hat, durch den Schwenk zu Digitalabonnements ein bemerkenswerter Turnaround gelungen, der sich in einem Wertzuwachs der NYT-Aktie seit den 25-Jahrestiefs auf der Höhe der Finanzkrise widerspiegelt.

In den vergangenen elf Jahren legten die Anteilsscheine der New York Times Company um mehr als 900 Prozent zu und erreichten Mitte Februar bei 40 Dollar gar ein 15-Jahreshoch. Seitdem gaben die Anteilsscheine im Zuge des Ausverkaufs an der Wall Street um 7 Prozent nach.

Die heutige Umsatzwarnung hatte indes nur wenig Einfluß aus die Kursentwicklung: An einem überaus freundlichen Handelstag gab die NYT-Aktie trotz der schlechten Nachricht um lediglich ein halbes Prozent nach, nachdem das Papier kurzfristig um vier Prozent hinten gelegen hatte.

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