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Dorsey unter Druck: Trump-naher Investor forciert CEO-Wechsel bei Twitter

Twitter-CEO Jack Dorsey (links) und US-Präsident Donald Trump
Twitter-CEO Jack Dorsey (links) und US-Präsident Donald Trump

Unruhe beim 280-Zeichen-Dienst: Wie Bloomberg berichtet, ist der US-Hedgefonds Elliott Management mit einer "beträchtlichen Position" in Twitter eingestiegen und drängt auf die Ablösung von CEO Jack Dorsey. Dorsey war nicht zuletzt wegen seiner Doppelrolle als Vorstandschef von Twitter und Square und der stagnierenden Geschäfts- und Börsenentwicklung des Social Media-Pioniers in Ungnade gefallen. 



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Vielleicht war es die eine Extravaganz zu viel. Ende 2019 überraschte Jack Dorsey mit der Ankündigung, im kommenden Jahr seine Arbeitszeit zur Hälfte in Afrika verbringen zu wollen – wohl gemerkt: als CEO von gleich zwei börsengelisteten Tech-Unternehmen, Twitter und Square.

Nun kann man die inzwischen auch schon viereinhalbjährige Amtszeit als CEO von Twitter zumindest als halbe Erfolgsgeschichte auffassen. Als der 43-Jährige im Sommer 2015 zu dem Unternehmen zurückkehrte, das er einst mitbegründet hatte, lag einiges im Argen beim 280-Zeichen-Dienst, der seinerzeit noch 140 Zeichen zuließ. Twitter verbrannte enorm viel Kapital und ließ nicht ansatzweise erkennen, wie der Social Media-Pionier jemals profitabel würde arbeiten können.

Enttäuschende Börsenentwicklung unter Dorsey 

Schnellvorlauf in die Gegenwart: Im Gesamtjahr 2019 konnte der Kurznachrichtendienst  bei Erlösen in Höhe von 3,46 Milliarden Dollar immerhin schon einen Konzerngewinn von 199 Millionen Dollar ausweisen. 

Gemessen am Potenzial, das Twitter immer wieder nachgesagt wurde, erscheint die (Geschäfts-)Entwicklung einigen Großinvestoren offenbar jedoch viel zu wenig. An der Wall Street notiert die Twitter-Aktie mit 33 Dollar schwächer als zum Zeitpunkt von Dorseys Amtsübernahme im Juli 2015. Der Börsenwert beträgt mit 25 Milliarden Dollar nicht einmal ein Zwanzigstel des früheren Rivalen Facebook.   

Hedgefonds fordert Ablösung von Dorsey als CEO

Entsprechend schlägt ein Großaktionär nun Alarm. Der Investor Elliott Management gab Freitag nach Handelsschluss bekannt, „eine beträchtliche Position“ an Twitter erworben zu haben. Laut Wall Street Journal soll es sich dabei um ein Investment in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar handeln, was einem Anteil von rund fünf Prozent am Social Media-Pionier entsprechen würde.


Und nicht nur das: Paul Singer, Gründer und Chef des Hedgefonds, drängt nach seinem Einstieg laut einem Bericht auf Absetzung von Jack Dorsey als CEO.   

Aktie legt nach Hedgefonds-Einstieg deutlich zu

Während sich Elliott Management bislang nicht direkt zum Vorhaben geäußert hat, eilt dem Hedgefonds, der als Aktionärsaktivist auftritt, ein Ruf voraus. So gilt Paul Singer, der als Großspender der Republikanischen Partei bekannt ist, der Trump-Administration nahestehend, wie der Guardian berichtet.

Der beim US-Präsidenten so beliebte Social Media-Dienst könnte demnach in Zukunft vermehrt unter dem Einfluss eines Parteifreundes stehen – Wechsel des CEO-Postens inklusive. Agenturmeldungen zufolge hätte Elliott Management mit Twitter bereits „konstruktive Gespräche“ geführt und beanspruche gleich mehrere Posten in Aufsichtsrat. Die Aktie legte nachbörslich in Reaktion auf die mutmaßliche Einmischung um gleich sieben Prozent zu.  

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