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Radiolandschaft vor dem Umbruch: 16 neue, bundesweite DAB+Digitalprogramme gehen an den Start

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Ab sofort nimmt die Agentur National German Radio Bewerbungen für neue DAB+-Lizenzen für bundesweite Privatradios entgegen. Insgesamt soll es 16 neue Programme geben. Das Vergabeverfahren läuft bis Ende März, eine Lizenz läuft für zehn Jahre. Die deutsche Radio-Landschaft könnte sich dadurch nachhaltig verändern.

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Bewerben können sich laut “FAZ” einheimische Anbieter ebenso wie internationale. Das Vergabeverfahren steht sowohl für bereits etablierte Hörfunk-Unternehmen offen, als auch für bislang Branchenfremde, die in den deutschen Radiomarkt einsteigen wollen. Eine DAB+-Lizenz wird zunächst für zehn Jahre vergeben mit der Option auf eine Verlängerung um weitere zehn Jahre. Die Entscheidung, wer eine Lizanz erhält, soll bis Ende Juni fallen. Anfang September sollen die neuen Sender dann ihren Betrieb aufnehmen.

Betrieben wird die private DAB+-Plattform von dem Konsortium Antenne Deutschland, zu dem sich die beiden Firmen Absolut Digital und Media Broadcast (eine Freenet-Tochter) zusammengeschlossen haben. Zusammen mit National German Radio sollen drei Arten von Programmen gebildet werden: Einmal Programme, die Antenne Deutschland selbst entwickelt, Programme für etablierte Sender und Programme von Neu-Einsteigern. Insgesamt soll es 16 neue bundesweite DAB+-Programme geben, einen Teil davon wird die Antenne Deutschland selbst betreiben, ein Teil wird in einem Vergabeverfahren zugeteilt.

Neue Vielfalt auf dem Radiomarkt

Die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) hat es zur Vorgabe gemacht, dass ein vielfältiges Programm entstehen soll. So könnte etwa ein neuer Sender auch ein reines Talk-Radio nach US-Vorbild sein, wie man es im deutschen Markt bislang nicht kennt.

Bereits Mitte 2017 hatte die zuständige Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten Antenne Deutschland den Zuschlag für das zweite DAB-Multiplex erteilt, das die nunmehr zu verteilenden 16 DAB+-Sender enthält. Bislang jedoch konnten die beiden Konsortiums-Partner ihre Pläne aber nicht umsetzen, weil die Digital Audio Broadcasting Plattform GmbH (DABP) gegen den Zuschlag vor dem Verwaltungsgericht in Leipzig geklagt und teilweise Recht bekommen hatte. Zum Jahresanfang haben die DABP und der dahinter stehende Investor Steffen Göpel, ein Immobilien-Unternehmer aus Leipzig, den Rechtsstreit aber beigelegt (MEEDIA berichtete).

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Mit dem Start der neuen DAB+-Plattform werden erstmals bundesweit empfangbare Privatradio-Programme in Deutschland entstehen. Bislang ist der Radiomarkt stark regional geprägt. Nach dem nationalen DAB+-Multiplex sollen in den kommenden Jahren weitere regionale Multiplexe folgen. Damit soll schrittweise die veraltete UKW-Empfangstechnik abgelöst werden. Von 2021 an dürfen zudem nur noch Radiogeräte verkauft werden, die sowohl UKW als auch DAB+ empfangen können.

swi

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels stand, dass die neuen DAB+-Programme in einem Auktionsverfahren vergeben werden, dies ist nicht richtig. Tatsächlich handelt es sich um ein Vergabeverfahren. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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